Weihbischof Wübbe predigt Rund 2000 Wallfahrer in Wietmarschen

Von Johannes Franke


Wietmarschen. Bei strahlendem Sonnenschein haben am Sonntag mehr als 2000 Pilger die Familienwallfahrt im Wietmarscher Stiftsbusch gemeinsam mit Weihbischof Johannes Wübbe gefeiert. Organisiert wurde der Gottesdienst von der Pfarreiengemeinschaft Obergrafschaft unter dem Motto „Suche Frieden“.

Unter den Klängen des Wietmarscher Musikvereins zogen dabei zahlreiche Fahnenträger mit der Muttergottes-Statue und dem Gefolge um Weihbischof Johannes Wübbe von der Wallfahrtskirche St. Johannes Apostel zum Stiftsbusch. Bei dem „sonnigen, gesegneten Sonntagswetter“ begrüßte der Weihbischof die zahlreichen Pilger im weiten Rund. In seiner Predigt verwies er darauf, dass „Frieden und Gerechtigkeit unzertrennliche Geschwister sind“.

„Nach Frieden und Gerechtigkeit sehnen wir uns alle“

Unter dem Motto „Suche Frieden“ waren die Gläubigen aus dem Emsland und der Grafschaft Bentheim zusammenkommen. Es ist gleichzeitig das Leitwort des 101. Deutschen Katholikentages, der in dieser Woche in Münster beginnt. „Dieser Wahlspruch fordert jeden Einzelnen heraus, denn nach Frieden und Gerechtigkeit sehnen wir uns alle“, betonte Wübbe. Dabei könnten wir tiefer erfassen, dass Frieden mit sich selbst, mit den anderen und Frieden mit Gott aufeinander verweisen und aufeinander angewiesen seien. Und solcher Frieden brauche Gerechtigkeit.

„Kleine Schritte gar nicht so schwierig“

Wenn in diesem „Friedensdreieck“ etwas aus dem Lot geraten sei, könne unser Leben als Einzelner und in der Gemeinschaft ins Wanken geraten. Eigentlich seien doch erst einmal kleine Schritte im Alltag gar nicht so schwierig, um Frieden und Gerechtigkeit in diesem Sinne zu verwirklichen.

„Wir können alle auf unsere Weise beginnen“

„Da können wir alle auf unsere Weise beginnen“, appellierte Wübbe und verwies in diesem Zusammenhang auch darauf, dass sich 2018 der Beginn des Dreißigjährigen Krieges zum 400., das Ende des Ersten Weltkrieges zum 100. Mal jährt: „Das ist ein weiterer Impuls dazu, im eigenen Alltag Frieden zu gestalten. Aber auch zugleich gemeinsam zu hoffen, dass auf der großen Weltbühne möglichst viele auf der Suche nach Frieden bleiben oder sich neu auf diese Suche begeben.“

Anregende Gespräche

Rund um die Wallfahrtskirche ließen sich die Menschen anschließend Bratwürstchen und Erbsensuppe schmecken, den Gottesdienst und die vom Chor „Whole Generation“ unter der Leitung von Dominik Lübbers gesungenen Lieder auf sich wirken und führten anregende Gespräche.

Viele kamen mit dem Fahrrad

Von der St.-Bonifatius-Gemeinde Lingen waren einige auch zu Fuß nach Wietmarschen gekommen, viele mit dem Fahrrad. „Der Leitgedanke und die Predigt gaben mir sehr zu denken“, sagte Reinhard Brinker, der nach der Abschlussandacht und gestärkt durch Kaffee und Kuchen mit seiner Frau die Rückreise antrat.


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