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Vorsicht bei Krachern Wie gehen die Lingener in das neue Jahr?

Von Jessica Lehbrink, Jessica Lehbrink | 30.12.2016, 09:40 Uhr

Während die einen sich schon mit Silvesterkrachern eindecken, gehen andere mit einem unwohlen Gefühl in das Jahr 2017. Wir haben uns einmal umgehört, wie in Lingen in das neue Jahr gestartet wird.

Bunte Lichter, staunende Gesichter: Zu einem traditionellen Silvesterabend gehört zumeist ein kleines oder auch ein größeres Feuerwerk. Mit dem Zünden von Feuerwerk sollen – so ist es überliefert – die bösen Geister des Vorjahres vertrieben werden. Der Verkauf der Kracher ist am Donnerstag gestartet und in einigen Geschäften standen bereits viele Käufer Schlange, darunter zahlreiche Familien mit ihren Kindern. Doch wie in jedem Jahr ist bei der Handhabe der Feuerwerkskörper Vorsicht geboten.

Nichts für Kinder

Brände, leichte und schwere Verletzungen sind zu jedem Jahresumschwung das Ergebnis von unsachgemäßem Umgang mit den Knallern. So teilt es die Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim mit. „Feuerwerkskörper gehören nicht in die Hände von Kindern und Jugendlichen und dürfen nur im Freien abgebrannt werden“, hebt ein Sprecher der Polizei hervor.

Nicht jeder befürwortet lautes Krachen

Von klassischen Raketen über Fontänen, die über mehrere Minuten brennen bis hin zu lauten China-Böllern, die nach wie vor sehr beliebt bei Jugendlichen sind: Die Auswahl ist groß. Doch das traditionelle Knallen hat neben schönen Lichteffekten seine Schattenseiten. Das findet auch die Lingenerin Vanessa Jaske: „Ich finde, dass dieses ganze Silvester-Geknalle völlig überholt ist. Ich bin mit einer Wunderkerze völlig zufrieden.“ Dreck, die oft unangemessene Lautstärke und das Verschrecken von Tieren sind Gründe für die 26-Jährige, auf Silvesterkracher zu verzichten. „Es gibt genug Aktionen wie ‚Spenden anstatt Böller‘. Das finde ich wesentlich sinnvoller“, so Jaske.

Trotz Gefahren weitermachen

Doch wie sieht es überhaupt mit dem Jahresumschwung aus? 2016 war ein Jahr, in dem sich Vieles verändert hat: Der Amoklauf im Münchener Olympia-Einkaufszentrum im Juli oder auch der erst kürzliche Anschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt sind zwei Beispiele. Fühlen sich nun auch die Lingener nicht mehr sicher und gehen mit einem Unwohlsein in das neue Jahr? „Ich habe ehrlich gesagt damit gerechnet, dass auch in Deutschland irgendwann etwas passiert. Wir haben so viele medienwirksame Veranstaltungen, zum Beispiel Festivals oder Messen. Aber das hält mich nicht davon ab, weiterhin auf solche Veranstaltungen zu gehen“, erläutert die Lingenerin Susanne Hoffmann. Den allgemeinen Ratschlag von zahlreichen Politikern, sich nicht von einer möglichen Terrorgefahr einschüchtern zu lassen, befolgt auch Elena Haik. „Man hat vielleicht immer etwas Angst, dass etwas passieren könnte, aber letztendlich sollte man so weitermachen wie bisher und sein Leben weiterleben“, findet sie.

Mehr Polizeipräsenz

Um den Bürgern in der Region trotz allem ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln, soll nun die Präsenz von Polizeibeamten auf öffentlichen Plätzen und Veranstaltungen zu Silvester erhöht werden – sowohl mit uniformierten als auch mit zivilen Beamten. Die Silvesternacht zählt somit zu den einsatzstärksten Nächten im Jahr. Dies gab die Polizeidirektion Osnabrück am Mittwoch bekannt. „Feiern Sie friedlich, besonnen und ausgelassen in das neue Jahr hinein“, so die Aussage des Polizeipräsidenten Bernhard Witthaut.

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