Gemeinderat muss entscheiden SPD Wietmarschen möchte sozialen Wohnungsbau ankurbeln

Eine Erweiterung der Vergaberichtlinien für Mietwohnungsbaugrundstücke hat die SPD-Fraktion im Gemeinderat Wietmarschen vorgeschlagen. Das Foto zeigt das Baugebiet "Schafweg III" im Ortsteil Lohne. Foto. Ludger JungeblutEine Erweiterung der Vergaberichtlinien für Mietwohnungsbaugrundstücke hat die SPD-Fraktion im Gemeinderat Wietmarschen vorgeschlagen. Das Foto zeigt das Baugebiet "Schafweg III" im Ortsteil Lohne. Foto. Ludger Jungeblut

Wietmarschen. Die SPD-Fraktion im Gemeinderat Wietmarschen möchte den sozialen Wohnungsbau in der Kommune ankurbeln und fordert Änderungen der Vergabebedingungen. Darüber entscheidet der Rat am Donnerstag nächster Woche um 18.30 Uhr in einer öffentlichen Sitzung im Lohner Rathaus.

Die Sozialdemokraten schlagen vor, folgenden Beschluss zu fassen: "1. Die Gemeinde Wietmarschen und die Wietmarscher Grundstücks- und Entwicklungsgesellschaft (WGEG)  veräußern die für den sozialen Mietwohnungsbau vorgesehenen Grundstücke zum günstigeren Preis, dessen Differenz durch den erhöhten Erlös des Verkaufs der übrigen Grundstücke ausgeglichen wird. 2. Die Verwaltung wird beauftragt, einen Vorschlag zur Erweiterung der Vergaberichtlinien zu erarbeiten, in dem festgelegt wird, dass die Bewerber, die für diese Grundstücke eine bestimmte und sozialverträgliche Miethöhe für einen längeren Zeitraum zusagen, den Zuschlag bekommen. 3. Diese erweiterten Vergaberichtlinien sind auch für ein im Baugebiet ,Schafweg III' für den sozialen Wohnungsbau zu berücksichtigendes Grundstück anzuwenden."

"Verdichtete Bebauung durchaus zu begrüßen" 

In der Gemeinde Wietmarschen werden laut SPD von Investoren zunehmend Mietwohnungen in großer Anzahl gebaut, die von Privatpersonen erworben wurden.  In dem Antrag für die Sitzung heißt es. "Diese verdichtete Bebauung ist durchaus zu begrüßen und wird auch von der Gemeinde durch die Aufstellung von Bebauungsplänen unterstützt. Allerdings werden dort meistens Wohnungen im hochpreisigen Bereich erstellt."

SPD sieht Einflussmöglichkeiten der Kommune

Daher sollte die Gemeinde bzw. die WGEG auf einigen von ihnen zu veräußernden Grundstücken den sozialen und bezahlbaren Wohnungsbau vorsehen. Diese Grundstücke müssten dann laut SPD auch unter anderen Vergabebedingungen (zugesagte Miethöhe) und kostengünstiger vermarktet werden. Dieses könnte die Gemeinde zumindest mit zwei Faktoren unterstützen: 1. Die Bauplätze, die für den sozialen Mietwohnungsbau bestimmt sind, werden zu einem günstigeren Preis abgegeben, dessen Differenz durch den erhöhten Erlös des Verkaufs der übrigen Grundstücke ausgeglichen wird.  2. Neben den jetzt schon bestehenden Vergaberichtlinien wird ein Kriterium eingebaut, in dem der Erwerber verbindlich eine bestimmte Miethöhe für einen längeren Zeitraum zusagt. 

"Sozial gemischte Wohnquartiere notwendig"

Die SPD-Fraktion: "Vor allem im Ortsteil Lohne sind oder werden von Investoren rund um den Schützenplatz viele hochpreisige Wohnungen gebaut. Daher sollten wir als Gemeinde dazu beitragen, dass auch im Baugebiet ,Schafweg III' die Wohnquartiere sozial gemischt entstehen und nicht an anderer Stelle ein geballter sozialer Wohnungsbau entsteht. "

"Bedarf bei jungen Paaren und allein erziehenden Personen"

 Der SPD zufolge waren kürzlich im Aufsichtsrat der WGEG die Bedingungen für die Vergabe von fünf Baugrundstücken für den Mietwohnungsbau im Baugebiet „Schafweg III“ beschlossen worden. Die SPD-Fraktion hatte laut Fraktionssprecher Hermann Nüsse einige Änderungsanträge gestellt, die sämtlich durch die CDU-Mehrheit abgelehnt worden seien. Unter anderem habe die SPD angeregt, die Zahl der geplanten Wohnungen zu erhöhen, um so ein Angebot kleinerer und damit günstigerer Wohnungen vorhalten zu können. Hier bestehe Bedarf in der Gemeinde, beispielsweise bei jungen Paaren oder allein erziehenden Personen, erklärten SPD-Vorsitzender Christian Kerperin und der SPD-Kreistagsabgeordnete Bernd Mentgen aus der Gemeinde Wietmarschen.


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