Pflege in Wietmarschen Umbau des Matthiasstiftes beginnt im September

Von Ludger Jungeblut


Wietmarschen. Die konkreten Planungen für die Fortführung des Matthiasstiftes in Wietmarschen finden in der Bevölkerung große Resonanz. Das hat der Geschäftsführer der St. Matthias-Immobilien GmbH, Alfons Eling, in einem Interview mit unserer Redaktion unterstrichen.

Zum 1. Juli hat die neue „St. Matthiasstift-Immobilien GmbH“ sowohl die Immobilie des früheren Altenpflegeheims Matthiasstift als auch das Haus für Betreutes Wohnen am „Baus Blick“ übernommen. Für Sie als Geschäftsführer und viele andere Bürger in der Gemeinde Wietmarschen ist die künftige Nutzung des ehemaligen Altenpflegeheims mit einem neuen Konzept eine Herzensangelegenheit. Was ist in der Zwischenzeit passiert ?

Zum 1. Juli hat die neue GmbH nun auch rechtlich ihre Arbeit aufgenommen. Die Übertragung der Immobilien Matthiasstift und „Baus Blick 9“ im Rahmen von Erbbaurechtsverträgen ist nach anfänglichen schwierigen Diskussionen schließlich relativ problemlos und zu günstigen finanziellen Rahmenbedingungen erfolgt.

Die Planungen für die Sanierung und den Umbau des 1997er Bauabschnittes sind abgeschlossen, der Bauantrag steht kurz vor der Genehmigung und am 3. August sind die Aufträge für die ausgeschriebenen Bauarbeiten vergeben worden.

Baubeginn wird der 7. September sein, um dann bis Mitte März 2016 alles fertigzustellen.

Die Planungen finden nach meinem Eindruck hohe Zustimmung in der Bevölkerung. Vielen Bürgerinnen und Bürgern ist die Fortführung des Matthiasstiftes in der Tat eine Herzensangelegenheit. Dies zeigt sich auch an der Bereitschaft zum ehrenamtlichen Engagement. So haben sich inzwischen zehn Frauen und Männer als „Beetschwestern“ und „Beetbrüder“ zusammengefunden, die sich mit großem Einsatz um die Pflege der Außenanlagen kümmern. Aber auch Unterhaltungsarbeiten am Gebäude und die Ausräumung des 1997-er Gebäudes sind in ehrenamtlicher Arbeit unter anderem mithilfe der Landjugend Wietmarschen erfolgt.

Im März 2016 soll ein Gebäudetrakt mit Baukosten von 1,6 Millionen Euro fertig saniert sein. Geschaffen werden 16 Wohnappartements in zwei Wohngemeinschaften, eine Wohngemeinschaft für Demenzerkrankte mit zehn Plätzen sowie Gemeinschaftsräume. Liegen schon Anmeldungen vor?

Anmeldungen werden erfahrungsgemäß erst erfolgen, wenn es mit den Bauarbeiten losgeht. Darüber hinaus wollen die Bürger auch wissen, welche Mieten zu zahlen sind und was die Pflege und Betreuung künftig kosten wird. Schließlich wollen die Interessen wissen, welche Leistungen dafür von der Pflegekasse den Krankenkassen und sonstigen Institutionen zu erwarten sind. Dennoch liegen mir als Geschäftsführer für die insgesamt 26 Wohnungen schon elf Voranmeldungen vor.

Gibt es bereits Pläne für die Verwendung weiterer Gebäudetrakte, die derzeit leer stehen?

Wir haben in der letzten Aufsichtsratssitzung entschieden, den 1984-er Bauabschnitt nicht, wie zunächst angedacht, abzureißen.

Dieses Gebäude bleibt auch in Zukunft erhalten – und wir werden kreativ an weiteren Nutzungsmöglichkeiten arbeiten.

Zunächst wird allerdings nur das Untergeschoss zu einem Verbindungsgang zwischen dem 1997-er Abschnitt und dem Herrenhaus umgebaut. Dieser Verbindungsgang ermöglicht den Bewohnern einen attraktiven, geschützte Zugang von ihrer Wohnung zur Kapelle, dem Café und den Verwaltungsräumen der Sozialstation, die allesamt weiter im Herrenhaus zur Verfügung stehen.

Hinsichtlich der verbleibenden derzeit leer stehenden Räume in den oberen Geschossen im Herrenhaus und im 1984-er Abschnitt soll zunächst abgewartet werden, wie sich die Nachfrage entwickeln wird und welche Finanzierungsmöglichkeiten sich aufzeigen.

Wie klappt die Zusammenarbeit mit den Beteiligten? Hakt es noch an irgendeiner Stelle?

Als Geschäftsführer möchte ich mich ganz herzlich bedanken für eine sehr große Unterstützung der katholischen Kirchengemeinden Wietmarschen und Lohne – aber auch bei der Gemeinde Wietmarschen. Dies gilt nicht nur für die finanzielle Unterstützung, sondern auch für vielfältige Hilfe in vielen Dingen im Tagesablauf.

Aber auch beim Bistum und beim Landkreis Grafschaft Bentheim finden wir viel wohlwollende Unterstützung bei Genehmigungsfragen. Sehr hilfreich ist auch die Zusammenarbeit mit der Pflege St. Elisabeth Lohne gGmbH, insbesondere in der Person des Pflegedienstleiters Ludger Wübben, der uns bei all den Planungen eine wertvolle Stütze ist. Letztlich haben wir mit dem Stephanswerk Osnabrück ein Planungsbüro gefunden, welches mit hoher Kompetenz und Verlässlichkeit vorzügliche Arbeit leistet.

Schwierig ist nach wie vor die Finanzierung der Baumaßnahmen und des künftigen laufenden Betriebs. So konnten wir bei den Ausschreibungen der Baumaßnahmen aufgrund guter Auslastung der Handwerksbetriebe mit Aufträgen nicht wie erhofft Einsparungen erzielen, sondern lediglich eine „Punktlandung“ im Rahmen der Kostenschätzung. Zudem belasten leicht gestiegene Zinsen für einen aufzunehmenden Kredit die Wirtschaftlichkeit.

Wir werden also weiterhin mit sehr „spitzem Bleistift“ arbeiten müssen und auch darauf hoffen, dass weitere Spenden uns helfen werden, das prognostizierte positive wirtschaftliche Ergebnis zu erreichen.

Ich bin aber nach wie vor zuversichtlich, dass es uns gelingen wird, mit einer guten Pflege und Betreuung und mit angemessenen konkurrenzfähigen Preisen zu einer guten Belegung des Hauses und damit auch zu einer Wirtschaftlichkeit zu gelangen.