Bürgerdialog zum Wohnbau in Wietmarschen Eigenheimbau, Geschosswohnungen und Nachverdichtung

Groß ist weiterhin die Bautätigkeit in Wietmarschen. Das Bild entstand im Baugebiet Brookweg-Süd im Ortsteil Wietmarschen. Foto: Ludger JungeblutGroß ist weiterhin die Bautätigkeit in Wietmarschen. Das Bild entstand im Baugebiet Brookweg-Süd im Ortsteil Wietmarschen. Foto: Ludger Jungeblut

Wietmarschen . Jeweils rund 50 Personen haben an dem von der CDU-Mehrheitsfaktion im Gemeinderat Wietmarschen angebotenen Bürgerdialog zum Thema Wohnbauentwicklung in zwei Veranstaltungen in der Aula der Schule Sünte Marien im Ortsteil Wietmarschen und in der Mehrzweckhalle Lohne teilgenommen.

Das haben die Christdemokraten in einer Presseerklärung mitgeteilt. Fraktionssprecher Heinz Bökers erläuterte in einer Präsentation die Hintergründe der intensiven Befassung der CDU Fraktion mit dem Themenbereich. Er wies darauf hin, dass die Gemeinde Wietmarschen als einzige im Landkreis Grafschaft Bentheim mit 7 Prozent eine deutliche Bevölkerungssteigerung bis 2030 zu erwarten habe. Dies habe das Wohnraumversorgungskonzept für die Grafschaft Bentheim bereits im Frühjahr 2017 ergeben.

CDU will Maßnahmen dem sich ändernden Bedarf anpassen

 Der Rat der Gemeinde habe dann eine differenzierte Betrachtung für die Gemeinde Wietmarschen beauftragt, denn innerhalb der Gemeinde Wietmarschen gebe es sehr unterschiedliche Ortsteile. Die Einwohnerzahl würde nach den neuesten Zahlen (am 31. Dezember 2018 war die Einwohnerzahl der Gemeinde auf 12.666 gestiegen) voraussichtlich noch stärker steigen als Anfang 2017 noch prognostiziert. Daher sei es wichtig, die Entwicklung zu beobachten und die Maßnahmen entsprechend dem sich ändernden Bedarf anzupassen.

Büro: Jährlich ist der Bau von bis zu 70 Wohnungen erforderlich

Das Wohnraumversorgungskonzept für die Gemeinde Wietmarschen geht davon aus, dass die Gemeinde bis 2030 um mindestens 1200 Einwohner wächst. Die Bevölkerungsentwicklung in den Ortsteilen sah von 2011 bis 2017 folgendermaßen aus: Lohne (plus 11 Prozent), Wietmarschen (plus 4,1 Prozent), Nordlohne (plus 1,7 Prozent), Lohnerbruch (minus 9,5 Prozent), Schwartenpohl (minus 10,1 Prozent), Füchtenfeld (minus 6,0 Prozent).   Das mit der Untersuchung beauftragte Dortmunder Büro Schulten zog  im Januar 2019 folgendes Fazit: Jährlich ist der Bau von 50 bis 70 Wohnungen erforderlich. Das Büro empfiehlt, zwei Drittel davon als Wohnungen in in Mehrfamilienhäusern und ein Drittel als Einfamilienhäuser zu errichten. Das Büro stellte fest, dass die Zielgruppe der Senioren in der Gemeinde weiter zunimmt. Zudem wird weiterhin eine Zuwanderung von Familien erwartet. 


Heiß begehrt sind Bauplätze in zentraler Lage von Lohne. Das Foto zeigt das Baugebiet Schafweg III. Foto: Ludger Jungeblut


Die CDU-Fraktion hat folgende Ziele: Schaffung bzw. Erhaltung von bedarfsgerechtem Wohnraum für die  Bevölkerung, weiterhin familienfreundliche Preise beim Wohnbauland, notwendiger Geschosswohnungsbau in den zentralen Lagen, Stärkung der Ortskerne, (keine Geisterdörfer in den Ortszentren), Werterhaltung von vorhandenem Wohnraum, Nachverdichtung in den Siedlungsgebieten, wo es sinnvoll ist und diesen steuern, damit der Charakter der Siedlungen und Straßenzüge erhalten bleibt. Die Christdemokraten setzen sich dafür ein, weiterhin Wohnbauland vor allem in den Ortsteilen Lohne und Wietmarschen ausweisen, damit auch in Zukunft jeder Bauwillige aus der Gemeinde sein Eigenheim erstellen könne. 

Interesse von Investoren nimmt deutlich zu

Zum Thema Nachverdichtung erläuterte Bauamtsleiter Jörg Peters, dass zu beobachten sei, dass bei Immobilienverkäufen, insbesondere bei Versteigerungen älterer Gebäude das Interesse von Investoren deutlich zunehme. Es sei geboten, ältere, insbesondere zentrale Baugebiete auf die Zukunft vorbereiten und dabei die Siedlungsstrukturen zu erhalten.  Die CDU-Fraktion und auch die Verwaltung seien der Auffassung, dass Regelungen zu Steuerung der Entwicklung sinnvoll und notwendig seien. Es gelte, städtebaulich nicht gewünschte Bauweisen zu verhindern. Peters und die CDU schlagen unter anderem vor, die Dachausbaumöglichkeiten zu verbessern und auch eine Hinterhofbebauung zu ermöglichen.  

Fraktionssprecher  Bökers: "Bei allen Änderungen ist besonders darauf zu achten, die Interessen der Eigentümer und der Nachbarschaften zu berücksichtigen. Die vorhandene Siedlungsstruktur in den älteren Baugebieten soll erhalten bleiben. Insbesondere die in den neuen Baugebieten verbreiteten ,optischen Zweigeschosse' sollen in den älteren Baugebieten nicht entstehen." In den beiden Bürgerversammlungen wurden vor allem Möglichkeiten diskutiert, wie einem "Investorendruck" zu begegnen ist. Die eingebrachten Bürgerinteressen sollen nun im weiteren Beratungsprozess der CDU berücksichtigt  werden.  Peters ergänzte, dass bei Aufstellung oder Änderung der Bebauungspläne jeweils Bürgerversammlungen vorgesehen seien.


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