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Vom Schlachtfeld auf den Pausenhof 450 Schüler üben sich in Lingen als Sanitäter

14.07.2015, 19:15 Uhr

In den Lingener Emslandhallen ist es turbulent hergegangen, als es jetzt hieß: „Mit Herz und Verband“. 450 Schüler aus Niedersachsen, Bremen und Nordrhein-Westfalen haben am fünften Leistungswettbewerb des Deutsches Roten Kreuzes (DRK) für Schulsanitäter ihr Können in der Ersten Hilfe unter Beweis gestellt.

„Zeitreise des DRK“ lautete das Thema des Leistungswettbewerbes. Eine aufgeregte Stimmung machte sich breit, als die Veranstaltung mit der nachgestellten Schlacht von Solferino von 1859 eröffnet wurde. Hunderte Schüler verkleideten sich als verletzte Soldaten, während Helfer Krankenschwestern und Henry Dunant, den Gründer des DRK, darstellend durch das „Schlachtfeld“ schritten. In diesem Jahr sollten die Anfänge des DRK gezeigt werden – eine Zeitreise von der Vergangenheit ins Heute.

„Die Schlacht von Solferino war ausschlaggebend für die Gründung des Roten Kreuzes“, berichtete Norbert Boyer, Ausbildungs- und Fachbereichsleiter des DRK Emsland und Celle. Bei dem Wettbewerb ginge es je zur Hälfte um Erste-Hilfe-Leistung, aber auch um Spiel und Spaß bei den Teilnehmern. „Wir sind auch dieses Jahr sehr zufrieden mit der Resonanz, wenn man bedenkt, dass NRW bereits Schulferien hat“, sagte Boyer.

„Mit Herz und Verband“ soll das soziale Engagement der Schulsanitäter, die im täglichen Einsatz ihren Mitschülern helfen, fördern. „Ich interessiere mich sehr für den Beruf. Es ist außerdem gut zu wissen, wie man in Notsituation reagieren muss, da ich auch an einem Zeltlager teilnehme“, sagte die 17-jährige Schulsanitäterin Wiebke Zuchgan von der Gödike-Oberschule Haselünne.

Im Wettbewerb ging es mit Herz-Lungen-Massagen, Druckverbänden und vielem mehr für die Nachwuchssanitäter zur Sache. An mehreren Stationen mussten nachgestellte Erste-Hilfe-Situationen wie Amputationsverletzungen, Freizeitunfälle oder Notfälle wegen Ertrinkens in möglichst kurzer Zeit bewältigt werden. Das Signal zum Start war hierbei die Sirene eines Krankenwagens.

Unterstützung

Dabei standen den jungen Teilnehmern Helfer der Polizei, Feuerwehr sowie ehemalige Schulsanitäter wie beispielsweise Constantin Teismann mit Rat und Tat zur Seite. „An unserer Schule gibt es einen extra Schulhof für die jüngeren Schüler, die manchmal sehr wild spielen und sich verletzen. Es ist ein schönes Gefühl, wenn ich den Jüngeren helfen kann und ihre Schmerzen wie weggeblasen sind“, sagte der 16-Jährige von der Oberschule Lengerich.

In der Altersklasse bis 13 Jahren konnten die Teams des Gymnasiums an der Vechte Nordhorn, des Immanuel-Kant-Gymnasiums in Lachendorf und das Niedersächsische Internatsgymnasium in Esens die ersten drei Plätze verbuchen. Freuen konnten sich auch das Gymnasium Meckelfeld, die Oberschule Lengerich und das KVA Gymnasium Celle, die sich in der Alterklasse ab 14 auf die ersten drei Plätze kämpften.

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