Selbst mitgelöscht Feuerwehrmitglied gesteht Brandstiftungen in Wietmarschen-Lohne



Wietmarschen. Eine Serie von Brandstiftungen in Wietmarschen-Lohne ist offenbar aufgeklärt. Laut Staatsanwaltschaft Osnabrück hat ein junger Mann, der Mitglied der Feuerwehr war, drei Brandstiftungen gestanden.

Nach umfangreichen Ermittlungen der Polizei Nordhorn und der Staatsanwaltschaft Osnabrück konnte mit Unterstützung der Feuerwehr Lohne eine Brandserie im Bereich Wietmarschen-Lohne, bei der es zwischen Juli 2017 und Januar 2018 zu insgesamt sieben Brandstiftungen gekommen war, teilweise aufgeklärt werden.

Landwirtschaftliche Betriebe betroffen

Ein junger Mann aus der Gemeinde Wietmarschen ist nach den polizeilichen Ermittlungen dringend verdächtig, in drei Fällen Brände auf landwirtschaftlich genutzten Anlagen (Strohlager, Scheune) gelegt zu haben. Einen weiteren Brand Anfang Januar 2018 soll dann ein Bekannter des Beschuldigten auf seine Veranlassung gelegt haben, damit der Beschuldigte, der sich zunehmendem Ermittlungsdruck durch die Polizei ausgesetzt sah, ein Alibi hat. Auch gegen den Bekannten wird ermittelt.

Gesamtschaden von rund 280.000 Euro

Durch diese vier Brandstiftungen entstand nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein Sachschaden von insgesamt ca. 280.000 Euro. Menschen und Tiere kamen nicht zu Schaden. Konkrete Hinweise darauf, dass der Beschuldigte auch für die übrigen Brandstiftungen verantwortlich ist, liegen laut Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft nicht vor.

Dem Haftrichter vorgeführt

Der junge Mann, der bei einigen Bränden selbst bei den Löscharbeiten dabei war und inzwischen nicht mehr der Feuerwehr angehört, wurde am Dienstag auf Antrag der Staatsanwaltschaft dem zuständigen Haftrichter des Amtsgerichts Nordhorn vorgeführt. Dabei räumte der Beschuldigte die vier Taten ein. Der Richter erließ daraufhin einen Haftbefehl wegen des dringenden Verdachts der Brandstiftung in drei Fällen sowie der Anstiftung zur Brandstiftung in einem Fall.

Psychologische Behandlung

Die Vollstreckung des Haftbefehls gegen den Heranwachsenden wurde mit der Auflage außer Vollzug gesetzt, dass er eine bereits beabsichtigte psychologische Behandlung umgehend aufnimmt und dies dem Gericht nachweist.

Brandstiftungen hielten Feuerwehren in Atem

Die Serie von Brandstiftungen in Lohne hatte die Feuerwehren der Gemeinde Wietmarschen bis in jüngste Zeit immer wieder in Atem gehalten. Am 31. Juli wurde kurz vor Mitternacht eine 20 mal 30 Meter große Lagerhalle an einem Bauernhof an der Lohner Straße ein Raub der Flammen. Schadenshöhe laut Polizei: annähernd 100.000 Euro.

Auch Remise ein Raub der Flammen

Nur einige Tage später, am 6. August, ging am späten Abend eine Remise an der Hollandstraße, in der Stroh gelagert war, in Flammen auf. Der Schaden belief sich laut Polizei auf circa 40.000 Euro. Am 11. Dezember schlug der Brandstifter erneut zu. Dieses Mal stand eine 25 mal 10 Meter große, allein stehende Scheune im Krähenweg in hellen Flammen. In der Scheune lagerten Strohballen sowie Gerätschaften für die Feldarbeit. Nach Angaben der Polizei entstand ein Schaden von rund 80.000 Euro.

95 Strohballen in hellen Flammen

Am 4. Januar musste die Feuerwehr abends erneut zur Hollandstraße ausrücken. Durch Brandstiftung waren hier 95 Strohballen in Brand geraten. Die Feuerwehr ließ die Strohballen kontrolliert abbrennen. Ortsbrandmeister Nico Fehrmann verwies darauf, dass die Feuerwehr eng mit der Polizei zusammengearbeitet habe, um den Ermittlungserfolg zu erreichen.


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