Brillen überreicht Ameloh-Optik aus Lohne hat ein Herz für Kinder aus Weißrussland

Bevor die Firma Ameloh-Optik in Lohne den Kindern aus Weißrusssland alle Brillen angepasst hatte, gab es ein Erinnerungsfoto. Foto: Ludger JungeblutBevor die Firma Ameloh-Optik in Lohne den Kindern aus Weißrusssland alle Brillen angepasst hatte, gab es ein Erinnerungsfoto. Foto: Ludger Jungeblut

Wietmarschen. Ein Herz für Kinder aus Weißrussland, die an den Spätfolgen der Reaktor-Katastrophe in der ukrainischen Stadt Tschernobyl im Jahr 1986 leiden und sich derzeit in der Grafschaft Bentheim erholen, haben Optikermeister Armin Ameloh aus Wietmarschen-Lohne und sein Team.

Am Dienstag überreichte das Team 30 "Tschernobyl-Kindern" kostenfrei neue Brillen. Die Kosten - der Verkaufswert der Brillen beträgt etwa 4500 Euro - übernahmen Ameloh Optik und dessen Glashersteller. Ameloh: "Wir haben circa 40 Kinder auf ihre Fehlsichtigkeit getestet. Dabei wurde festgestellt, dass 30 Kinder eine Brille benötigen." Ameloh betonte, dass er sich wie in den Vorjahren gerne zu dieser Aktion entschlossen habe. "Das ist eine Hilfe, die direkt bei den Kindern ankommt." Die Jungen und Mädchen bedankten sich mit selbst gemalten Bildern bei Ameloh und seinem Team. Voll des Lobes war auch Dolmetscherin Olga Voltschenko, die als Deutschlehrerin im Gebiet Gomel tätig ist, über die Aktion, die sie als "super" bezeichnete.

Eine neue Brille erhielt auch die zwölfjährige Anna Babinitsch. Augenoptikermeisterin Marion Korte sorgte dafür, dass die Brille passt. Foto: Ludger Jungeblut


Nach Mitteilung des Koordinationsteams für die Tschernobyl-Kindererholungsaktion in der Grafschaft Bentheim findet die Kinderaktion in diesem Jahr schon zum 28. Mal statt. Vier Wochen lang erholen sich insgesamt 56 Gäste (ältere Kinder, junge Mütter mit ihren Kleinkindern und Dolmetscher) in der Region. "Die Verständigung klappt mit Händen und Füßen", sagte Gertrud Breuker aus Halle-Hardingen und fügte hinzu: "Und dann gibt es ja noch das Google-Übersetzungsprogramm." Einige Gäste sprächen zudem Englisch. Erich Breuker war ebenfalls begeistert von dem Besuch: "Als wir die Gäste vom Flughafen Hannover abholen, blickten wir in strahlende Kinderaugen."

Gesundheit der Gäste soll stabilisiert werden

Während des Aufenthalts in  der Grafschaft erholen sich die Gäste aus dem Gebiet Gomel von den Belastungen der weiterhin vorhandenen Radioaktivität. Viele Menschen in Weißrussland leiden laut Koordinationsteam an Krebs-, Herz- und Bluterkrankungen beziehungsweise Leukämie und Immunschwäche. Der Aufenthalt in unserer Region hat das Ziel, die Gesundheit der Gäste zu stabilisieren und deren Abwehrkräfte durch vitaminreiche Kost und Bewegung in gesunder Umgebung zu stärken. An der Finanzierung der Aktion beteiligen sich die evangelisch-lutherische Landeskirche Hannover sowie der evangelisch-lutherische Kirchenkreis Emsland-Grafschaft. Zudem setzt sich die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Veldhausen-Füchtenfeld für die Gäste ein.

Als Dankeschön überreichten die Kinder selbst gemalte Bilder an die Firma Ameloh-Optik. Von links: Erich Breuker, Armin Ameloh, Ija Brel und Gertrud Breuker. Foto: Ludger Jungeblut


Dolmetscherin Olga Voltschenko dankte den Gasteltern für die Gastfreundschaft und die gemeinsamen Ausfüge zum Beispiel in die Schwimmbäder und den Nordhorner Tierpark. Sie würde gerne mit den Kindern im nächsten Jahr wiederkommen. Am Donnerstagmorgen fliegt die Gruppe vom Flughafen Hannover aus wieder in die Heimat. Erich Breuker hoffte darauf, dass sich auch 2020 genügend Gasteltern bereit erklären, jungen Menschen aus Weißrussland einen unbeschwerten Aufenthalt in unserer Region zu ermöglichen.

Spendenkonto eingerichtet

Bei der Kreissparkasse Nordhorn ist ein Spendenkonto eingerichtet. Erich Breuker wird wieder bei verschiedenen Einrichtungen vorstellig werden, um Spenden einzuwerben. "Vielleicht erhalten wir auch Kollekten von den Lingener Kirchen", würde sich Breuker über weitere Unterstützung freuen.

Kontakt: Pastorin Edda Remmers-Thielke (edda.remmers-thielke@evlka.de, Tel. 05941 5530), oder Erich und Gertrud Breuker  ( gertrud.breuker@ewetel.net, Tel. 05941 6180).


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