Ein Artikel der Redaktion

Zehntes Kunst- und Kulturforum In Freren vielfältiger Kunst auf der Spur

28.06.2015, 13:23 Uhr

Auch in diesem Jahr präsentiert die Stadt Freren wieder zehn namhafte Künstler aus der Region, die ihre Werke bis zum 7. September an fünf verschiedenen Orten ausstellen.

Die Erkundungstour beginnt im Altenpflegeheim St. Franziskus. Dort warten zwei der ausstellenden Künstler: Li bet Cusco und Herbert Warren . Zunächst führt Warren durch seine im Erdgeschoss hängenden Werke. Gleich am Anfang stößt man auf Bilder technischer Besonderheit: mit Kaffee gemalt. „Durch das Mischverhältnis mit Wasser bestimmt man die braune Farbintensität“, erklärt der Lingener Künstler. Inspiriert durch selbst geschossene Naturfotos malt er Motive aus Lingen, Hüven oder von Nord- oder Ostsee. Besonders stolz ist er auf seine eigens für das Kunst- und Kulturforum neu angefertigten Aquarelle.

Weiter geht es im ersten Stockwerk mit Acryl- und Ölmalereien von Libet Cusco. Die Künstlerin, welche treue Ausstellerin beim Forum ist, freut sich über die Beständigkeit, welche ihr das Landleben bietet: „Ich bin schon so viel gereist, habe in vielen Großstädten ausgestellt, aber Freren ermöglicht es mir, mich zu konzentrieren.“ Ihre Inspiration rührt aus spontanen Ideen des Moments sowie aus Begegnungen mit interessanten Menschen.

Der Betrachter findet verschiedene Schaffensperioden vor: Mal träumerische Werke, die mit ihren Braun- und Ockertönen einer ganz eigentümlichen Welt zu entstammen scheinen, bis hin zu mehr experimentellen Bildern, in denen Materialien wie Holz, Zapfen, Muscheln, oder gar Libellen und ein Zahnersatz (siehe „Der Schwan“) ästhetisch inte-griert sind.

Die Tour geht weiter zum Rathaus, in dem gleich fünf Künstler ausstellen. Die Malereien von Claudia Arns aus Emsbüren erscheinen dem Betrachter an ihr Umfeld, an die Natur angelehnt, sie bestechen durch die künstlerische Fokussierung und Eindeutigkeit.

Auch der Speller Künstler Klaus Herzog inspiriert sich offensichtlich in der Natur. Der zum ersten Mal am Forum teilnehmende Künstler lässt sich an eher großmotivigen, in Naturtönen gehaltenen Werken erkennen.

Mit der erstmaligen Teilnahme hat er etwas mit der Künstlerin Gisela Möllerfrerk gemein. Sie bedient sich der Internationalität, Sehenswürdigkeiten aus aller Welt kommen dem Betrachter als Materialcollage entgegen, Afrika scheint in anderen Bildern ganz nah. Im Treppenhaus stolpert man geradezu über die Zeichnungen von Manfred Flucht .

Die minutiös ausgearbeiteten Detailzeichnungen gesellschaftlich bedeutender Gebäude aus Freren und Umgebung passen hervorragend in das Rathaus. Albert Jackisch’ raffinierte Miniaturschnitzereien in der Vitrine des Rathauses bereichern das künstlerische Angebot um eine Kunstform.

Der Umgebung angepasst

Nächster Halt wird beim Café Backparadies Köbbe gemacht. Hier befinden sich die Malereinen von Brigitte van Werde. Tulpen und Lilien aus Öl auf Leinwand wirken heimisch-feminin auf die Atmosphäre des Cafés und laden zum Verweilen ein.

Ortswechsel und damit einhergehend Perspektivenwechsel: In der großen, hellen Ems-Mädel-Halle der alten Molkerei kommen die modernen Werke von Rainer Englisch hervorragend zur Geltung. Der Künstler mit eigenem Atelier in Haselünne besticht mit Klarheit der Linien und grellen Farben.

Der Weg führt weiter zum Reiterhof Könning, der Werke von Mechthild Oortman und wiederum von Libet Cusco beherbergt. Hier geben sich die Malereien in gelbem Licht geheimnisvoller. Die Idylle der Umgebung wirkt sich auf das Betrachtungsempfinden aus.