Für Sauberkeit täglich im Einsatz Freizeitsee Lohne ist Manfred Bernings Herzensangelegenheit

Von Ludger Jungeblut


Wietmarschen. Voll des Lobes äußern sich Besucher über den gepflegten Eindruck des Freizeitsees Wietmarschen-Lohne. Die Sauberkeit am See haben sie Manfred Berning vom Ordnungsamt der Gemeinde zu verdanken.

Wenn Manfred Berning (56) im Sommer morgens um 7 Uhr seinen Dienst am Freizeitsee Wietmarschen-Lohne beginnt, zeigt sich das elf Hektar große Gewässer an der A 31 von seiner schönsten Seite. Frühnebelschwaden ziehen über den See und die Wasservögel haben schon ihren Morgengesang angestimmt. Später übertönt der markante Ruf des Austernfischers die Geräusche auf und an dem Gewässer.

„Fühle mich in die Karibik hineinversetzt“

Der Blick von Berning fällt auf den feinen Sandstrand. „Wenn die Sonne in einem bestimmten Winkel auf den Strand fällt, fühle ich mich in die Karibik hineinversetzt“, sagt der Mitarbeiter des Ordnungsdienstes der Gemeinde Wietmarschen. Dieses Karibik-Feeling möchte der pensionierte Polizeibeamte unbedingt erhalten. Nichts würde diese Wohlfühlatmosphäre mehr stören als ein verdreckter Strand und liegengelassener Unrat rings um den See. Deshalb macht er sich während der Badesaison morgens mit seinem, von der Gemeinde gestellten E-Bike auf den Weg, um den Müll, den die Gäste hinterlassen, wegzuräumen – manchmal schon ab 6 Uhr.

Zu den Fundsachen zählt auch ein grünes Krokodil

Bereits am Abend zuvor hatte er vier Luftmatratzen als Hinterlassenschaften eingesammelt, darunter ein aufblasbares grünes Krokodil. Zu seinen Fundstücken am Morgen zählen auch kleine Badelatschen. Weil Berning auf dem Gelände des Freizeitsees nur über einen kleinen Abstellraum verfügt, kann er diese Funde nicht lagern und steckt sie in Müllsäcke, die er wiederum in den großen Müllcontainer an der nördlichen Seite des Freizeitseegeländes wirft.

Berning wundert sich darüber, was die Leute alles liegengelassen – ob versehentlich oder aus reiner Bequemlichkeit.

Zigarettenkippen ein fortwährendes Ärgernis

Ein immerwährendes Ärgernis ist für ihn, mit welcher Selbstverständlichkeit die Badegäste Zigarettenkippen im Sand ausdrücken, anstatt diese zum Beispiel in mitgebrachten Dosen zu stecken, um sie zu Hause zu entsorgen. „Auch das Wegwerfen von Zigarettenkippen ist eine Ordnungswidrigkeit“, stellt Berning fest. Soweit es geht, sammelt er sie mit einem speziellen Greifer ein. Zu seinen Aufgaben gehört auch das Entleeren der zahlreichen Abfallbehälter.

Wichtiges Kriterium

Die Jogger und Spaziergänger, die schon morgens ihre Runden auf dem asphaltierten Rundweg drehen, sind voll des Lobes über den Einsatz von Berning. „Ich kenne keinen See, der so sauber und gepflegt ist“, sagt Sigrid Vonau. Dass Sauberkeit ein wichtiges Kriterium für die Attraktivität eines Sees ist, machte laut Berning eine Mutter mit zwei Kindern aus Quakenbrück im Gespräch mit ihm deutlich. „Sie fuhr wegen des schönen Freizeitsees und der Sauberkeit extra nach Lohne.“

Hundeverbot

Wenn es gilt, die für den See geltende Benutzungsordnung einschließlich des Hundeverbotes und des Hundeverbotes durchzusetzen ist der 56-Jährige kompromisslos. Zudem ist es nach seinen Worten untersagt, auf dem Gelände Wasserpfeife zu rauchen. Damit die Besucher die Regeln beachten, hilft ihm seine natürliche Autorität: „In diesem Jahr brauchte ich noch kein einziges Mal die Polizei hinzuziehen.“

Mit einem Grillrost ausgeholfen

Anderseits ist er gerne bereit, den Gästen zu helfen, wenn sich diese an die Spielregeln halten. „Am vergangenen Wochenende traf sich eine Gruppe junger Syrer zum Grillen. Sie hatten aber vergessen, ein Grillrost mitzubringen. Ich besorgte ihnen einen, wofür sie sich überschwänglich bedankten.“

Sanitärhaus an der Südseite vorgeschlagen

Manfred Berning macht sich gerne Gedanken, wie der Freizeitsee noch attraktiver gestaltet werden könnte: „Es wäre klasse, wenn beim Grillplatz an der Südseite des Sees ein Sanitärhaus gebaut werden könnte.“ Der stellvertretende Verwaltungschef Martin Osseforth hält ein derartiges Projekt ebenfalls für wünschenswert, sieht aber wegen der hohen Kosten – Versorgungsleitungen müssten von der Nordseite verlegt werden – in absehbarer Zeit keine Chance auf Verwirklichung. „Das Projekt ist Teil einer Ideensammlung“, erklärt Osseforth.

Wünschenswert wäre auch eine neue Platzgestaltung im Bereich des Kioskes

Wünschenswert wäre auch eine neue Platzgestaltung im Bereich des Kioskes. Derzeit könne aber auch dieses Vorhaben aus finanziellen Gründen nicht verwirklicht werden. Der stellvertretende Verwaltungschef appelliert an die Besucher, die Benutzungsordnung zu beachten und das Hundeverbot strikt einzuhalten. Im Übrigen lobt er Berning für dessen Einsatz, der weit über die im Arbeitsvertrag festgelegten Verpflichtungen hinausgehe.

Herzensangelegenheit

Der See ist Berning zur Herzensangelegenheit geworden. Der Bauhof der Gemeinde hat Anfang des Jahres am Südufer des Sees eine Skulptur in Form eines Herzens aufgestellt, das die Mitarbeiter zuvor in Eigenleistung bei Materialkosten von 300 Euro erstellt hatten. Im Herz sind bereits zahlreiche Liebesschlösser befestigt.