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Stickoxide sind ausgetreten Betriebsstörung im Schepsdorfer Werk von Hagedorn

Von Wilfried Roggendorf | 24.06.2014, 17:15 Uhr

Beim Chemieunternehmen Hagedorn im Lingener Ortsteil Schepsdorf ist es am 26. Mai zu einer Betriebsstörung gekommen. Dabei sind an jenem Montag Stickoxide ausgetreten. Dies haben auf Nachfrage unserer Zeitung das Unternehmen, das Gewerbeaufsichtsamt Osnabrück und die Stadt Lingen bestätigt.

Paul Hemelt, technischer Leiter des Werkes, erklärte: „Wir haben beim Anfahren der Anlage zu Wochenbeginn festgestellt, das die Abgasreinigungsanlage nicht ordnungsgemäß lief.“ Daraufhin sei die Anlage heruntergefahren und die Störung beseitigt worden.

Hagedorn habe den Vorfall nicht öffentlich gemacht, da aus Sicht des Unternehmens, trotz des sichtbaren Austritts von Nitrosegasen, kein maßgebliches Ereignis vorgelegen habe. „Grenzwerte wurden bei dem Vorfall nicht überschritten.“

Dies bestätigte Jürgen Bobe, stellvertretender Leiter des Gewerbeaufsichtamtes Osnabrück. Hagedorn habe seine Behörde ebenso wie die Stadt Lingen umgehend über den Vorfall unterrichtet. „Der Grenzwert für die ausgetretenen Stickoxide liegt im Tagesmittel bei 350 Milligramm (mg) je Kubikmeter (cbm) Abgas.“ Kurzfristig dürfe er das Doppelte betragen. „Für drei Stunden betrug der Ausstoß der Stickoxide 580 mg/cbm. Damit wurde der zulässige Tagesmittelwert laut der Technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA Luft) eingehalten“. Hagedorn habe die Anlage heruntergefahren, verstopfte Düsen gereinigt und nach drei Stunden die Anlage wieder in Betrieb genommen.Bobe erklärte, nach seiner Ansicht habe die Firma alles richtig gemacht.

Die über den Vorfall ebenfalls sofort informierte Stadt Lingen hat hiervon die Mitglieder des Umweltausschusses im nicht öffentlichen Teil einer Sitzung am 18. Juni in Kenntnis gesetzt. Wie die Verwaltung auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte, sei das Thema in nicht öffentlicher Sitzung unter dem Tagesordnungspunkt „Bericht der Verwaltung“ angesprochen worden. Die Verwaltung habe dies so gehandhabt, weil der Vorfall schon länger zurückgelegen habe und es dabei zu keinen unzumutbaren Belastungen gekommen sei.

Das Hagedorn-Werk in Schepsdorf ist in den vergangenen Jahren immer wieder in die Schlagzeilen geraten. So legte die Gewerbeaufsicht im Oktober 2012 einen Ölbrenner still , nachdem Rußpartikel ausgetreten waren. Die Stadt Lingen warnte vor dem Verzehr von Obst und Gemüse aus Schepsdorfer Gärten. Im Juli des gleichen Jahres gab es einen Störfall, bei dem Nitrosegas in großen Mengen freigesetzt wurde . Damals wurden ein Feuerwehrmann und eine Anwohnerin verletzt. In den Jahren 1995 und 1996 war es in dem Werk zu zwei größeren Bränden gekommen.

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