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Tolle Organisation Tausende feiern Abifestival 2013 in Lingen

Von Mike Röser | 17.06.2013, 06:50 Uhr

Die Reifeprüfung ist bestanden: Ein tolles Abifestival 2013 hat der Verein „Abifestival seit 1981“ auf die Beine gestellt. Musikalisch nicht mehr auf die ganz großen Headliner der Vorjahre ausgerichtet, dafür organisatorisch top, schenkte die Abiturientia den bis zu 9000 Besuchern, die in der Spitze gleichzeitig auf dem Gelände am alten AKW waren, grandiose Stunden in

Namen wie „Casper“, „Cro“ oder auch „Kraftklub“ hatten in den Jahren 2011 und 2012 dafür gesorgt, dass das Abifestival nahe an seine Grenzen kam. Deshalb entwickelten die Organisatoren in Absprache mit der Stadt Lingen, Rettungsdiensten, Feuerwehr und Polizei ein neues Sicherheitskonzept, das unter anderem eine Neuaufteilung des Festivalgeländes, einen neuen Eingang, den auch die Tagesgäste nutzen mussten, sodass die Besucherzahl besser erfassbar wurde, oder auch die komplette Sperrung der Schüttorfer Straße direkt am Gelände beinhaltete.

Maßnahmen, die griffen und viel entspanntere Gesichtszüge bei den Organisatoren und Vertretern der Stadt wie dem Ersten Stadtrat Ralf Büring zur Folge hatten, als dies 2012 der Fall gewesen war. Damals hatten das schlechte Wetter, ein stundenlanger Stromausfall sowie deutlich mehr Besucher die Anspannung spürbar gemacht.

Damit die notwendige Stromspannung in diesem Jahr nicht ausblieb, hatten Malte Siemoneit als technischer Leiter des Abijahrgangs und der für den Strom verantwortliche Christian Vieth mit ihrem Team doppelt vorgesorgt. Sie bauten zwei Stromkreise auf: einen für Bühne, Backstage und Bühnentechnik sowie einen für die Stände auf dem Platz. Für beide Stromkreise stand jeweils ein Ersatz-Stromaggregat parat.

So gab es im Gegensatz zum Vorjahr diesmal keine Band, deren Instrumente kalt blieben. Auf die Ohren gab es eine bunte Mischung, bei der für jeden Geschmack etwas dabei war. Ein Höhepunkt war dabei der Auftritt der bekanntesten Band: „Die Orsons“ verbreiteten am Freitagabend viel Spaß und hatten den Platz im Griff.

Dass weitere ganz große Namen, auf die sich alles zuspitzt, dieses Mal fehlten, schadete dem Festival nicht. Im Gegenteil: So blieb Raum für faustdicke Überraschungen. Wie etwa die emsländischen Jungs von „Razz“, die sich als erster Kracher des Abifestivals 2013 herausstellten: Schon beim Einspielen wurden die 16- bis 18-Jährigen, die dabei sind, sich deutschlandweit einen Namen zu machen, von einer großen Fangemeinde gefeiert. Auf tollem Niveau brachte das Quartett aus Schöninghsdorf seinen Rock auf die Bühne – gekrönt von der Stimme des 16-jährigen Niklas Keiser, die er selbst als „biologisch nicht erklärbar“ bezeichnet. „Das war überwältigend“, sagte Keiser mit strahlenden Augen nach dem Auftritt.

Ebenso überwältigend waren „Laing“: Die drei Sängerinnen, unterstützt von einer Tänzerin und einem Schlagzeuger, widerlegten die Befürchtung, dass ihr Elektro-Soul-Pop, gepaart mit synchronem Tanz und toller Animation, auf einem Festival nicht ankommt. Im Gegenteil: Das Publikum reagierte am Samstagabend nahezu euphorisch – sogar der Sicherheitsdienst im Graben vor der Bühne ließ sich mitreißen und tanzte synchron im Takt.

Eine Nebengeschichte, die bei aller Größe der Veranstaltung zeigt, wie entspannt das Abifestival 2013 über die Bühne ging. Ein weiteres Indiz ist das Zitat eines „Veteranen“ aus dem Förderverein, der am späten Samstagabend urteilte: „Das war in diesem Jahr fast zu reibungslos.“