Ein Artikel der Redaktion

Transport Mitte April geplant Freundeskreis aus Lingen hilft in Lettland

Von Ludger Jungeblut | 05.12.2015, 15:02 Uhr

Der Lingener Freundeskreis „Humanitäre Hilfe für osteuropäische Länder“ bereitet derzeit einen weiteren Hilfstransport nach Lettland vor. Dieser soll Mitte April 2016 stattfinden.

Franz-Josef Thien und Arvid Egger vom Organisationsteam verweisen in einem Gespräch mit der Redaktion darauf, dass der Freundeskreis seit 1992 Hilfen in Weißrussland , Kaliningrad, Polen und Lettland leistet. Thien: „Die bisher 21 durchgeführten Hilfstransporte waren immer wieder nur möglich und erfolgreich dank der Spendenbereitschaft vieler Mitbürger in nah und fern.“

60 Kilometer von Riga entfernt, in Kemeri nahe der Stadt Jürmala, gibt es ein Waisenhaus mit 45 Kindern. Diese Einrichtung wurde 2013 erstmalig von den Akteuren besucht und soll erneut mit Kinderbekleidung und Spielzeug bedacht werden.

Auch ein Altenheim wird unterstützt

„Unterstützt werden soll auch ein uns bekanntes Altersheim mit integriertem Krankenhaus in Jürmala“, erklärt Egger und fügt hinzu. „Hier hat es der Direktor geschafft, durch ständige Erweiterungen der Gebäude die Zahl der Betten von 110 auf 185 zu erhöhen.“ Beschäftigt werden 105 Mitarbeiter. Unter ihnen sind auch 15 Jugendliche mit geistigen und/oder körperlichen Behinderungen, die für einfache Arbeiten eingesetzt werden.

Die staatlichen Hilfen sind nach Darstellung von Thien und Egger aus wirtschaftlichen Gründen sehr beschränkt, so lässt ein geplantes neues Gebäude noch immer auf sich warten.

Lettland ist das europäische Land mit den meisten durch Verkehrsunfall getöteten Menschen auf den Landstraßen. Aus diesem Grund soll Bekleidung mit Reflektorstreifen an die Landbevölkerung ausgegeben werden. Diese Aktion will der Freundeskreis unterstützen. „Eine Herstellerfirma entsprechender Bekleidung aus Nordrhein-Westfalen hat ihre Beteiligung bereits zugesagt“, freut sich Thien.

Trotz des Bewusstseins der vielen Probleme im eigenen Land und der hinzukommenden Schwierigkeiten durch die anhaltenden Flüchtlingsströme wollen und können die Akteure des Freundeskreises ihre Hilfsaktionen unter anderem in Lettland nicht aufgeben. Schon aus moralischen Gründen und weil Hilfe dort in den genannten Institutionen wirklich nötig sei, betonen Thien und Egger. Es sei notwendig, die in langen Jahren aufgebauten Freundschaften weiterhin zu pflegen und dadurch weitere Hilfen für Waisenkinder und alte Menschen zu ermöglichen. „In Lettland herrscht auf dem Land vielfach große Not“, sagt Egger.

Bevölkerung um Unterstützung gebeten

Der Freundeskreis bittet die Bevölkerung erneut um Unterstützung, damit das geplante Vorhaben erfolgreich durchgeführt werden kann. Benötigt werden insbesondere gut erhaltene Kinderbekleidung, funktionsfähiges Spielzeug und Bettwäsche aller Art. Eine Annahmestelle für Geld- und Sachspenden wird am Samstag, 5. März von 11 bis 13 Uhr vor dem Gemeindehaus St. Josef bei der Kirche in Laxten eingerichtet.