Zu hohe Nitratwerte Grundwasser in Wietmarschen belastet

Harald Gülzow vom VSR Gewässerschutz analysierte die Proben im Labormobil. Foto: VSRHarald Gülzow vom VSR Gewässerschutz analysierte die Proben im Labormobil. Foto: VSR

Wietmarschen. 148 Milligramm Nitrat pro Liter haben Mitglieder vom Verein VSR-Gewässerschutz mit Sitz in Geldern bei ihren Messungen im August in einem privat genutzten Brunnen im Ortsteil Wietmarschen ermittelt.

Auch in Lohne wurde laut Pressemitteilung des Vereins ein mit 113 Milligramm pro Liter belasteter Brunnen festgestellt. „Nicht nur, dass das Wasser bei so starker Belastung nicht mehr zum Trinken geeignet ist, beim Bewässern im Garten kann es auch zur Nitratanreicherung in verschiedenen Gemüsesorten kommen“, heißt es in der Presseerklärung.

Insgesamt wurden bei den Untersuchungen im Mai und August das Wasser aus 30 privat genutzten Brunnen im Raum Wietmarschen analysiert. „In über 25 Prozent der analysierten Proben lag die Nitratkonzentration oberhalb des Schwellenwertes der deutschen Grundwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter“, heißt es weiter in der Erklärung. Diesen Wert sollte das Grundwasser in der Europäischen Union immer einhalten, um eine kostengünstige Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser sicherstellen zu können.

Neben dem gesundheitlichen Aspekt der Grundwasserbelastung dürfe auch der ökologische nicht vernachlässigt werden. Das mit Nitraten belastete Grundwasser sickere den Bächen in der Region zu und fließe dann über die Ems zur Nordsee. Dort wirke das Nitrat als Dünger und fördere das Algenwachstum. Es komme zur Eutrophierung.

Die Nitratauswaschung ins Grundwasser steige an, je größer die Menge an Gülle aus der Tierhaltung, der Gärreste aus den Biogasanlagen oder auch aus dem zugekauften mineralischen Düngemittel sei, die auf den Feldern ausgebracht werde. „Während die Landwirte in Trinkwasserschutzgebieten Informationen über die Nitratkonzentrationen des Grundwassers im Einzugsbereich ihrer Felder bekommen, fehlt diese Angabe außerhalb dieser Gebiete.“ so Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz.

Die Landwirte dringend Messwerte über den Zustand des Grundwassers. Der VSR-Gewässerschutz möchte diese Informationslücke mit den durchgeführten Messungen schließen. Daher seien die Ergebnisse der Grundwasseruntersuchungen beim Nitrat seit 1984 auf der Homepage unter http://www.vsr-gewässerschutz.de/44.html dargestellt. Einen guten Überblick liefere auch die aktuelle Nitratkarte der Gewässerschützer. Auch diese ist auf der Homepage unter http:// www.vsr-gewässerschutz.de dargestellt.

Die Umweltschützer werden weitere Messungen durchführen. Brunnennutzer, die sich an diesen beteiligen möchten, erreichen die Gewässerschützer immer freitags zwischen 9 und 12 Uhr unter Tel. 02831/ 976523.

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