Psychologische Behandlung Bewährung für 18-jährigen Brandstifter aus Lohne

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In der Nacht zum 12. Dezember 2017 ging im Krähenweg in Wietmarschen-Lohne eine Scheune, in der sich Stroh und landwirtschaftliche Maschinen befanden, in Flammen auf. Foto: Henrik  HilleIn der Nacht zum 12. Dezember 2017 ging im Krähenweg in Wietmarschen-Lohne eine Scheune, in der sich Stroh und landwirtschaftliche Maschinen befanden, in Flammen auf. Foto: Henrik Hille

Nordhorn. Ein 18-Jähriger, der drei Brandstiftungen in Wietmarschen-Lohne gestanden hatte, ist meiner Bewährungsstrafe davongekommen.

Nordhorn Vier Brandstiftungen wurden dem 18-jährigen Angeklagten zur Last gelegt. Bereits im Juli hatte er vor Gericht drei Brandstiftungen eingeräumt. Die Schuld für einen vierten Brand, bei dem mit 250000 Euro der größte Schaden entstanden war, konnte ihm aber nicht nachgewiesen werden.

Urteil nach Jugendstrafrecht

Ein Jahr und zehn Monate Jugendstrafe auf Bewährung. So lautet das Urteil des Nordhorner Amtsgerichts gegen einen 18-Jährigen, dem insgesamt vier Brandstiftungen zwischen Juli und Dezember 2017 in Lohne mit einer Gesamtschadenshöhe von 430 000 Euro zur Last gelegt worden waren (wir berichteten).

Ursache für viertes Feuer weiter unklar

Der 18-Jährige hatte im Juli vor Gericht drei der vier Brandstiftungen gestanden. Die Verantwortung für einen vierten Fall, bei dem mit 250000 Euro der größte Schaden entstanden war, hatte der Angeklagte allerdings nicht übernommen. Anhand der aufgezeichneten GPS-Daten seines Handys war für Gericht und Staatsanwaltschaft nicht eindeutig zu klären, ob sich der 18-Jährige zum Tatzeitpunkt am Brandort befunden hatte.

Verhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Am Freitag stand diese Tat nun erneut im Mittelpunkt der Verhandlung. Weil der Angeklagte nicht bei allen ihm zur Last gelegten Taten volljährig gewesen ist, fand die Verhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Urteil noch nicht rechtskräftig

Ein an den Ermittlungen beteiligter Polizist war als Zeuge geladen worden. Weil dem 18-Jährigen aber weiterhin diese Tat nicht nachgewiesen werden konnte, ist das Verfahren in diesem Anklagepunkt schließlich eingestellt worden. Das teilte Torsten Rieger, Richter und Pressesprecher des Amtsgerichts Nordhorn, auf Anfrage mit. Rieger hatte auch die Verhandlung geführt. Rechtskräftig ist das Urteil gegen den 18-Jährigen noch nicht.

Mitangeklagter muss 100 Arbeitsstunden ableisten

Einen 17-jährigen Mitangeklagten hatte das Gericht im Juli wegen vorsätzlicher Brandstiftung verurteilt. Er muss 100 Arbeitsstunden ableisten. Der 18-Jährige hatte seinen 17-jährigen Freund dazu angestiftet, im Januar dieses Jahres ein Feuer zu legen, um sich selbst ein Alibi zu verschaffen und den Verdacht von sich abzulenken.

Sieben Brände

Zwischen Juli 2017 und Januar 2018 hatte es in Lohne insgesamt siebenmal gebrannt. Hinweise darauf, dass der 18-Jährige auch für die weiteren Taten verantwortlich ist, hatte es nicht gegeben.

18-Jähriger muss Schaden wieder gutmachen

Am Montag teilte Torsten Rieger auf Anfrage der Redaktion ergänzend mit, dass dem 18-Jährigen auferlegt wurde, eine begonnene psychologische Behandlung ordnungsgemäß zum Abschluss zu bringen. Überdies müsse der 18-Jährige den finanziellen Schaden im Wege eines zivilrechtlichen Verfahrens wiedergutmachen. Laut Rieger werden vermutlich die Versicherungen der Geschädigten den Täter in Regress nehmen.


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