Haftstrafe verhängt Landgericht Osnabrück verurteilt Drogenkurier

Von Horst Troiza

Das Landgericht Osnabrück hat den Drogenkurier zu einer Haftstrafe verurteilt. Foto: Ludger JungeblutDas Landgericht Osnabrück hat den Drogenkurier zu einer Haftstrafe verurteilt. Foto: Ludger Jungeblut

Osnabrück. Die Kurierfahrt eines dänischen Staatsbürgers mit zwei Kilogramm Kokain aus den Niederlanden in seine Heimat hatte im April bereits bei Bad Bentheim geendet. Das Landgericht Osnabrück verurteilte den 24-Jährigen jetzt wegen unerlaubter Einfuhr und Beihilfe zum Handeltreiben mit der Droge zu einer Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten.

Dass er in der Untersuchungshaft auf sein bisheriges Leben zurückgeblickt und festgestellt hat, dass er bisher vieles falsch gemacht hat, diese Erkenntnis kam dem Angeklagten leider zu spät. Er habe wegen seiner Erkrankung an ADHS schon früh damit angefangen, Marihuana zu rauchen und sei später mit Kokain in Berührung gekommen, von dem er abhängig geworden war.

Zuletzt habe er sich in einer Spirale von Sucht, Konsum und Geldnöten befunden, so dass er auf das Angebot eines entfernten Bekannten eingegangen war, als Kurier aus dem niederländischen Amsterdam Drogen nach Dänemark zu bringen. Für die Fahrt hatte er 20000 Dänische Kronen, etwa 2500 Euro, erhalten sollen. „Ich habe eingewilligt, denn ich dachte mir, dass ich dann eine Weile Kokain haben könnte, ohne immer auf der Jagd nach Geld sein müssen“, erklärte er eingangs des Verfahrens vor der 10. Großen Strafkammer des Landgerichts .

Seine Rechnung war jedoch nicht aufgegangen. Kurz hinter dem Grenzübergang waren Beamte des Hauptzollamts Osnabrück im April auf das Fahrzeug mit dänischen Kennzeichen aufmerksam geworden und hatten es gestoppt. Der Fahrer habe nervös gewirkt, schilderte einer der als Zeugen geladenen Beamten, „so dass wir nach einer oberflächlichen Kontrolle eine weitere, intensivere, in der Garage der Dienststelle in Schüttorf durchführten“.

Zwischen Behältern mit alten Büchern wurden schnell zwei in Folie gewickelte Pakete gefunden, die das Kokain enthielten – der angeforderte Drogenspürhund „Spike“ kam nicht einmal zum Einsatz. Wie der Beamte auf direkte Frage des Vorsitzenden der Kammer ausführte, sei der Fund nicht „im Zuge einer überwachten Einfuhr, sondern im Rahmen einer allgemeinen Kontrolle“ gemacht worden.

Geständnis

Die Verhandlung gegen den Angeklagten war nach drei Stunden zu Ende, sein Geständnis und die klare Faktenlage ließen keinen Zweifel an seiner Schuld zu. Das Strafmaß für eine unerlaubte Einfuhr in Tateinheit mit Beihilfe zum Handeltreiben liegt im Strafrecht zwischen zwei und 15 Jahren, auch wenn Drogen nur im Transitverkehr durch Deutschland geführt würden. Das schnelle Geld, das der 24-Jährige mit seiner Kurierfahrt zu machen glaubte, geht nun komplett zu seinen Lasten. Er muss nun für 45 Monate in den Strafvollzug und die versprochenen 20000 Kronen hat er auch nie erhalten – während seine Hintermänner gänzlich unbehelligt bleiben.