Besuch im Wietmarscher Moor SPD-Kandidaten von Renaturierungsmaßnahmen begeistert

Begeistert von dem Schutzgebiet Dalumer und Wietmarscher Moor zeigten sich die SPD-Landratskandidaten Volker Pannen (Grafschaft Bentheim) und Vanessa Gattung (Emsland), die in einer Gruppe unterwegs waren. Foto: SPD WietmarschenBegeistert von dem Schutzgebiet Dalumer und Wietmarscher Moor zeigten sich die SPD-Landratskandidaten Volker Pannen (Grafschaft Bentheim) und Vanessa Gattung (Emsland), die in einer Gruppe unterwegs waren. Foto: SPD Wietmarschen

Wietmarschen. Das Projekt Naturschutzgebiet Dalumer und Wietmarscher Moor hat im Zentrum eines gemeinsamen Ausflugs gestanden, zu dem Volker Pannen, SPD-Landratskandidat für die Grafschaft Bentheim und Vanessa Gattung, SPD-Landratskandidatin für das Emsland, eine Gruppe eingeladen hatte. Die Führung übernahm Christian Kerperin, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Wietmarschen-Lohne.

Das 1580 ha große Naturschutzgebiet Dalumer und Wietmarscher Moor zwischen den Orten Georgsdorf und Dalum schützt laut Pressemitteilung der SPD einen Rest des ehemals zusammenhängenden weiträumigen Hochmoorkomplexes des Bourtanger Moores. Der Bereich des heutigen Schutzgebietes wurde in der Vergangenheit durch den Torfabbau erheblich verändert; es handelt sich heute um überwiegend großflächig abgetorfte Bereiche, die sich teilweise bereits in Hochmoorrenaturierung befinden.

Die Wiedervernässung im Dalumer und Wietmarscher Moor macht sichtbare Fortschritte. Foto: Ludger Jungeblut


 Der Torfabbau im Gebiet wurde bereits 2016 beendet. Durch die Beendigung des Torfabbaus und die anschließenden Renaturierungsmaßnahmen ergeben sich große Flächen, die gepflegt werden müssen, um sie vom Gehölzaufwuchs offen zu halten. Dieses ist von grundlegender Bedeutung für den Erhalt und die Entwicklung des  Brutvogelbestandes im Vogelschutzgebiet, und ist allein durch die Wiedervernässung auf der Grundlage hydrologischer Gutachten nicht zu leisten.

Da der Boden für maschinelle Pflegemaßnahmen wiederum größtenteils zu nass ist, und die Maßnahmen sowohl störend als auch kostenintensiv sind, kommt in erster Linie die Pflege durch Schafe in Betracht. Zu grundlegenden Renaturierung hat auch der Naturschutzbund Deutschland einen wichtigen ehrenamtlichen Anteil eingebracht (Holzeinschlag zum Beispiel von Birken). Zuständige untere Naturschutzbehörden sind der Landkreis Emsland und der Landkreis Grafschaft Bentheim. Die Aufstellung des FFH-Managementplans erfolgt federführend durch den Landkreis Emsland.

Das Dalumer und Wietmarscher Moor ist Teil des EU-Vogelschutzgebietes Georgsdorf/Dalumer und Wietmarscher Moor mit einer Größenordnung von insgesamt 2700 ha. Es ist insbesondere für Wiesen- und Wattvögel von herausragender Bedeutung. Das Highlight unter den hier vorkommenden Vögeln ist der Goldregenpfeifer, der hier eines seiner wenigen Brutvorkommen in Niedersachsen hatte; aktuell kann aber keine Bruttätigkeit nachgewiesen werden. 

Lebensbedingungen für den Goldregenpfeifer sollen verbessert werden

Alle Anstrengungen des Naturschutzes richten sich darauf, die Lebensbedingungen für den Goldregenpfeifer zu erhalten und zu verbessern. Daneben stehen aber auch weitere Vogelarten wie Kiebitz, Rotschenkel, Großer Brachvogel und Krickente im Fokus der Schutzbemühungen. Schließlich soll im Naturschutzgebiet die Moorregeneration gefördert und das Gebiet als Lebensraum für wildwachsende und wildlebende hochmoortypische Pflanzen und Tierarten gesichert werden.

Die Gruppe besichtigte verschiedene Punkte, so den Vogelbeobachtungsturm in Füchtenfeld (Blick ins Moor), das Projekt Schafstall 2020 (altes Torffeld Ehrenburg), den Bienenlehrpfad und die geplante Schafbeweidung neben dem Naturerlebnispfad in Lohne.

Volker Pannen: „Wir begrüßen die grenzüberschreitende Zusammenarbeit beider Landkreise ausdrücklich und möchten sie, nicht nur hier, intensivieren. Naturschutz hört nicht an Kreisgrenzen auf. Vor Ort geht es nicht nur um den Schutz wichtiger, vom Aussterben bedrohter Vogelarten. Der gezielte Wiederaufbau von Moorflächen mit der Bindung von Kohlenstoff leistet einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz. Wichtig sind uns in diesem Zusammenhang eine äußere Erschließung des tollen Projektes für Schülerinnen und Schüler sowie Touristen."


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