Schäfer Zwafink präsentiert Anlage Sortiert, markiert, entlassen: Schafe sortieren im Lohner Sand


Wietmarschen. Das Naherholungsgebiet Lohner Sand ist um eine Attraktion reicher: Auf einer Freifläche ist eine Schaffang- und Sortieranlage gebaut worden. Mit moderner Technik erleichtert sie Schäfer Heinz-Johann Zwafink und seinen Mitarbeitern die Herdenbetreuung.

„Wir hatten im letzten Jahr die Idee, diese Anlage auf einer vorhandenen Betonplatte zu bauen“, erzählt Zwafink. Damit wurden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Die Betonplatten vom alten Truppenübungsplatz mussten nicht entsorgt und für die Anlage kein neuer, fester Untergrund geschaffen werden.

Die Gesamtkosten für die Schaffang- und Sortieranlage betrugen 24674 Euro. Das Projekt erhielt eine Leader-Förderung mit Mitteln der Europäischen Union in Höhe von 10315 Euro. Mit der Unterstützung der Anlage werden zwei Ziele des Leader-Prozesses in der Grafschaft Bentheim unterstützt: Förderung der von Aussterben bedrohten alten Grafschafter Haus- und Nutztierarten und die Unterstützung von touristischen Maßnahmen. Der Landkreis Emsland beteiligte sich mit 4295 Euro. Aus dem Sonderfond „Grafschafter Wachholder“, verwaltet durch die Naturschutzstiftung Grafschaft Bentheim, kamen 2500 Euro, sodass für die Gemeinde Wietmarschen noch 7564 Euro beizusteuern waren.

Bei strahlendem Sonnenschein konnten sich Bürgermeister Manfred Wellen und sein ständiger Vertreter Martin Osseforth, Rita Kamlage (Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems), Ralf Welmer (Regionalmanager Leader) sowie Paul Uphaus und Friedhelm Egbert (Naturschutzstiftung Grafschaft Bentheim) von Schäfer Heinz-Johann Zwafink und seinen Mitarbeitern die Anlage vorführen lassen.

Unterstützt von den Border Collies Juli und Flink wurden rund 50 Bentheimer Landschafe in ein Vorgatter getrieben und von dort in die computergesteuerte Sortieranlage geleitet. Hier wurde automatisch die Ohrmarkierung gelesen, das Schaf gewogen und dann in das entsprechende Gatter entlassen.

„Neben dieser Sortierung haben wir noch die Möglichkeit, an einem Behandlungsstand bei den Tieren Klauenpflege oder sonstige Behandlungen für das Schaf schonend durchzuführen“, erklärt Schäfer Zwafink. „Auch uns wird die Arbeit dadurch erheblich erleichtert.“

Die Herden von Heinz-Johann Zwafink bestehen aus rund 1100 Bentheimer Landschafen. Dazu kommen noch andere Rassen und zahlreiche Ziegen. „Wir beweiden außer Flächen in der Grafschaft Bentheim auch Gelände im Emsland“, sagt Zwafink. Nach einem genauen Beweidungsplan betreut die Schäferei rund 250 Hektar.

Bürgermeister Manfred Wellen zeigt sich begeistert von der neuen Schaffang- und Sortieranlage im Naherholungsgebiet Lohner Sand. „Wir können uns vorstellen, hier weitere touristische Angebote zu installieren“, sagt er. Das könnten Schafschurvorführungen, Arbeit der Hütehunde oder sonstige Aktionen sein.


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