Ausstellung des Heimatvereins Der Erste Weltkrieg und Schicksale aus Lohne


part. Lohne 100 Jahre ist es her, als im August 1914 in Europa der Erste Weltkrieg ausbrach. Weltweit finden in Gedenken an die Abermillionen Opfer eine Vielzahl von Veranstaltungen statt – so auch im Museum für Land und Leute des Heimatvereins Lohne, der sich in einer Ausstellung den Schicksalen von Lohner Bürgern an der Front gewidmet hat.

Nach dem Attentat von Sarajevo am 28. Juni 1914 änderte sich das Leben für zahlreiche Menschen in Europa schlagartig: Der österreichisch-ungarische Thronfolger, Erzherzog Franz Ferdinand, und seine Frau Sophie Chotek verloren nach einem Anschlag in der bosnischen Hauptstadt ihr Leben. Das Attentat gilt als Auslöser des Ersten Weltkrieges. Die Folgen hinterließen auch in der Region ihre Spuren.

„Über 200 Betroffene gab es alleine in Lohne“, erklärt Walter Voigt. „Wir vom Heimatverein haben es uns nun zur Aufgabe gemacht, die einzelnen Schicksale so gut wie möglich zu rekonstruieren“. Das Vorhaben ist geglückt, denn am Sonntag konnte die Ausstellung „An Front und ländlicher Heimat – über Erich Maria Remarque und das Schicksal Lohner Bürger im Ersten Weltkrieg“ offiziell eröffnet werden.

„Begonnen hat alles mit einem Gruppenbild von einheimischen Soldaten“, erinnert sich Walter Voigt an die Anfänge der Ausstellung zurück. „Eine Bürgerin hat mir erzählt, dass es sich bei einem dieser Männer um ihren Angehörigen handelt“. Das Interesse Voigts war geweckt: Schließlich konnten alle Soldaten auf dem Bild identifiziert werden.

Mit der Zeit wurden dem Heimatverein weitere Bilder und Postkarten von Lohner Familien zur Verfügung gestellt. Das Puzzle wurde größer und der Aktenordner füllte sich.

Über 1000 Stunden hat Walter Voigt nach eigenen Angaben mit der Auswertung von Quellenmaterial verbracht – das Ergebnis ist eindrucksvoll. Auf drei riesigen Listen sind die Namen der Lohner Soldaten geschrieben, die während des Ersten Weltkriegs im Einsatz waren. Ebenfalls stehen dort die Todesursachen und Verletzungen oder Informationen, an welchen Kriegsschauplätzen die Soldaten stationiert waren.

Neben den Listen können Besucher in der Ausstellung das historische Quellenmaterial begutachten. Hunderte Bilder, die überaus gut erhalten sind, zeigen zudem Einblicke in die verschiedenen Schicksale der Familien.

Zur Eröffnung am Sonntag kamen unter anderem Landrat Friedrich Kethorn, der Landtagsabgeordnete Gerd Will sowie der Bundestagsabgeordnete Albert Stegemann. Überaus beeindruckt ließen sie und viele andere Gäste sich von Walter Voigt die Ausstellung zeigen.

„Wir möchten uns bei allen Lohner Familien bedanken, die uns Bilder, Postkarten und andere Schriftstücke übergeben haben. Ein großes Dankeschön gebührt auch Walter Voigt, der die Ausstellung mit seinem Engagement erst möglich gemacht hat“, sagte Georg Borker, Vorsitzender des Heimatvereins Lohne, im Rahmen der Eröffnung.

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