Viele tierische Freunde Vier Igel finden Unterschlupf bei Powelskes in Wietmarschen

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Igeleltern Helga und Erhard Powelske mit den vier Igeln namens „links“, „rechts“, „vorne“ und „hinten“. Foto: Christiane AdamIgeleltern Helga und Erhard Powelske mit den vier Igeln namens „links“, „rechts“, „vorne“ und „hinten“. Foto: Christiane Adam 

Wietmarschen. Bernie hat seit einigen Wochen stachelige Kameraden: Der drollige Labradoodle teilt sich Herrchen und Frauchen mit vier Igeln, die von Helga und Erhard Powelske in Wietmarschen liebevoll betüttelt werden.

 „Als sie über den Rasen meines Schwiegersohns stolperten, waren sie sehr klein und halb verhungert“, erzählt Helga Powelske und ergänzt: „Wenn Igel tagsüber zu sehen sind, dann stimmt meistens etwas nicht, denn sie sind Nachttiere.“ Als die Powelskes die Igel bei sich in ihrem norwegischen Holzhaus in Wietmarschen-Lohne aufnahmen, hatten die Igel ein Gewicht zwischen 78 und 104 Gramm. Ein fünfter Igel, der sogar nur 74 Gramm wog, ist nach zwei Tagen verstorben. Die Igel heißen „links“, „rechts“, „vorne“ und „hinten“. „Wir haben ihnen mit Nagellack Markierungen auf die Stacheln gepinselt, damit wir sie voneinander unterscheiden können“, erklärt Erhard Powelske.


Das Problem sei die immer noch viel zu trockene Witterung. „Die Tiere finden kaum Engerlinge und ähnliches, meist nicht einmal Wasser. Was diese Igel hier betrifft, war es kurz vor Zwölf“, betont Helga Powelske. „Viele Menschen wissen nicht, was sie tun müssen, wenn sie einen Igel in Not finden. Deshalb ist es mir wichtig, dass Ihre Zeitung einmal darüber berichtet“, so ihre Gründe, sich an unsere Redaktion zu wenden. Beispielsweise sei Kuhmilch nicht gesund für Igel, und Katzenfutter müsse vorher abgewaschen werden. Während Minka und Maunzi sich über die leckeren Saucen freuen, seien diese für Igel nicht bekömmlich. „Abgewaschenes Katzenfutter und Rührei ohne Fett und ohne Salz zubereitet, damit kann man sie päppeln“. Freilich waren die Igel während des Redaktionsbesuches zu aufgeregt, um ihre Mahlzeit zu sich zu nehmen, im Gegensatz zu Bernie, der die Gunst der Stunde nutzte für einen Zusatzhappen. 

Bernie hat was zu Gucken – und mit Glück zusätzlich was zu Fressen. Foto: Christiane Adam


Inzwischen wiegen die vier Igel zwischen 416 und 507 Gramm. Allerdings werden sie dennoch den Winter bei den Powelskes verbringen. „Es ist nach wie vor zu trocken, und sie werden keine Nahrung finden“, meint Helga Powelske, und deshalb hat ihr Mann Erhard eine Behausung aus Styropor gebaut. Diese soll in die große Vogelvoliere gestellt werden. Sie können dann Winterschlaf halten oder werden eben weiter gefüttert.

Helga Powelske mit der zahmen Dohle Tschacko. Foto: Christiane Adam


Dort fühlt sich auch die Dohle Tschacko wohl. Tschacko ist handzahm und lässt sich vertrauensvoll auf dem Arm von Helga nieder. „So lange ich meinen Mann kenne, pflegt er Igel und andere verletzte Tiere. Manchmal bringen uns auch Nachbarn Vögel und andere Kleintiere, die Erhard dann gesund pflegt“, erzählt die Rentnerin liebevoll. „Ich denke, unsere Umwelt ist kaputt. Wir versuchen, jedes Tier zu retten. Diese Igel sind verlassen worden, weil ihre Eltern selber nichts zu fressen hatten.“ Für die Enkel-, Urenkel und Nachbarskinder sei ein Besuch bei Powelskes jedesmal eine kleine Sensation.  


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