Vielfältige Probleme Lehrerstunden für junge Flüchtlinge fehlen in Wietmarschen

Meine Nachrichten

Um das Thema Lohne Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Herzlich begrüßte der Leiter des Arbeitskreises „Solidarität mit Flüchtlingen“, Johannes Telkmann, die Mitarbeiterin des Landkreises Grafschaft Bentheim, Mareike Tälkers. Diese koordiniert seit dem 1. Dezember 2017 Bildungsangebote für Neuankömmlinge. Foto: Ludger JungeblutHerzlich begrüßte der Leiter des Arbeitskreises „Solidarität mit Flüchtlingen“, Johannes Telkmann, die Mitarbeiterin des Landkreises Grafschaft Bentheim, Mareike Tälkers. Diese koordiniert seit dem 1. Dezember 2017 Bildungsangebote für Neuankömmlinge. Foto: Ludger Jungeblut

Wietmarschen. Junge Flüchtlinge in Wietmarschen, die nicht mehr schulpflichtig sind und mangels Schulabschluss geringere Chancen auf einen Ausbildungsplatz haben, befinden sich teils in einer dramatischen Lage. Darauf hat der Leiter des Arbeitskreises „Solidarität mit Flüchtlingen“ , Diakon Johannes Telkmann, bei einem Treffen des Arbeitskreises im Pfarrzentrum in Lohne verwiesen.

Die Pfarreiengemeinschaft Wietmarschen/Lohne hatte 2015 den Arbeitskreis ins Leben gerufen und leistet seitdem vielfältige Hilfen. „Wie können wir diesen jungen Erwachsenen eine Perspektive geben?“, fragte der Diakon. Nach Telkmanns Worten braucht ehrenamtliches Engagement als Basis zwingend die institutionelle Unterstützung und mehr öffentliche Gelder: „Integration gibt es nicht umsonst.“

Koordinatorin Mareike Tälkers stellt sich vor

In der Sitzung stellte sich Mareike Tälkers vom Landkreis Grafschaft Bentheim vor. Die 23-Jährige, die in Lohne wohnt, ist seit dem 1. Dezember 2017 beim Landkreis als Koordinatorin der Bildungsangebote für Neuankömmlinge tätig und fungiert als zentrale Ansprechpartnerin.

Bereits beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge tätig gewesen

Tälkers, die ein Studium der Politikwissenschaft absolvierte, war bereits beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge tätig. Finanziert wird ihre Stelle beim Landkreis zu 100 Prozent durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Durch eine regelmäßige Teilnahme an Arbeitskreisen vernetzt sich die 23-Jährige mit den verschiedenen Akteuren der Grafschaft Bentheim, wie zum Beispiel den verschiedenen Beratungsstellen und Asylkreisen.

Volkshochschule weiterer Kooperationspartner

Innerhalb der Kreisverwaltung selbst ist die Projektstelle von Mareike Tälkers als sogenannte Querschnittsaufgabe angelegt. Sie kooperiert mit dem Jobcenter, dem Integrationszentrum, den ehrenamtlichen Asylkreisen und der Koordinierungsstelle Migration und Teilhabe. Ein weiterer wichtiger Kooperationspartner ist die Volkshochschule, die unter anderem Sprach- und Integrationskurse anbietet.

Es fehlen Lehrerstunden

Inzwischen hat sie bereits zahlreiche Gespräche mit Schulleitungen geführt. Den Schulen bescheinigte sie in der Zusammenkunft in Lohne generell ein großes Engagement beim Unterricht und bei der Betreuung von Flüchtlingskindern.

In der Diskussion wurde deutlich, dass es an den allgemeinbilden Schulen an Lehrerstunden für die gezielte Förderung der jungen Flüchtlinge mangelt. Sehr bedauerlich sei es, wenn erwachsene Flüchtlinge Kontakte ihrer Kinder zu den einheimischen Jungen und Mädchen unterbinden würden.

In Einzelfällen Ausbildung auch ohne Schulabschluss

Svea Schroven vom Integrationszentrum der Grafschaft Bentheim betonte den Wert eines Schulabschlusses für junge Flüchtlinge. Allerdings seien Arbeitgeber in Einzelfällen auch bereit, Flüchtlinge ohne deutschen Schulabschluss eine Ausbildung beginnen zu lassen. Viele Flüchtlinge seien handwerklich sehr geschickt, hieß es in der Runde.

Sprachkurse von komplizierter Grammatik entrümpeln

Eine Mitwirkende im Arbeitskreis forderte dazu auf, die Sprachkurse von komplizierter Grammatik zu entrümpeln und Flüchtlingen bei Abschlussprüfungen mehr Zeit zum Erfassen der Aufgabenstellung einzuräumen.

Mehr aus Wietmarschen lesen Sie in unserem Ortsportal.


Von 135.662 Einwohnern im Landkreis Grafschaft Bentheim sind 21.127 Migranten (Stand Ende 2017). Die größte Gruppe stellen die Niederländer mit 10.016 Personen. Die Zahlen der anderen Nationalitäten: Polen 2417, Türkei 1248, Lettland 609, Portugal 566, Italien 268, Rumänien 584, Afghanistan 313, Irak 284, Libanon 136, Syrien 1031, Somalia 52, Brasilien 42 und USA 35.

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN