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Zweimal in Afghanistan Lohner bereit für neuen Einsatz der Bundeswehr

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Wietmarschen. Hauptfeldwebel Manuel Rexing aus Wietmarschen-Lohne zögert keine Sekunde. „Wenn ich wieder zu einem Auslandseinsatz gerufen würde, wäre ich sofort dabei“, sagt der Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Lohne im Gespräch mit unserer Zeitung nach seiner Rückkehr aus Afghanistan.

Der 34-jährige Berufssoldat und Rettungsassistent gehört zum Kommando „Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst“ am Standort Leer. Zusammen mit dem Standort in Schwanewede besteht die Einheit aus 2000 Soldatinnen und Soldaten. Zweimal leistete er Dienst in dem asiatischen Land: vom 3. März bis 19. August 2011 und vom 7. Januar bis 28. Mai dieses Jahres. Im Oktober 2002 war er in die Bundeswehr eingetreten. „Bei der Bundeswehr konnte ich erfolgreich meine Ausbildung zum Rettungsassistenten, meinen Wunschberuf, absolvieren.“

Beim ersten Mal war Rexing im Observation Post North (kurz OP North) eingesetzt. Der inzwischen an die afghanischen Sicherheitskräfte übergebene Beobachtungspunkt liegt etwa 15 Kilometer nördlich der Provinzhauptstadt der Provinz Baglan, Pol-e Chomri. In die Schlagzeilen geriet der OP North, als am 18. Februar 2011 ein afghanischer Soldat dort drei Bundeswehrsoldaten tötete und sechs zum Teil schwer verletzte, indem er seine Waffe auf sie richtete und das Feuer eröffnete. Der Attentäter wurde bei dem Anschlag ebenfalls getötet.

Von solch schlimmen Erlebnissen ist Rexing glücklicherweise verschont geblieben. Die Schusswaffe brauchte er nur zu Übungszwecken. „Nur einmal hat ein Unbekannter unseren gepanzerten Rettungswagen beschossen, ohne großen Schaden anzurichten.“ Die Rettungswagen, die die gepanzerten Patrouillenfahrzeuge der Bundeswehr begleiteten, waren jeweils mit drei Rettungsassistenten besetzt. „Bei meinem ersten Aufenthalt hatte die Bundeswehr vor allem die Aufgabe, Präsenz zu zeigen und in Abstimmung mit den Dorfältesten die Infrastruktur in den Orten zu verbessern.“

Beim zweiten Mal war Rexing in Masar-e-Sharif stationiert, die Übergabe der Sicherheitsverantwortung an die afghanischen Sicherheitskräfte war bereits in vollem Gange. Es ging vor allem darum, die Versorgungswege zu sichern. Auch bei diesem Einsatz geriet der Hauptfeldwebel nicht in Lebensgefahr. „Wir hatten jedoch oft ein mulmiges Gefühl wegen möglicher Sprengfallen.“

Im Gegensatz zu manchen Medienberichten zieht Rexing persönlich eine positive Bilanz des deutschen Afghanistan-Einsatzes. Im Vergleich zum Beginn des Einsatzes habe sich eine Menge im auch landschaftlich faszinierenden Land getan. „Besonders freut es mich, dass jetzt viele Kinder zur Schule gehen können und sich auch die Situation der Frauen verbessert hat.“ Er habe dazu beitragen wollen, den Menschenrechten in Afghanistan Geltung zu schaffen. Der Hauptfeldwebel äußert die Hoffnung, dass die positive Entwicklung, die nur ein jahrzehntelanger Prozess sein könne, mit der Beendigung des Isaf-Einsatzes am Ende dieses Jahres nicht abbreche und der Einfluss der Taliban begrenzt bleibe.

In Afghanistan habe eine gute Kameradschaft unter den Isaf-Soldaten aus über 40 Nationen geherrscht. „Besonders beeindruckt hat mich, wie todesmutig die Amerikaner verletzte Kameraden aus dem feindlichen Feuer geholt haben.“

Inzwischen hat Rexing seine langjährige Lebensgefährtin in Lohne geheiratet. Die beiden haben zwei Kinder im Alter von eineinhalb und drei Jahren. Für Rexing ist klar: Ohne den absoluten Rückhalt aller Familienangehörigen wären die beiden Auslandeinsätze undenkbar gewesen. Er ist der Bundeswehr noch heute dankbar, dass er seinen Auslandseinsatz im Jahr 2011 für vier Wochen unterbrechen konnte, um bei der Geburt seines Sohnes dabei zu sein. In den vergangenen Wochen hat er einige Schichten bei der DRK-Rettungswache in Emlichheim absolviert, um seine praktischen Kenntnisse aufzufrischen. Schließlich gilt es, im Ernstfall auch seinen Bundeswehrkameraden qualifiziert helfen zu können.

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