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Eine klassische Win-win-Situation

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lj Lohne. Es ist eine klassische Win-win-Situation. Sechs Landwirte in Lohne schlossen sich zur Bioenergie-Kortenberken GmbH & Co.KG zusammen, um die Energieversorgung der Höfe zu sichern. Die überschüssige Energie wird für ein neues Nahwärmenetz im Schul-und Sportzentrum Lohne sowie in der Grundschule verwendet. Alles in allem wurden vier Millionen Euro investiert.

In einem Pressegepräch stellten gestern Bürgermeister Alfons Eling, Diplom-Ingenieur Wendel Pott vom gleichnamigen Ingenieurbüro aus Bad Bentheim sowie Ludger Welling und Peter Janßen, Geschäftsführer der GmbH, das neue Blockheizkraftwerk am Schul- und Sportzentrum Lohne vor.

Die Bioenergie-Kortenberken GmbH & Co.KG baute auf der alten Kläranlage in Lohne eine Biogasanlage mit einer erzeugten Leistung von 820 kW. Das in der Biogasanlage produzierte Gas wird über Leitungen zu drei Blockheizkraftwerken auf den Höfen der Landwirte Welling, Janßen und Bernd Evers transportiert.

Eine weitere 4,5 Kilometer lange Biogastransportleitung führt zu einem von der Betreibergesellschaft an der Sporthalle am Park gebauten Blockheizkraftwerk.

Diese Blockheizkraftwerke erzeugen Strom und Wärme. Während der Strom in das öffentliche Netz eingespeist wird, wird die Wärme bei den landwirtschaftlichen Betrieben zur Beheizung von Ställen verwendet.

Das Blockheizkraftwerk an der Sporthalle leitet die erzeugte Wärme in ein circa 800 Meter langes Nahwärmenetz, das insgesamt sechs Heizungsanlagen im Schulzentrum, in der Grundschule und in den drei Sporthallen versorgt.

Ein Pufferspeicher mit einer Kapazität von 50 Kubikmetern sorgt dafür, dass die erzeugten Wärmemengen noch effektiver genutzt werden können.

Während die Investitionen für die Biogasleitung und das Blockheizkraftwerk an der Sporthalle von der Betreibergesellschaft getragen werden, hat die Gemeinde insgesamt 335000 Euro für den Pufferspeicher, das Wärmeleitungsnetz und die Umstellung der Heizungsanlagen in den einzelnen Gebäuden ausgegeben. Die Gemeinde erhält nach Angaben von Eling aus den öffentlichen Förderprogrammen Zuschüsse von 79300 Euro.

Die Gemeinde bzw. die Festplatz Lohne GmbH haben mit der Betreibergesellschaft langfristige Wärmelieferverträge geschlossen. Sie bringen der Gemeinde und der GmbH deutliche dauerhafte Energiekostenersparnisse von circa 40 Prozent (nach aktuellem Stand beträgt die Einsparung circa 30000 bis 35000 Euro jährlich). „Die Investitionskosten reinvestieren sich daher mit einer Amortisationszeit von sieben bis acht Jahren“, betonte der Bürgermeister.

Die Preisgestaltung ist künftig an die Tarife des Grundversorgers (zurzeit sind dies die Stadtwerke Lingen) gekoppelt.

Die Schulen und Sporthallen haben derzeit einen Wärmebedarf von jährlich ca. 1,6 Millionen kWh. Dieser Bedarf kann nach Einschätzung der Beteiligten zu einem Großteil des Jahres voll abgedeckt werden. Im Winter werden voraussichtlich immerhin noch zwei Drittel abgedeckt sein.

Die Anlage ist so konzipiert, dass der zusätzliche Energiebedarf an kalten Wintertagen durch eine automatische Umschaltung der Heizungsanlagen auf Erdgas durch die Stadtwerke Lingen gesichert wird. Die Beteiligten verwiesen auch darauf, dass durch das neue Nahwärmenetz für die öffentlichen Gebäude ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet wird. Es werden nach ihren Angaben pro Jahr circa 729 Tonnen Kohlendioxid der Atmosphäre weniger zugeführt.


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