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SPD-Wahlparty im Palacio Lingen: De Ridders SPD-Hochburg ihres Herzens

Von Burkhard Müller | 23.09.2013, 00:13 Uhr

Und dann kommt sie gegen 20.30 Uhr doch noch überraschend und wird im Lokal „Palacio“ in Lingen mit viel Beifall bedacht: „Es sieht doch ganz gut aus für uns“, erklärte die hiesige SPD-Bundestagskandidatin Daniela De Ridder und ergänzte: „Und ich weiß seit den letzten Wochen, das Lingen die SPD-Wahlhochburg meines Herzens ist.“

Daniela De Ridder kann sich der vielen Glückwünsche, die ihr für ihr Engagement im Wahlkampf entgegengebracht werden, kaum erwehren. Dennoch findet sie Worte der Ernüchterung: „Natürlich hätte ich mir ein besseres Ergebnis gewünscht, auch wenn ich das Ergebnis aus 2009 leicht übertroffen habe.“

Keinen Hehl macht sie zudem daraus, dass die CDU sehr gut abgeschnitten habe: „Die Kanzlerin ruht sich auf der Arbeit unseres SPD-Altkanzlers Gerhard Schröder aus, und erntet jetzt die Lorbeeren.“ Nicht die CDU habe dafür gesorgt, dass zum Beispiel das Emsland wirtschaftlich so gut dastehe: „Das ist das Verdienst der vielen Arbeitnehmer und Arbeitgeber und nicht etwa der Christdemokraten.“

Zu Begeisterungsstürmen hat sich bei den Sozialdemokraten nach dem Verkünden der ersten Hochrechnungen gegen 18.10 Uhr am Sonntagabend keiner hinreißen lassen, aber Trübsal haben sie auch nicht geblasen – obwohl sich die Genossen schon ein höheres Wahlergebnis zugunsten der SPD gewünscht hätten.

Der SPD-Stadtverbandsvorsitzende Andreas Kröger macht aus seiner Enttäuschung im Lokal „Palacio“ auch keinen Hehl: „Na klar hätten wir uns mehr Stimmen für die SPD gewünscht, – aber letztlich ist es doch so gekommen, wie wir es auch erwartet haben.“

Jetzt gelte es zu diskutieren, wer mit wem eine Koalition eingehen könnte, oder wie Peer Steinbrück gesagt habe: „Jetzt liegt der Ball im Feld der Kanzlerin. Sie muss ihn nun aufnehmen.“

Auf die Frage, wie Kröger das Abschneiden von De Ridder bewerte, antwortet der SPD-Stadtverbandsvorsitzende: „Wir wünschen uns alle sehr, dass Daniela über die Liste in den Bundestag einzieht. Das täte unserer Region wirklich gut und wäre schon eine tolle Sache.“

Stefan Wittler (SPD) bestellt sich gerade eine Pizza mit viel Käse und hebt sein Glas in die Runde: „Auf die SPD“, prostet er und bekommt Beifall von den etwa 20 Anhängern der Sozialdemokratie, die sich mittlerweile in dem Lokal eingefunden haben.

Darunter auch SPD-Urgestein Hajo Wiedorn: „Das Ergebnis ist nicht berauschend, und wir können eigentlich nur froh sein, dass wir knapp drei Prozentpunkte mehr eingefahren haben als im Jahr 2009.“

Auch Wiedorn beantwortet die Frage nach der Möglichkeit einer Großen Koalition eher abwartend: „Es bleibt ja fast nichts anderes übrig als eine Große Koalition zwischen der CDU und der SPD – aber gefallen tut mir das auch nicht wirklich gut.“