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18.07.2018, 09:39 Uhr KOMMENTAR

Aktion für „Tschernobyl-Kinder“: Die Initiative schärft den Blick

Kommentar von Thomas Pertz

Bereits seit vier Jahren stellt Ameloh Optik in Lohne Kindern aus der Region um Tschernobyl kostenlos eine Sehhilfe zur Verfügung. Rund 30 Kinder erhielten nun erneut Brillen. Foto: Jessica LehbrinkBereits seit vier Jahren stellt Ameloh Optik in Lohne Kindern aus der Region um Tschernobyl kostenlos eine Sehhilfe zur Verfügung. Rund 30 Kinder erhielten nun erneut Brillen. Foto: Jessica Lehbrink

Wietmarschen. Mit dem ehrenamtlichen Engagement von Optiker Armin Netuschil-Ameloh aus Lohne und weiterer engagierter Mitglieder der Initiative für „Tschernobyl-Kinder“ ist viel mehr verbunden als „nur“ ein klarer Blick für die betroffenen Gäste, meint der Kommentator.

Den Blick schärfen – dies ist natürlich das vorrangige Ziel, das mit den neuen Brillen für die „Ttschernobyl-Kinder“ verbunden ist. Auch 32 Jahre nach der Reaktorkatastrophe in der Ukraine gibt es gesundheitliche Spätfolgen in der Bevölkerung, insbesondere in angrenzenden Regionen in Weißrussland. Hinzu kommen dort Probleme, die auf mangelhafte Qualität des Gesundheits- und Vorsorgesystems zurückzuführen sind. Die Brillen bedeuten deshalb eine wichtige Hilfe für die Jungen und Mädchen, ob in der Schule, Ausbildung oder darüber hinaus im Alltag.

Mit dem ehrenamtlichen Engagement von Optiker Armin Netuschil-Ameloh aus Lohne und weiterer engagierter Mitglieder der Initiative ist aber viel mehr verbunden als „nur“ ein klarer Blick für die betroffenen Gäste. Die Aktion und darüber hinaus die Angebote zur Unterbringung bei Gasteltern und die Freizeitgestaltung für die weißrussischen Gäste sind Belege dafür, dass Menschen in der Region der zerstörerischen Langzeitwirkung der Reaktorkatastrophe durch praktische Hilfe für Betroffene etwas entgegensetzen.

Aus den Einladungen der Kinder sind über die Jahre hinweg viele Freundschaften zwischen Gasteltern vor Ort und weißrussischen Familien entstanden. Der Einsatz der Bürger schärft deshalb auch den Blick für Notlagen außerhalb der Sichtweite des eigenen Kirchturms – zur Nachahmung empfohlen.


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