Verheerende Auswirkungen Nabu-Emsland strikt gegen Kies- und Schotterbeete

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Viele Vorgärten sind liebevoll gestaltet. Der Nabu unterstützt die Anlegung naturnaher Gärten und gibt wertvolle Tipps. Foto: Ludger JungeblutViele Vorgärten sind liebevoll gestaltet. Der Nabu unterstützt die Anlegung naturnaher Gärten und gibt wertvolle Tipps. Foto: Ludger Jungeblut

Wietmarschen. Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) hat den Vorstoß der Gemeinde Wietmarschen begrüßt, Kies- und Schotterbeete auf die Versiegelungsflächen anzurechnen.

„Dort findet kein Rückhalt des Regenwassers durch Pflanzenwurzeln statt“, sagte Jutta Over vom Nabu Emsland/Grafschaft Bentheim unserer Redaktion. Auch weitere positive Effekte wie Staubbindung, Luftbefeuchtung und Sauerstofferzeugung würden ohne Bepflanzung ausbleiben. „Nicht nur für die Tierwelt, auch für spielende Kinder sind daher Straßen, in denen Kies, Schotter, Pflasterflächen und Asphalt dominieren, als Lebensraum ungeeignet“, betont Over.

Todeszone für den Grasfrosch

Noch verheerender seien die Auswirkungen auf die heimische Tier- und Pflanzenwelt. Zaunkönig und Rotkehlchen, Igel und Schmetterling machen nach ihren Worten um solche Flächen einen großen Bogen: Sie finden weder Nahrung noch Unterschlupf. Für den Grasfrosch werden Splitt- und Schotterflächen bei anhaltender Sommerhitze gar zur Todeszone.

„Unkritischer Einsatz von Unkrautvernichtungsmitteln“

Gerade Kindern würden wichtige Erfahrungen mit der belebten Umwelt vorenthalten. Bedenklich findet die Biologin auch den oft unkritischen Einsatz von Unkrautvernichtungsmitteln auf solchen Flächen. Sogar Garageneinfahrten würden immer wieder mit glyphosathaltigen Mitteln behandelt, obwohl deren Einsatz auf solchen Flächen schon lange gesetzlich verboten sei.

Der Natur auf die Sprünge helfen

Dabei sei es einfach, der Natur ein wenig auf die Sprünge zu helfen, auch wenn wenig Zeit für den Garten zur Verfügung stehe. Anspruchslose Sonnenanbetern wie Steinkresse oder Lavendel würden nach der Anlage wenig Arbeit zum Beispiel wenig Arbeit machen. Die Naturschutzexpertin: „Eine weitere Möglichkeit, den Garten arbeitsarm und naturnäher zu gestalten, sind blühende Bodendecker wie Goldnessel, Storchschnabel- oder Beinwellarten.“

Viele Tipps zum naturnahen Gärtnern hat der Nabu auf www.nabu-emsland.de bereitgestellt.


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