Präventionstage Lohner Schüler betrachten Thema Sucht durch die Rauschbrille

Von Katharina Grewe

Zum kritischen Umgang mit dem Thema Alkohol wurden die Schüler durch das Theaterstück „Saufen – All Night Long“ der Gruppe Bühnengold aus Berlin angeregt. Foto: Katharina GreweZum kritischen Umgang mit dem Thema Alkohol wurden die Schüler durch das Theaterstück „Saufen – All Night Long“ der Gruppe Bühnengold aus Berlin angeregt. Foto: Katharina Grewe

kgr Wietmarschen. In das neue Halbjahr sind die Schüler der Jahrgangsstufe 8 am Schulzentrum Lohne erstmals mit Suchtpräventionstagen gestartet.

Während die Polizei Nordhorn mit einer Anti-Cannabis-Kampagne vertreten war, stand sowohl im Projekt der Ökumenischen Fachambulanz Sucht im Landkreis Grafschaft Bentheim als auch im Theaterstück der Gruppe Bühnengold aus Berlin das Thema Alkohol im Mittelpunkt.

„Die Suchtpräventionstage finden nun zum ersten Mal statt und sollen in den nächsten Jahren für die achten Klassen fortgeführt werden“, erklärte Elisa Bramschulte, Sozialarbeiterin am Schulzentrum Lohne. Das Thema sei gerade in dieser Altersklasse wichtig, da ein erster Kontakt zu Suchtmitteln bei vielen bestehe, so Bramschulte weiter. „Man kann nicht früh genug mit der Prävention beginnen und oft findet im Elternhaus zu wenig Aufklärung statt“, stellte die Sozialarbeiterin heraus.

Aufklärung über Cannabis

Auch Anja Häcker, die als didaktische Leiterin neben Elisa Bramschulte mitverantwortlich für die Projekttage war, betonte die Notwendigkeit, die Jugendlichen auf das Thema aufmerksam zu machen. Häcker stellte heraus, dass es von Vorteil sei, wenn dies durch externe Referenten und nicht durch die Lehrer geschehe. „Leute von außen sind für die Schüler andere Ansprechpartner und somit sind sie offener für das Thema“, so die Lehrerin.

„Von häufigem Cannabis-Konsum gehen insbesondere für Kinder und Jugendliche erhebliche Gesundheitsrisiken aus“, erklärte Uwe van der Heiden vom Polizeikommissariat Nordhorn. Der für die Kriminalprävention in der Grafschaft Bentheim zuständige Polizeibeamte klärte die Schüler über gesundheitliche, soziale und auch mögliche rechtliche Folgen des Cannabiskonsums auf.

Das Landeskriminalamt Niedersachsen hat eine Kampagne zur Cannabisprävention mit dem Titel „Die Rauchmelder – Chris und Nik machen den Cannabis-Check“ gestartet, das durch jugendtypische Sprache und den Einsatz von Videoclips auf die junge Zielgruppe zugeschnitten ist.

Aufmerksame Schüler

„Die Schüler waren sehr ruhig und aufmerksam. Besonders die Rauschbrillen, mit denen die Sinneswahrnehmung unter Drogeneinfluss simuliert werden kann, waren sehr effektiv und wurden gut angenommen“, resümierte van der Heiden.

Was genau eine Suchterkrankung ausmacht, thematisierte Suchtberater Holger Terhorst von der Ökumenischen Fachambulanz Sucht im Landkreis Grafschaft Bentheim. Während der Schwerpunkt seines Workshops auf dem Thema Alkohol lag, sprach Terhorst mit den Schülern jedoch ebenso über den Konsum von Energy-Drinks, Zigaretten, Essen und Medien. Terhorst veranschaulichte dies anhand von Beispielen aus der eigenen Beratungspraxis und mahnte einen vernünftigen und maßvollen Konsum an.

Umgang mit Alkohol

Zum kritischen Umgang mit dem Thema Alkohol wurden die Schüler durch das Theaterstück „Saufen – All Night Long“ der Gruppe Bühnengold aus Berlin angeregt. Anhand der Geschichte zweier Freundinnen, die gemeinsam feiern gehen, wurde hier der missbräuchliche Alkoholkonsum von Jugendlichen thematisiert. Es gelang dem Berliner Ensemble, die Schüler und Lehrer in das Stück einzubinden und sowohl für Unterhaltung zu sorgen als auch dem Bildungsanspruch gerecht zu werden.

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