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Wege aus der Verzweiflung gezeigt Kreuzbund Lingen feierte 100-jähriges Bestehen

Von Antonius Hartz | 17.09.2011, 03:45 Uhr

100 Jahre Kreuzbund in Lingen war Anlass genug für die Lingener Gruppen, das Fest gebührend zu feiern. In Lingen gibt es die Gruppen Lingen-Stadtmitte, Laxten, Schepsdorf, Bramsche und Brögbern. Sie luden alle Kreuzbundgruppen im Emsland, in der Grafschaft und im Osnabrücker Raum dazu ein, gemeinsam zu feiern. Und das taten sie denn auch. Der Kreuzbund ist eine Selbsthilfe- und Helfergemeinschaft für Alkoholiker und andere Suchtkranke.

Die Feierlichkeiten begannen mit einem festlichen Dankamt in der Kirche Maria Königin mit Kreuzbundfahnen und -bannern, zelebriert von Pfarrer Heinrich Mühlhäuser, geistlicher Beirat auf Diözesanebene, in Konzelebration mit Pastor Georg Klesse. Die musikalische Gestaltung oblag dem Organisten Bernd Wilken an der Orgel.

In der Ansprache erläuterte der Prediger den Sinn des Kreuzbundes, der 1896 in Aachen gegründet wurde und heute in Deutschland aus 1500 Selbsthilfegruppen besteht, in denen sich wöchentlich rund 29000 Menschen treffen. Dabei betonte der Präses, dass Alkoholismus eine Krankheit sei, die nicht heilbar, aber mithilfe des Kreuzbundes zu einer zufriedenen Abstinenz führen könne. Das bestätigte Frau Beate in beeindruckend offener Weise, da sie sich als ehemalige Alkoholikerin dem Kreuzbund anschloss und nunmehr in der Kirche ihre Erlebnisse kundtat. „Der Alkohol bestimmte mein Leben“. Die Gruppenarbeit ermögliche es aber den Teilnehmern, ihre Sorgen und Nöte zu besprechen, Entlastung und Unterstützung zu erfahren und eine positive Lebenseinstellung zu gewinnen. „Darüber hinaus erleben wir Gruppenmitglieder durch eine alkohol- und drogenfreie Freizeitgestaltung Spaß und Freude an der Gemeinschaft“, erklärte die inzwischen vom Alkohol nicht mehr abhängige Frau.

Viele Ehrengäste

Nach dem Dankamt fanden sich Gäste und die Kreuzbündler in großer Zahl im Restaurant Klaas, Laxten, ein. Dort begrüßte Werner Boss als Teamsprecher der städtischen Gruppen die Gäste. Monika Tebbel zählte für den Stadtverband die Ehrengäste auf und begrüßte den Lingener Oberbürgermeister Dieter Krone nebst Ehefrau, die Erste Bürgermeisterin Ulla Haar sowie als Vertreterin des Landkreises Emsland die Sozialdezernentin Henni Krabbe. Auch den Laxtener Ortsbürgermeister Gerd Hoffschroer, Werner Henseleit als Vertreter der Niedersachsen AOK, Mariette Köhler und Ulrike Albers von der Caritas hieß sie willkommen. Der Diözesanvorstand wurde vom Vorsitzenden Rüdiger Blomeyer sowie Wolfgang Heermann, Bruni Stadler vertreten. Geistlicher Beirat Heiner Mühlhäuser und Ursula Eickmeyer als Vorsitzende des Kreisverbandes Osnabrück rundeten die Liste der Ehrengäste ab.

Alle Ehrengäste gratulierten offiziell dem Lingener Stadtverband zum 100-jährigen Stiftungsfest und waren voll des Lobes und des Dankes an die Kreuzbundgruppen, insbesondere an die Verantwortlichen. Dies bedeute 100 Jahre Dienst am Nächsten in Lingen. Den Betroffenen seien Wege aus der Verzweiflung aufgezeigt worden.

Krone würdigte den Kreuzbund als „sozialsten Verein in Lingen. Ich war beeindruckt von der Gruppenstunde, die ich besucht habe.“ Ähnlich äußerten sich weitere Gäste wie Henni Krabbe. Sie dankte für den „unschätzbaren Dienst an unserer Gesellschaft“. Namens der katholischen Kirche fand Pastor Franz Thaler liebevolle Worte für den katholisch sozialen Verein und insbesondere für Monika Tebbels großartigen Einsatz.

Dem ältesten Mitglied und Ehrenmitglied des Kreuzbundes, Hermann Rütermann, wurde die Ehre zuteil, über die Geschichte des Kreuzbundes in Lingen zu berichten und aus dem Protokollbuch von 1912 bis 1915 vorzutragen..

Auch der Spaß kam noch vor dem Abendimbiss mit dem „Gesangsduo aus Venhaus“ nicht zu kurz. Mit komödiantischem Liedgut erfreuten sie die Kreuzbündler und strapazierten deren Lachmuskeln.