Laut Prognose um 9,8 Prozent Einwohnerzahl von Wietmarschen soll stark wachsen

Von Ludger Jungeblut, 11.09.2018, 13:23 Uhr
Einen anhaltenden Bauboom gibt es seit vielen Jahren in der Gemeinde Wietmarschen. Foto: Ludger Jungeblut

Wietmarschen. Die Gemeinde Wietmarschen mit derzeit 12.617 Einwohnern (Stand 1. September 2018) wird einer aktuellen Prognose zufolge bis zum Jahr 2030 um 9,8 Prozent auf 13.215 Einwohner wachsen – das sind 2,7 Prozent mehr als bislang angenommen wurde.

Gleichzeitig nimmt der Anteil der älteren Bürger deutlich zu. Darauf haben Bürgermeister Manfred Wellen und Bauamtsleiter Jörg Peters in einem Gespräch mit unserer Redaktion verwiesen. Die aktuelle Schätzung beruht auf eine Vorhersage des Büros Schulten Stadt- und Raumentwicklung in Dortmund, die für den Landkreis Grafschaft Bentheim ein Wohnraumversorgungskonzept erarbeitet hat und in dem auch auf die Situation in der Gemeinde Wietmarschen eingegangen wurde.  

In puncto Wohnungsbau steht die Gemeinde Wietmarschen vor großen Herausforderungen. Das betonten Bürgermeister Manfred Wellen (links) und Bauamtsleiter Jörg Peters. Foto: Ludger Jungeblut

Am Dienstag voriger Woche gab es auf Einladung der Gemeinde in der Aula der Grundschule Wietmarschen einen Strategieworkshop zum Thema „Handlungsprogramm Wohnen“.  Das Handlungsprogramm baut auf das Wohnraumversorgungskonzept auf. Rund 15 Teilnehmer, die sich aus Vertretern der Parteien, der Verwaltung, der Bauwirtschaft, der Kaufmannschaft und sozialer Einrichtungen zusammensetzten, loteten aus, welche Konsequenzen sich aus der demografischen Entwicklung für den Wohnungsbau ergeben. „Wir nehmen die Herausforderung an“, betonten Wellen und Peters unisono. Ihren Worten zufolge wird der Ortsteil Lohne laut Prognose am stärksten wachsen, gefolgt vom Ortsteil Wietmarschen.

 „Die Bevölkerungszahl von Nordlohne wird bis 2030 etwa gleich bleiben, während wir in den Ortsteilen Füchtenfeld, Schwartenpohl und Lohnerbruch von einem Bevölkerungsrückgang ausgehen“, erläuterte der Bürgermeister. Wichtige Aufgabe werde es sein, eine Nahversorgung für die kleinen Ortsteile sicherzustellen.

Mehrgeschossige Häuser

Die positive Bevölkerungsentwicklung resultiere nicht nur aus Zuzügen in die Gemeinde, sondern auch aus einem Geburtenüberschuss, freute sich Wellen. Die Gemeinde wolle daher wie bisher jungen Familien besonders entgegenkommen. „Neben der Bereitstellung von preisgünstigen Baugrundstücken möchten wir jungen Familien auch ermöglichen, Häuser in älteren Wohngebieten zu erwerben“, betonte Peters. Letzteres werde möglich, wenn die bisherigen Besitzer zum Beispiel in eine Seniorenwohnung ziehen wollten und die Immobilie frei werde. „Wir brauchen ein Gesamtkonzept, das die Bereiche Geschosswohnungsbau, alte Wohngebiete und Neubaugebiete beinhaltet und deren Wechselwirkungen beachtet“, unterstrich der Bauamtsleiter. Potenzial für weiteren Geschosswohnungsbau gebe es derzeit an der Hauptstraße in Lohne und im Bereich Baierort.

Das Marienheim an der Hauptstraße in Wietmarschen-Lohne beherbergt Seniorenwohnungen. Foto: Ludger Jungeblut

Peters und Wellen betonten ihre Absicht, mithilfe des Planungsrechts auf nachbarschaftsverträgliche Bebauung hinzuwirken. „Wir möchten nicht, dass nach Abriss eines älteren Hauses ein überdimensionierter Neubau die gewachsene Struktur in einem Wohngebiet beeinträchtigt und zu Nachbarschaftskonflikten führt“, sagte Wellen.

Für die Bereiche Sandstraße, Hohnerberg, Püttkuhle und Stevenskamp (alle Lohne) sowie An der Alexishütte und Nundiek im Ortsteil Wietmarschen kündigten sie – vorbehaltlich der Zustimmung des Gemeinderates – die Aufstellung von Bebauungsplänen an, um die künftige Bautätigkeit besser steuern zu können.

Unterdessen hat der Planungs-, Bau- und Umweltausschuss der Gemeinde den Antrag der SPD-Fraktion vertagt, Flachdachbauweise bei zweigeschossigen Gebäuden in neuen Baugebieten zu erlauben, weil die CDU-Mehrheitsfraktion bei diesem Thema noch Beratungsbedarf hat.

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