Multimedialer Tourguide Preis der Emsländischen Landschaft für Heimatverein Lohne

Von Carl Hesebeck

So sieht er aus, der Preis der emsländischen Landschaft. Foto: Carl HesebeckSo sieht er aus, der Preis der emsländischen Landschaft. Foto: Carl Hesebeck
Carl Hesebeck

Wietmarschen. Der Heimatverein Lohne ist jetzt für seine App „Museum für Land und Leute“ mit dem Preis der Emsländischen Landschaft ausgezeichnet worden. Bald soll die App auch auf Französisch und Plattdeutsch verfügbar sein.

„Der Preis würdigt die Arbeit unseres Vereins in den vergangenen Jahren, die Museums-App ist für uns eine Weiterentwicklung der schon 2013 begonnen Umstellung auf Digitaltechnik und die dazugehörigen Arbeitsweisen“, erklärte Franz-Lambert Eisele, der gemeinsam mit Rainer Groth und Jochen Schrader das ehrgeizige Projekt umgesetzt hatte. 

Kostenlos erhältlich

Bereits seit Anfang des Jahres kann die App für Smartphones mit den Betriebssystemen von Apple und Android kostenlos heruntergeladen werden. Sie erweckt das Heimat- und Kulturhaus in Lohne auch ohne menschlichen Führer mithilfe von Bildern, Videos und kurzen Audiobeiträgen zum Leben.  Die Software stammt von der Firma Orpheo aus Weimar, der lebhafte Inhalt der App ist engagierten Mitgliedern des Heimatvereins zu verdanken.

Nützliche Infos

Während unter anderem die Recherche und das Konzept bei Eisele lagen, waren die beiden Lohner Groth und Schrader als Mitglieder der Lingener Filmamateure „Team 75“ für die Videobeiträge zuständig. Herausgekommen ist ein multimedialer „Tourguide“, der über das Gelände des Heimatvereins führt und dabei allerlei nützliche Informationen preisgibt.

"Innovativer Weg"

„Die Öffnung eines Museums auf diese Weise ist beispielhaft, damit geht der Heimatverein Lohne einen innovativen Weg“, begründete Josef Brüggemann, Vizepräsident und Beiratsvorsitzender der Emsländischen Landschaft, die Preisvergabe. Seit 2014 zeichnet der Verein damit Vereine, Gruppen, privatrechtliche Träger und Personen aus, die einen Beitrag zur Kulturarbeit in der Region leisten oder sich um das kulturelle Erbe verdient gemacht haben. „Der Preis ist mit 1000 Euro dotiert und ein wichtiger Teil der Anerkennungskultur der Emsländischen Landschaft“, sagte Brügemann. Gleichzeitig soll die Ehrung dazu beitragen, dass Bewusstsein der Öffentlichkeit für die Arbeit der verschiedenen Institutionen und Personen zu fördern.

2000 Euro für jede weitere Sprache

Für den Heimatverein Lohne ist das Preisgeld ein erster finanzieller Grundstock für weitere Projekte, auch eine Ergänzung der App steht im Raum: Gerne würden Eisele und sein Team das Sprachangebot und damit auch den potentiellen Nutzerkreis erweitern, bislang wird auf Deutsch, Niederländisch und Englisch über die Lohner Geschichte informiert. „In Verbindung mit unserer Partnergemeinde Mortagne-au-Perche würden wir unser Angebot gerne um das Französische ergänzen, aber auch Plattdeutsch darf natürlich nicht fehlen“, sagte Franz-Lambert Eisele und verwies auf die Kosten von 2000 Euro für jede zusätzliche Sprache. Bislang sei die App rund hundertmal heruntergeladen worden, primär von Nutzern aus Deutschland. Jeweils zwei Prozent der Downloads sind in Frankreich und in den USA verortet – ob letzteres mit dem Familientreffen der Deiterings im Sommer diesen Jahres zutun hat? Unwahrscheinlich ist das jedenfalls nicht. Es zeigt auf jeden Fall, das auch bei auswärtigen Besuchern eine gewisse Nachfrage besteht. Da verwundert es nicht, dass die Arbeitsgruppe des Heimatvereins derzeit gemeinsam mit der Gemeinde an einer Ausweitung der App arbeitet. In einem ersten Schritt sollen zunächst interessante Orte in Lohne eingepflegt werden, etwa das Naherholungsgebiet „Lohner Sand“. Es bleibt spannend, auch nach der Preisverleihung – in Lohne wird sich nicht lang auf den Lorbeeren ausgeruht.  


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