CDU zum Thema Wohnungsbau Junge Leute sollen verstärkt Häuser von Senioren kaufen

Viele Bauwillige zieht es nach wie vor nach Lohne. Die CDU-Mehrheitsfraktion setzt  auf einen verstärkten Geschosswohnungsbau, um den Bedarf an Eigentums- und Mietwohnungen zu decken. Foto: Ludger JungeblutViele Bauwillige zieht es nach wie vor nach Lohne. Die CDU-Mehrheitsfraktion setzt auf einen verstärkten Geschosswohnungsbau, um den Bedarf an Eigentums- und Mietwohnungen zu decken. Foto: Ludger Jungeblut

Wietmarschen . Die CDU-Fraktion im Gemeinderat Wietmarschen möchte die Bevölkerung in Bürgerversammlungen über die Umsetzung eines Wohnraumversorgungskonzeptes (WRVK)informieren. Termine sind am Mittwoch, 8. Mai, um 19 Uhr in der Aula der Grundschule Sünte Marien und am Dienstag, 14. Mai, um 19 Uhr in der Mehrzweckhalle im Ortsteil Lohne.

Darauf haben der Fraktionsvorsitzende Heinz Bökers, sein Stellvertreter Dieter Nüsse sowie die ehrenamtlichen Bürgermeister Johannes Osseforth und Monika Wassermann in einem Pressegespräch verwiesen. Bökers betonte eingangs, dass die CDU-Mehrheitsfraktion gewillt sei, die vom Büro Schulten Stadt- und Raumentwicklung mit Sitz in Dortmund erarbeiteten Ergebnisse des WRVK mit einer Neuausrichtung der Wohnungsbaupolitik aufzugreifen und den Handlungsempfehlungen in seinen Grundzügen zu folgen. Das Büro hatte im Januar 2019 den politischen Gremien das auf die Gemeinde Wietmarschen zugeschnittene Konzept präsentiert. Schon zwei Jahre zuvor stellte das Büro das auf den gesamten Landkreis Grafschaft Bentheim bezogene WRVK vor.

Einwohnerzahl soll bis 2030 auf 13000 klettern

Nach Angaben von Bökers prognostizieren die Dortmunder Experten bis zum Jahr 2030 ein Bevölkerungswachstum in der Gemeinde von derzeit gut 12.000 auf über 13.000. Bei der Einwohnerentwicklung von 2011 bis 2017 gab es zwischen den Ortsteilen erhebliche Unterschiede. So stieg die Zahl in Lohne um 711 (11 Prozent) auf 7201, im Ortsteil Wietmarschen waren es mit 3871 Einwohnern 154 (4,1 Prozent) mehr. In Nordlohne nahm die Einwohnerzahl um fünf (1,7 Prozent) auf 294 zu. In Lohnerbruch wurden vor zwei Jahren 161 Personen registriert, das waren 14 weniger (-9,5 Prozent) als 2011. Im Ortsteil Schwartenpohl sank die Einwohnerzahl im gleichen Zeitraum um 19 (-10,1 Prozent) auf 170. In Füchtenfeld wurden vor zwei Jahren 631 Personen verzeichnet, 40 weniger (- 6 Prozent) als 2011.

Zum Thema Wohnungsbaupolitik nahmen führende Vertreter der CDU im Gemeinderat Wietmarschen Stellung. Von links: Dieter Nüsse, Monika Wassermann, Heinz Bökers und Johannes Osseforth. Foto: Ludger Jungeblut


"Wir brauchen jährlich 60 bis 70 neue Wohnungen", sagte Bökers mit Blick auf die erwartete Zunahme der Bevölkerung, wobei der Anteil älterer Menschen wachse. Dieser Bedarf solle zu einem Drittel durch neue Einfamilienhäuser in Baugebieten sowie zu zwei Drittel durch Geschosswohnungsbau (Eigentumswohnungen und Mietwohnungen) mit altersgerechten, barrierefreien Wohnungen gedeckt werden. 

"Optionen zur Deckung der verschiedenen Bedarfe schaffen"

Die im Gegensatz zu früher vorgesehene Zurückhaltung bei der Ausweisung neuer Baugebiete begründeten Bökers und Osseforth neben dem Flächenverbrauch vor allem damit, dass nach dem Prinzip "Jung kauft Alt" Interessenten dazu angehalten werden sollen, ältere Häuser zum Beispiel aus den 80er-Jahren von Senioren zu kaufen. Diese ihrerseits könnten dann in kleinere Eigentums- oder Mietwohnungen umziehen. Insgesamt gehe es darum die Optionen zur Deckung der verschiedenen Bedarfe zu schaffen. Die tatsächliche Entwicklung sei zu beobachten und zu berücksichtigen.

Neubautätigkeit in alten Baugebieten soll erleichtert werden

Osseforth und Wassermann verwiesen darauf, dass zum Verkauf stehende Häuser schon jetzt schnell die Besitzer wechseln würden. Wassermann zeigte sich zuversichtlich, dass viele Ältere, denen die Arbeit in Haus und Garten zuviel werde, bereit seien, in kleinere Wohnungen zu ziehen. Durch Neuaufstellung und Änderung von Bebauungsplänen in den alten Baugebieten solle dort eine Neubautätigkeit erleichtert werden, betonten die Christdemokraten. "Wir werden es aber nicht zulassen, dass durch einen überdimensionierten Geschosswohnungsbau die Nachbarn beeinträchtigt werden", betonte der Fraktionsvorsitzende.

Auswärtige bei der Vergabe von Bauplätzen nicht ausgeschlossen

Dieter Nüsse, der auch Vorsitzender des Planungs-, Bau- und Umweltausschusses ist, hob ebenso wie Osseforth hervor, dass grundsätzlich auch Auswärtige bei der Vergabe von Bauplätzen zum Zuge kommen können. "Notfalls müssen sie etwas warten."  Beim Thema "Ehemalige Mühle Schulten" machte Osseforth auf einen Tag der offenen Tür am Freitag, 12. April, von 15 bis 18 Uhr aufmerksam. "Wir möchten Ideen für eine Folgenutzung sammeln", sagte der stellvertretende Bürgermeister.


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