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TPZ in Kanada mit Erfolg Welt-Kindertheater-Fest kommt 2018 wieder nach Lingen

Von Peter Löning, Peter Löning | 26.06.2016, 12:00 Uhr

Das Welt-Kindertheater-Fest kommt 2018 wieder nach Diese frohe Botschaft brachte die Gruppe des Theaterpädagogischen Zentrums der Emsländischen Landschaft (TPZ) von ihrer Reise nach Kanada mit nach Hause.

Mit großer Freude waren die Lingener der Einladung gefolgt, am Welt-Kindertheater-Festival in Kanada mit ihrem Stück „Play Pinocchio“ aufzutreten. Für Kanada gab es allerdings einige Modifikationen wie personelle Umbesetzungen und drastische Kürzungen, aber auch das Einweben englischsprachiger Textteile dieser Produktion, die bereits im letzten Jahr mit großem Erfolg über die Lingener Bühne ging. Aber nicht nur das machte die Aufführung des Stücks in Stratford so spannend, auch die gänzlich andere Bühnensituation. Es gab sehr wenig Zeit, allein die Technik einzurichten, die Spieler blieben hier allesamt während des ganzen Stücks auf der Bühne.

Staffelstab an Lingen übergeben

Für die Lingener ausgesprochen angenehm war das Privileg, die letzte Vorstellung spielen zu dürfen. Das gab ihnen Zeit, sich in das Festivalgeschehen zu stürzen und am Ende hatten sie die ungeteilte Aufmerksamkeit im überfüllten Theater, denn hier wurde auch der Staffelstab feierlich an Lingen weitergegebenen, als Ausrichter des WKT in 2018.

15-köpfige Delegation

Natürlich gibt es viel zu erzählen von dieser Reise. Mit einer 15-köpfigen Delegation (davon zehn Schauspieler) war Lingens TPZ bei diesem ganz besonderen Festival vertreten. Das alles war in einem Gespräch mit dem Leiter des TPZ Harald Volker Sommer und zwei der mitgereisten Schauspielerinnen, Lena Teschke und Viktoria Badt, zu erfahren.

Glück mit den Gastfamilien

Angefangen mit dem nicht für alle erholsamen Flug und dem dazugehörenden Jet-Lag bis hin zur Unterbringung in den Gastfamilien. – Hier haben die Kanadier sich 2014 von dem Lingener Modell inspirieren lassen. „Wir hatten viel Glück mit unseren Gastfamilien“, sagten die beiden Teilnehmerinnen, die auch etwas kanadische Lebensart inhalieren durften, kanadisches Fastfood und Sightseeing inklusive.

Reger Austausch zwischen den Gruppen

Reger Austausch zwischen den Gruppen der 16 teilnehmenden Nationen gehörte ebenso dazu, wie die zahlreich angebotenen Workshops, die gezielt für bestimmte Altersgruppen ausgerichtet wurden. Da waren Themen vertreten wie Tanz, Spiel mit verknüllten Zeitungen oder mit Puppen, Clowning sowie Gruppendynamik und Interaktion. Es gab auch eine „Open Stage“, die jeder erklimmen durfte.

Weniger ist eben manchmal mehr

Begleitet wurde das Ganze von einem Symposium. Im Mittelpunkt aber standen die mitgebrachten Theaterstücke, die wohl in vieler Hinsicht unterschiedlich ausgefallen sind. So gab es Angestaubtes, aber auch Experimentelles, Improvisiertes und Pantomime. Letzteres war das Thema der russischen Truppe gehörloser Akteure, die es ganz allein mit gestischem Spiel schafften, ihr Publikum so zu berühren, dass es bei der Frage nach einem Highlight beim Festival keiner Überlegung bedurfte. Das war wohl der berührendste unter vielen tollen Beiträgen. Beeindruckend für die deutschen Gäste waren Beiträge, die mit äußerst geringen Mitteln auskamen, teilweise ganz ohne Requisiten spielen konnten. Weniger ist eben manchmal mehr.