Anlieger bleiben kritisch Neue Kita in Wietmarschen-Lohne soll 2019 fertig sein

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Möglichst viele Bäume sollen auf dem Grundstück an der Heinrichstraße in Lohne, wo der neue Kindergarten geplant ist, erhalten bleiben. Das ist Konsens im Gemeinderat Wietmarschen. Foto: Ludger JungeblutMöglichst viele Bäume sollen auf dem Grundstück an der Heinrichstraße in Lohne, wo der neue Kindergarten geplant ist, erhalten bleiben. Das ist Konsens im Gemeinderat Wietmarschen. Foto: Ludger Jungeblut

Wietmarschen. Die Gemeinde Wietmarschen ist dem Bau einer neuen Kindertagesstätte (Kita) an der Heinrichstraße im Ortsteil Lohne einen großen Schritt weitergekommen. Einstimmig hat der Planungs-, Bau- und Umweltausschuss im Zuge der Bauleitplanung den Entwurfs- und Auslegungsbeschluss gefasst.

Die Unterlagen für den Bebauungsplan unter dem Titel "Erweiterung Lohne – Ortskern III" sollen vier Wochen lang im Rathaus in Lohne im Zimmer 201 (Bauamtsleiter Jörg Peters) öffentlich ausliegen. Wahrscheinlich wird dies im Oktober der Fall sein. Wie berichtet, soll die neue Kita Platz für die Betreuung von bis zu 105 Jungen und Mädchen bieten. Es sollen Räume für eine oder zwei Regelgruppen mit jeweils 25 Plätzen, eine Ganztagsgruppe für 25 Kinder und zwei Krippengruppen für jeweils 15 Kinder geschaffen werden.

Gesamtkosten betragen rund 2,3 Millionen Euro

Die Gesamtkosten sind nach Angaben von Bürgermeister Manfred Wellen mit 2,3 Millionen Euro veranschlagt. Baubeginn solle noch in diesem Jahr sein. "Wir rechnen mit einer Fertigstellung im Oktober 2019", sagte Wellen unserer Redaktion. Der DRK-Kreisverband Grafschaft Bentheim wird die Trägerschaft übernehmen.


Ein Biotop hat sich auf dem Grundstück an der Heinrichstraße in Lohne entwickelt, auf dem ein neuer Kindergarten gebaut werden soll. Foto: Ludger Jungeblut


Bauamtsleiter Peters stellte Einzelheiten der Planung vor. Demnach soll das langgestreckte eingeschossige Gebäude circa 60 Meter lang sein und eine Breite von etwa 20 Metern aufweisen. Um die Baumaßnahme zu ermöglichen, muss nach seinen Worten ein Teil des Gehölzbestandes auf dem gemeindeeigenen Grundstücks entfernt werden. "Wir wollen aber versuchen, so viele Bäume wie möglich zu erhalten", betonte Peters. So solle der Schutz einer drei Meter breiten Wallhecke zwischen der Heinrichstraße und dem Neubau festgeschrieben werden. Der Erhalt weiterer markanter Bäume auf dem Grundstück sei ebenfalls vorgesehen. Auch auf der Spielfläche sollen laut Peters möglichst viele Bäume bestehen bleiben.

Kompensation an anderer Stelle

Peters betonte, dass die Gemeinde nicht verpflichtet sei, den Eingriff in den Gehölzbestand an anderer Stelle zu kompensieren. Dennoch habe sich die Gemeinde dazu entschlossen, an anderer Stelle Wald im Verhältnis 1:1,4 aufzuforsten. Der Bauamtsleiter stellte auch die wichtigsten Ergebnisse des vom Büro IPW Ingenieurplanung mit Sitz in Wallenhorst erarbeiteten umweltplanerischen Fachbeitrags vor. Demnach kommt dem Schutz beziehungsweise der Umsiedlung eventuell vorhandener Fledermäuse große Bedeutung zu. 

Vorstoß der SPD

Für die SPD-Fraktion forderte deren Fraktionsvorsitzender Hermann Nüsse, die Wallhecke nicht auf einem drei Meter, sondern auf einem fünf Meter breiten Streifen zu erhalten. Wilfried Keuter (CDU) warnte davor, die Umsetzung des Vorhabens zu verzögern. Den Umweltbelangen werde größtmöglich Rechnung getragen, meinte Keuters. Kerstin Börner (CDU) kritisierte, dass die Forderung der SPD den Platz reduzieren würde, der den Kindern zur Verfügung stehe. Schießlich kam der Ausschuss überein, in Gesprächen mit dem Architekten auszuloten, inwieweit die Forderung der Sozialdemokraten erfüllt werden könne.


In unmittelbarer Nachbarschaft des Grundstücks, auf dem der Kindergarten an der Heinrichstraße in Lohne entstehen soll, befinden sich Einfamilienhäuser. Foto: Ludger Jungeblut


Unterdessen haben sich 14 mittelbare und unmittelbare Anlieger der geplanten Kita zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen. Ziel ist es einer Mitteilung zufolge, den Planungsprozess der Gemeinde kritisch zu  begleiten. Wie weiter verlautete, haben die Anlieger zu diesem Zweck eine auf Bauverwaltungsrecht spezialisierte Rechtsanwaltskanzlei beauftragt. Von deren Expertise erwarten sich die Anlieger eine unabhängige Bewertung des Planungsvorhabens und damit Aufschluss über dessen formale und inhaltliche Rechtmäßigkeit.


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