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U14 des Schachvereins Lingen nutzt Heimvorteil und holt souverän den Deutschen Meistertitel Timo hat Gnade mit dem KSB-Präsidenten

Von Mirko Nordmann | 02.01.2012, 14:06 Uhr

Der Erwartungsdruck im Vorfeld war groß, doch Thorben Koop, Jannik Bach, Nils Vonhoff und Timo Oehne behielten die Nerven. Das Quartett des Schachvereins Lingen wurde seiner Favoritenrolle gerecht und sicherte sich bei der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft der U14 in Lingen den Titel.

„Man hat schon ein bisschen Angst bekommen“, gab Timo Oehne zu. Schließlich waren die Lingener an Nummer 1 gesetzt und standen als Gastgeber der Titelkämpfe freilich noch mehr im Fokus. „Das Problem war, dass die anderen Mannschaften besonders motiviert waren, gegen den Favoriten zu gewinnen“, ergänzt Thorben Koop. Da kam es der Lingener Mannschaft, die von Großmeister Lev Gutman trainiert wird, sehr gelegen, dass mit dem Hamburger SK ein hoch gehandelter Mitfavorit in der zweiten Runde nicht über ein Remis hinauskam. „Das war schon gut für uns, dass die Hamburger remis gespielt haben“, erklärt Thorben Koop.

So kehrte bei den Lingenern etwas Ruhe ein. Souverän eilten sie siegreich von Runde zu Runde. Einem klaren 4:0-Erfolg zum Auftakt gegen SV Backnang ließen sie Siege über die SK 1908 Göttingen (4:0), die später Drittplatzierte LG Leipzig (3:1), SK Königsspringer Iserlohn (3,5:0,5), Vizemeister BSG Grün-Weiß Leipzig (3:1) und Hamburger SK (3:1) folgen. Nach der sechsten von sieben Runden standen die Lingener als Deutscher Meister fest. „Als Norddeutscher Meister waren die Erwartungen schon sehr groß“, betonte Christian Möller, 1. Vorsitzender des SV Lingen. Im Vorfeld habe man sich einen Platz auf dem Treppchen ausgerechnet. „Dass die Jungs dann so souverän aufspielen, damit hatte natürlich niemand gerechnet. Die Jungs waren voll fit und haben sich voll reingehängt.“

In der bedeutungslos gewordenen Abschlussrunde fehlte gegen die SG Porz die letzte Konzentration, und das Team leistete sich ein 2:2-Remis. Michael Koop, Präsident des Kreissportbundes Emsland und Vater von Thorben, war darüber vermutlich nicht sehr traurig. Er hatte leichtfertig angekündigt, sich die Haare rot zu färben, wenn kein Lingener eine Partie verlieren würde. Timo Oehne hatte wohl ein Einsehen mit dem KSB-Chef. „Ich habe einfach schlecht gespielt“, gab der Nordhorner zu.

Der kleine Makel in der Gesamtbilanz schmälerte die Freude beim SV Lingen über einen rundum gelungenen Jahresausklang nicht. Schließlich ernteten die Gastgeber viel Lob von den anderen Teams für einen reibungslosen Turnierverlauf in der Jugendherberge Lingen.