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Überlegungen in Reuschberge Dient ehemalige Kirche als Kitaerweiterung in Lingen?

Von Thomas Pertz | 18.05.2016, 20:00 Uhr

Im Zusammenhang mit der notwendigen Erweiterung der Kindertagesstätte St. Michael in Reuschberge gibt es Überlegungen, die jetzt vom Kulturforum St. Michael genutzte ehemalige Kirche der Kita zur Verfügung zu stellen. Dies geht aus einem Schreiben des Kulturforums an seine Mitglieder hervor.

Dem Schreiben des Vorsitzenden Christian Gnaß und seiner Stellvertreterin Gaby Stegmann zufolge sollte deshalb an diesem Donnerstag eine Sondersitzung des Kulturforums stattfinden. Diese wurde aber auf Montag, 30. Mai verschoben. Gnaß, geschäftsführender Gesellschafter der Emco-Group, hatte nach dem Tod des Hauptmäzens und Vorsitzenden Harald Müller dessen Nachfolge an der Spitze des Kulturforums übernommen.

Sondersitzung des Vereins

Der Inhalt des Schreibens ist unserer Redaktion bekannt. Darin heißt es sinngemäß, dass das Forum kürzlich in Kenntnis gesetzt worden sei, dass das Gebäude des Kulturforum St. Michael ab Januar 2017 möglicherweise nicht mehr als Veranstaltungsort genutzt werden könne. Es bestünden Pläne, die ehemalige Kirche dem katholischen Kindergarten zur Verfügung zu stellen. Da diese Bestrebungen den Verein und Veranstaltungsort unmittelbar betreffen würden und schon zu Jahresbeginn 2017 greifen könnten, solle über den Stand der Überlegungen in einer Sondersitzung des Kulturforums St. Michael gesprochen werden. Der Verein hatte 2003 die ehemalige Kirche in Reuschberge vor dem Abriss bewahrt und das Gotteshaus in einen Theater- und Konzertsaal mit bis zu 400 Plätzen verwandelt. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz.

Überlegungen noch am Anfang

Auf Anfrage unserer Redaktion hieß es bei der Stadtverwaltung, dass die Überlegungen zu diesem Thema erst ganz am Anfang stünden. Näheres solle in der nächsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 1. Juni vorgestellt werden. Die Planungen für die dringend notwendige Erweiterung der Kindertagesstätte am Langschmidtsweg laufen den Angaben zufolge auf Hochtouren. Benötigt werden dringend zwei weitere Gruppenräume - und zwar schon zum Sommer. Da bis dahin natürlich keine Baumaßnahme beendet sein kann, sollen als Übergangslösung zwei freie Klassenräume in der Paul Gerhardt-Grundschule am Konrad Adenauer-Ring für diesen Zweck umgestaltet werden.

Machbarkeitsstudie

Wie die Erweiterung der Kita am Langschmidtsweg konkret bewerkstelligt werden soll, ist noch offen. Aus dem Rathaus ist zu hören, dass eine Aufstockung des Gebäudes ebenfalls möglich sei. Ziel sei es aber, ebenerdig zu bauen. Sollte das Kulturforum grünes Licht geben für eine Umnutzung des ehemaligen Kirchengebäudes für die Kita, werde die Stadt den Verein intensiv unterstützen bei der Suche anderer Veranstaltungsräume, hieß es weiter. Auskunft darüber, ob eine Nutzung der ehemaligen Kirche für die Zwecke der Kindertagesstätte möglich sei, solle dann eine Machbarkeitsstudie geben.

Pachtvertrag bis 2023

Der Pachtvertrag, den das Bistum als Eigentümer mit dem Kulturforum geschlossen hat, läuft noch bis zum Jahr 2023. Der Verein steht seit Längerem vor dem Problem de Finanzierung eigener Sanitäranlagen, die im Gebäude fehlen. Zurzeit werden bei Veranstaltungen die Toiletten im benachbarten Gemeindehaus benutzt.

Dass es Bestrebungen gibt, den Kindergarten auszubauen, ist auch beim Kulturforum seit Längerem bekannt. Neu ist jetzt allerdings, dass auch das ehemalige Kirchengebäude möglicherweise mit in die Planungen einbezogen werden soll. „Herr Krone ist an uns herangetreten und hat uns über diese Überlegungen unterrichtet“, berichtete die stellvertretende Vorsitzende des Kulturforums, Gaby Stegmann, von einem Gespräch mit dem Oberbürgermeister. Das seien allerdings bislang noch keine konkreten Pläne. Es bleibe abzuwarten, was schließlich daraus werde, so Stegmann auf Anfrage der Redaktion weiter.

Sie könne sich zurzeit nicht vorstellen, dass aus einer ehemaligen Kirche ein Kindergarten werden könne und verweist auf den schlechten energetischen Zustand des Gebäudes, der „eine Katastrohe“ sei. „Außerdem steht es unter Denkmalschutz.“ Da seien bauliche Veränderungen wie beispielsweise neue Fenster nicht möglich. Allerdings räumt sie ein: „Wenn die Kirche einem sozialen Zweck, wie einem Kindergarten, zugeführt werden soll, stehen wir dem nicht entgegen.“ Neue Räumlichkeiten für das Kulturforum sind für sie nicht interessant. Sie identifiziert das Kulturforum mit dem Gebäude der ehemaligen Kirche. Hier könne sie aber nur für sich und nicht für die Mitglieder sprechen, da die Versammlung erst am 30. Mai stattfinden solle.

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