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Zwei Jahre Haft auf Bewährung Mit Sohn und Marihuana per Rad durch Lingen

Von Anne Bremenkamp | 09.06.2016, 16:53 Uhr

Auf dem Kindersitz hinten der zweijährige Sohn, im Fahrradkorb vorn 200 Gramm Marihuana im Wert von mindestens 1000 Euro: Das Amtsgericht Lingen hat einen 26-Jährigen wegen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge sowie gewerbsmäßigen Drogenhandels zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.

Dem Mann wurde vorgeworfen, im Spätsommer 2014 in Lingen zunächst mindestens 100 Gramm Marihuana für 600 Euro gekauft zu haben, um es dann für zehn Euro pro Gramm gewinnbringend an seine Abnehmer weiterzuverkaufen.

Etwa eine Woche später habe der Angeklagte schließlich knapp 200 Gramm der Weichdroge für mindestens 1000 Euro erworben, um diese wiederum portionsweise zu Geld zu machen. Während einer Polizeikontrolle wurde das Rauschgift jedoch im Fahrradkorb des 26-jährigen entdeckt; auf dem Kindersitz hinten saß sein zweijähriger Sohn.

Gebrauchte und unbenutzt Klemmtütchen

In einer anschließenden Wohnungsdurchsuchung entdeckten die Beamten eine Kleinstmenge Marihuana und eine Vielzahl gebrauchter und unbenutzter Klemmtütchen. Der Angeklagte, der zuvor noch nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten war, schwieg zunächst zu den Vorwürfen. Zur Klärung des Sachverhalts waren elf Zeugen geladen, die teils polizeilich vorgeführt werden mussten.

Während der dreijährigen Bewährungszeit muss der Angeklagte monatlich 50 Euro an die Staatskasse zahlen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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