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Studie aus Köln vorgestellt Note 2,4 für die Lingener Innenstadt

Von Thomas Pertz | 03.02.2017, 19:00 Uhr

Mit der Gesamtnote 2,4 hat die Lingener Innenstadt in der bundesweiten Studie unter dem Motto „Vitale Innenstädte 2016“ des Instituts für Handelsforschung Köln (IfH) abgeschnitten. Gegenüber dem zuletzt ermittelten Wert aus dem Jahr 2014 (2,5) stellt dies eine leichte Verbesserung dar. Im Gesamtdurchschnitt aller 121 Kommunen, die sich beteiligt hatten, bewerten die Bürger ihre Innenstädte wie schon vor zwei Jahren mit der Note 2,7.

Vor diesem Hintergrund äußerte sich Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone bei der Präsentation im Rathaus sehr zufrieden mit dem Ergebnis für die Stadt. Ihm pflichteten IHK-Hauptgeschäftsführer Marco Graf und Geschäftsführer Eckhard Lammers, dort unter anderem zuständig für Standortentwicklung und Branchen, bei. Lingen hatte als einzige Kommune im Raum Emsland/Grafschaft Bentheim an der Studie teilgenommen. Die positive Bewertung der Lingener Innenstadt durch die Kundenstudie spiegelt sich nach den Worten von Graf in dem jährlichen Einzelhandelsumsatz von rund 350 Millionen Euro wider.

Am 22. und 24. September letzten Jahres hatten Interviewer der „Lingen Wirtschaft und Tourismus“ (LWT) und der IHK 400 Menschen in der Innenstadt interviewt und gebeten, Bewertungen abzugeben. Gute bis sehr gute Noten bekommt das Einzelhandelsangebot in der Stadt, ebenso das Dienstleistungs-, Gastronomie- und Freizeitangebot. Die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln bekommt nur ein „befriedigend“. ´Gute bis sehr gute Noten erhalten die Themen Sauberkeit, Lebendigkeit und Sicherheit in der Innenstadt, die schlechteste Schulnote (zwischen 4 bis 6) das Lebensmittelangebot in der Innenstadt. Rat und Verwaltung könnten aus diesen Daten Handlungsfelder ableiten, sagte Graf. Er verwies außerdem darauf, dass der Studie zufolge der Wettbewerb zwischen den Standorten wie Lingen und Rheine eine wichtigere Rolle spiele „als der Wettbewerb zwischen Lingen und dem Internet“. Anders ausgedrückt: Die Konkurrenz in der Nachbarkommune macht dem Einzelhändler mehr zu schaffen als der Online-Handel. 50,8 Prozent der Befragten verneinten die Frage, ob sich ihr Einkaufsverhalten in der Innenstadt durch das Angebot, online einkaufen zu können, in den letzten zwei bis drei Jahren verändert habe. Knapp 20 Prozent gaben an, dass die verstärkt online einkaufen würden und daher die Innenstadt seltener besuchen würden.

Was das Sortiment im Einzelnen anbelangt, wird vor allem das Angebot bei Schuhen/Lederwaren, Uhren, Schmuck und Bekleidung geschätzt. Wie Lammers erläuterte, ist der Anteil der Kunden, die täglich die Innenstadt von Lingen zum Einkaufen besuchen, mit 9,6 Prozent der Befragten eher unterrepräsentiert. Hier gelte es, darüber nachzudenken, mehr Anlässe zu schaffen, um Besucher in die Stadt zu ziehen.

Oberbürgermeister Dieter Krone verwies in diesem Zusammenhang auf Überlegungen, den überaus beliebten Wochenmarkt in Lingen an Samstagen mit weiteren Aktionen zu ergänzen. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, resümierte der Oberbürgermeister. Es gelte aber, weiter am Ball zu bleiben. Aktuelle Leerstände von Geschäften in der Innenstadt seien zum Beispiel ein Thema. Mit den einzelnen Straßensprechern befinde sich die Verwaltung in regelmäßigem Dialog.

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