67 Proben ausgewertet VSR: Zu viel Nitrat im Grundwasser im Raum Wietmarschen

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Proben des Brunnenwassers hat Harald Guelzow vom VSR im September in Wietmarschen entgegengenommen. Foto: Gerhard Seybert, Medien & PresseProben des Brunnenwassers hat Harald Guelzow vom VSR im September in Wietmarschen entgegengenommen. Foto: Gerhard Seybert, Medien & Presse

Wietmarschen. Im Grundwasser in der Region ist zu viel Nitrat enthalten. Diese Auffassung vertritt der VSR-Gewässerschutz. In jeder dritte untersuchten Probe habe die Nitratkonzentration oberhalb des Grenzwertes der Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter, kritisiert der Verein.

Im September hatte der VSR nach eigenen Angaben bei einer Aktion in Wietmarschen insgesamt 67 Wasserproben aus privat genutzten Brunnen gesammelt und untersucht. Ein Grund für die hohen Belastungen ist laut VSR die intensive Landwirtschaft. Diese habe sich in den vergangenen zehn Jahren immer weiter ausgebreitet - im Gegensatz zum ökologische Landbau – kaum wachsen. Der VSR- Gewässerschutz rät Gemeinden, Kreisen und Kirchengemeinden als Verpächter dazu, ihre landwirtschaftlichen Flächen in Zukunft nur noch ökologisch bewirtschaften zu lassen.

"Nicht zum Trinken geeignet"

Eigenen Angaben zufolge fand der VSR bei den Untersuchungen in einem privat genutzten Brunnen in Wietmarschen 271 Milligramm Nitrat pro Liter Wasser. Weitere mit Nitraten stark verschmutzten Brunnen stellten die Umweltschützer in Bimolten mit 78 Milligramm pro Liter, in Schüttorf (73), in Emsbüren (96), in Messingen (88), in Lingen mit (177) und in Lohne (129) fest. Das Wasser ist laut VSR wegen der Überschreitung der Trinkwasserverordnung nicht mehr zum Trinken geeignet.

Mehr Algen

Besonders wichtig ist dem Verein zufolge außerdem, dass derart belastetes Wasser nicht zum Befüllen eines Fischteichs genutzt wird. Es bestehe die Gefahr, dass es zur Massenvermehrung von Algen kommt. Abgestorbenen Pflanzen können anschließend zu Fischsterben führen. Nitratbelastetes Grundwasser führt beim Bewässern zu einer zusätzlichen Düngung. Diese müsse in die Berechnung über den Stickstoffbedarf der angebauten Pflanzen miteinbezogen werden, heißt es. Nur so könne eine Überdüngung und eine Nitratanreicherung in Gemüse verhindert werden.

Düngeverordnung

Der ökologische Landbau hat weit strengere Düngevorschriften als in der Düngeverordnung festgesetzt. Es wird auf den Einsatz von chemisch- synthetischen Stickstoffdünger verzichtet. Außerdem kommt es zu weitgehend geschlossenen Nährstoffkreisläufen, da die Zahl der Tiere sich an der Fläche orientiert, die dem Betrieb zur Verfügung stehen. Nährstoffüberschüsse werden somit bestmöglich vermieden. Der VSR- Gewässerschutz begrüßt deswegen, dass ökologisch erzeugte Produkte immer stärker gefragt sind. „Das freut uns als Gewässerschützer. Jedoch verbessert die Nachfrage für ökologisch erzeugte Produkte nicht die Grundwasserqualität in Niedersachen. Dort werden nicht mal vier Prozent der landwirtschaftlichen Flächen vom ökologischen Landbau bewirtschaftet. Der große Bedarf wird inzwischen mit weit transportierten Lebensmitteln gedeckt“, wird die VSR-Vorsitzende Susanne Bareiß-Gülzow in der Pressemitteilung zitiert.

"Mehr ökologische Produkte"

Laut VSR haben die landwirtschaftlichen Verbände jahrelang darauf hingewiesen, dass sie produzieren, was die Bürger kaufen und damit  den Einkäufer für die Grundwasserbelastung verantwortlich gemacht. Viele Bürger ernähren sich heute jedoch anders als vor 20 Jahren. Dem Verein zufolge werden wesentlich mehr ökologische Produkte gekauft. Deswegen sei es dringend an der Zeit, dass der ökologische Landbau stärker gefördert wird, heißt es. Viele ökologische Betriebe würden demnach gerne wachsen, bekommen aber keine weiteren landwirtschaftliche Flächen. Laut VSR können Gemeinden, Kreise und Kirchengemeinden diese Betriebe unterstützen und ihnen ihre landwirtschaftlichen Flächen verpachten. So könnten auf diesem Land die Wünsche der Bürger berücksichtigt werden. Und Gartenbesitzer könnten sich über eine geringere Nitratbelastung seines Brunnenwassers freuen und wieder Brunnen- statt Leitungswasser nutzen.


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