40 Jahre im Bezirk Elbergen tätig Mit Jan-Ewert Hildebrandt geht ein Förster mit Leib und Seele

Von Carl Hesebeck

Jan-Ewert Hildebrandt (dritter von links) ist im Beisein von Ehefrau Elke und seinem Ausbilder Hilmar Pergande (links) im Dezember in den Ruhestand verabschiedet worden. Für seinen Dienst dankten ihm Wilhelm Bramme (zweiter von links) als ehemaliger Vorstand der Forstbetriebsgemeinschaft und Eduard Botterschulte (zweiter von rechts)als aktuellem Vorstand der FBG mit seinem Stellvertreter Rainhard Ruping. Foto: Carl HesebeckJan-Ewert Hildebrandt (dritter von links) ist im Beisein von Ehefrau Elke und seinem Ausbilder Hilmar Pergande (links) im Dezember in den Ruhestand verabschiedet worden. Für seinen Dienst dankten ihm Wilhelm Bramme (zweiter von links) als ehemaliger Vorstand der Forstbetriebsgemeinschaft und Eduard Botterschulte (zweiter von rechts)als aktuellem Vorstand der FBG mit seinem Stellvertreter Rainhard Ruping. Foto: Carl Hesebeck

Lingen. 40 Jahre lang hat Jan-Ewert Hildebrandt von der Bezirksförsterei Elbergen aus für die Landwirtschaftskammer Niedersachsen den Wald um Lohne, Wietmarschen, Elbergen und Teile Lingens betreut. Jetzt ist der 63-Jährige in den Ruhestand verabschiedet worden.

Geboren und aufgewachsen in Ostfriesland, kam der Forstmann bereits im Alter von 15 Jahren zur damaligen Landwirtschaftskammer (LWK) Weser-Ems, die nach einer Fusion mit der LWK Hannover Anfang der 2000er in die heutige Landwirtschaftskammer Niedersachsen aufgegangen ist. Den für die forstliche Laufbahn erforderlichen Anwärterdienst absolvierte Hildebrandt von 1976 bis 1977 bei Bezirksförster Hilmer Pergande in den Wäldern um Westerstede im Ammerland. 

Für den späteren Elberger Bezirksförster war das eine schöne und durchaus prägende Zeit, die ihm in seinem Berufsalltag noch oft zu Gute kommen sollte. Entsprechend groß war die Freude von Jan-Ewert Hildebrandt, auf seiner Verabschiedung seinem ehemaligen Ausbilder begrüßen zu können. Von 1979 an sollte Hildebrandt schließlich die Waldbesitzer der Bezirksförsterei Elbergen betreuen.

 „Heute wie früher gilt: Im Privatwald sind die Waldbesitzer der wichtigste Standortfaktor, noch vor der Nährstoff- und Wasserversorgung des Bodens. Ohne ihre Zustimmung lassen sich keine Maßnahmen umsetzen“, zog der Forstamtsrat ein wichtiges Resümee aus seiner Arbeit, bei der stets ein gutes Miteinander die Basis aller Projekte darstellte. 

Auf Einladung des Waldbauernkreisvereines Lingen und der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Lohne-Elbergen waren zahlreiche Gäste in die Gaststätte „Zum Berge“ nach Lingen gekommen, um „ihren“ Förster und Kollegen zu verabschieden. Dazu zählten neben mehreren Kollegen aus der Landwirtschaftskammer und den Niedersächsischen Landesforsten auch Rudolf Alteheld, Leiter des Geschäftsbereiches Forstwirtschaft bei der LWK und Florian Stockmann, der das Forstamt Weser-Ems in Osnabrück leitet. Neben einigen Forstunternehmern waren auch zahlreiche Waldbesitzer erschienen, darunter neben Eduard Botterschulte als Vorsitzendem der FBG auch Wilhelm Bramme, selbst bis 2016 Vorsitzender der FBG und langjähriger Weggefährte Hildebrandts. 

„Jan-Ewert Hildebrandt ist ein Förster mit Leib und Seele, wir schätzen ihn als ehrlichen und geradlinigen Mitarbeiter“, war Florian Stockmann voll des Lobes für den scheidenden Forstamtsrat. Der hatte freilich in seinem Berufsleben so einiges erlebt: Von den großen Stürmen wie Lothar, Wiebke und Kyrill bis hin zur Zusammenlegung und Auflösung mehrerer Forstämter und dem Wechsel von insgesamt sechs Geschäftsbereichs- und vier Forstamtsleitern. Auch die Ausbildung von Anwärtern prägte seine Arbeit. „Ich habe meinen Dienst immer gerne gemacht. Eine wirkliche neutrale Betreuung des Privatwaldes ist nach wie vor nur durch die Landwirtschaftskammer möglich“, sagte Hildebrandt. 

Seinen Kollegen wird der 63-Jährige sicherlich nicht nur wegen seines Organisationstalents auf so mancher Veranstaltung und amüsanter Erzählungen in Erinnerungen bleiben. Von den rund 180 Waldbesitzern der FBG gab es zum Abschied eine große Rundbank, für die noch ein Platz im Elberger Garten gefunden werden will. In seiner neu gewonnenen Freizeit will sich Hildebrandt der Jagd und Hundeausbildung widmen. Aber natürlich nicht zuletzt auch seiner Familie und Enkel Leo. „Meine Frau Elke hat mich während all der Jahre immer unterstützt und so manches Telefonat mit Waldbesitzern entgegengenommen, wenn ich im Wald unterwegs war“, bedankte sich Hildebrandt bei seiner Ehefrau. 

Nach insgesamt 48 Dienstjahren steht für den Ostfriesen fest: Würde die Uhr noch einmal auf Null stehen, er würde wieder Förster werden – natürlich im Bezirk Elbergen. „Ich bleibe Ostfriese, aber ich bin ein Emsländer“. 


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