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Vor Abgabe Daten löschen Nabu Emsland sammelt alte Smartphones für den Umweltschutz

Von Christiane Adam | 03.02.2017, 10:57 Uhr

Smartphones und Handys sind inzwischen zu Alltagsgegenständen geworden, die immer schneller gegen neue Geräte ausgetauscht werden. Was aber tun mit dem alten Gerät? Es einfach im Abfall zu entsorgen, ist keine gute Idee.

„Ausgediente Handys in den Hausmüll zu werfen, schadet der Umwelt und ist auch gesetzlich verboten. Zu viele seltene Rohstoffe gehen für eine Wiederverwertung verloren und unnötig viele Ressourcen werden weiter abgebaut“, ist der Homepage des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) zu entnehmen. Der Nabu Emsland/Grafschaft Bentheim hat in seinem Domizil in der Haselünner Straße 15 in Meppen daher einen Sammelbehälter aufgestellt, in dem alte Mobiltelefone, iPhones, Blackberrys undsoweiter abgegeben werden können. „Wir senden die Handys zum Nabu-Kooperationspartner Telefónica Deutschland Group“, erklärt Jutta Over von der Regionalgeschäftsstelle des Nabu Emsland/Grafschaft Bentheim. Der Nabu erhalte für jedes abgegebene Gerät 1,60 Euro.

Geld für die Renaturierung der Havel

Dieses Geld fließe in die Renaturierung der Havel, und die Emsländer seien fleißig dabei. „Zu Weihnachten haben uns die Schüler der Geschwister-Scholl-Schule in Geeste einen ganzen Karton geschickt. Auch eine Versicherung aus Lingen schickte ein großes Paket mit defekten Handys. Und immer wieder kommen Leute ins Nabu-Büro und bringen mehrere Handys, die sie im Bekanntenkreis gesammelt haben. Die Aktion wird toll angenommen“, freut sich Over. Nähere Infos zu diesem Projekt gibt es auf www.nabu-emsland.de .

Sicherheitsvorkehrungen treffen

Eine andere Möglichkeit der sinnvollen Weiterverwertung ist das Verschenken oder Verkaufen des Mobiltelefons. Dabei sollte man jedoch einige Sicherheitsvorkehrungen treffen. „Vor einem Verkauf oder sonstiger Weitergabe sollten die Geräte immer auf ihre Werkseinstellungen zurückgesetzt werden. Im Normalfall sind die gespeicherten Daten damit unwiderruflich gelöscht“, so Dennis Dickebohm, Pressesprecher der Polizeiinspektion Emsland/ Grafschaft Bentheim.

Persönliche und hochsensible Daten gespeichert

Als Besitzer eines Smartphones müsse man sich der Tatsache bewusst sein, dass auf den Geräten zahlreiche, oft persönliche und hochsensible Daten gespeichert seien, so die Experten der Polizei. „Sollte das Smartphone über eine SD-Speicherkarte verfügen, wird ausdrücklich empfohlen, diese nicht gemeinsam mit dem Gerät weiterzugeben oder zu verkaufen. Sollten Sie die Karte dennoch mit abgeben wollen, wird nachdrücklich dazu geraten, sie über einen PC „langsam“ zu formatieren. Ein Löschen über das Smartphone oder ein „schnelles“ Formatieren auf dem PC reichen nicht aus“, betont Dickebohm.

Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht

Daniel Eikelmann aus Lingen-Biene ist Betreiber des Blogs www.androidkosmos.de . Er befasst sich permanent mit allen Themen rund um das Smartphone. „Das vollständige Löschen von Daten ist immer problematisch, egal um welches Gerät es geht. Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es hier nicht“, warnt er. Allerdings meint er auch, dass ein Werksreset für den Normalbürger ausreiche. „Aber es könnte schon jemand zumindest einen Teil der Daten zurückholen, wenn er die richtigen Werkzeuge dazu hat. Das betrifft meistens keine Passwortdaten oder das Googlemail-Konto, denn diese werden beim Neueinrichten wieder neu abgefragt. Aber Dateien und Fotos sind durchaus wiederherstellbar“, führt er aus. Ein sauberes Löschen solcher Daten sei nur durch das vollständige Überschreiben der Altdaten möglich. Für Android-Geräte gebe es entsprechende Apps.

Fazit: Ausgediente Mobiltelefone und ähnliche Geräte gehören nicht in den Abfall. Die sinnvolle Weiterverwertung durch Recycling oder Weiterbenutzung durch andere Personen aber erfordert einen sorgsamen Umgang mit den persönlichen Daten.