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Sechs Gründer Wohnungsbau: Weg frei für Lingener Genossenschaft

Von Sven Lampe | 18.10.2017, 15:25 Uhr

Die Stadt Lingen steht kurz vor der Gründung einer Wohnungsbaugenossenschaft. Die drei mit der Angelegenheit befassten Fachausschüsse haben sich jetzt für die Gründung ausgesprochen und die Angelegenheit zur finalen Entscheidung an den Stadtrat weitergeleitet.

Der Planungs- und Bauausschuss, der Wirtschafts- und Grundstücksausschuss und der Betriebsausschuss Zentrale Gebäudewirtschaft sprachen sie fraktionsübergreifend für die Gründung aus. Gegenstimmen gab es jeweils von der FDP.

2.500 Genossenschaftsanteile

Ganz alleine soll und wird die Stadt Lingen die Genossenschaft mit dem Namen „Lingener Wohnbau eG“ nicht stemmen. Grünes Licht durch den Rat vorausgesetzt wird die Stadt 2.500 Genossenschaftsanteile zum Wert von jeweils 100 Euro erwerben. Ebenfalls mit jeweils 250.000 Euro am Gründungskapital von 1,1 Millionen Euro beteiligen wollen sich Volksbank Lingen, das Christophorus-Werk und das Bonifatius-Hospital. Mit jeweils 50.000 Euro beteiligen sich die katholischen und evangelischen Kirchengemeinden, vertreten durch die St.-Bonifatius-Gemeinde und die Johanneskirchengemeinde. Darüber hinaus sollen laut Stadtbaurat Lothar Schreinemacher weitere natürliche Personen als Vertreter der im Rat vertreten Fraktionen der Genossenschaft als Gründungsmitglieder beitreten. Nach der Gründung sollen möglichst viele weitere Lingener und Lingener Unternehmen als Mitglieder geworben werden. Wobei Schreinemacher die Betonung auf „Lingener“ legte. Die Genossenschaft soll seinen Worten zufolge eine Einrichtung von Lingenern für Lingener sein. Personen und Unternehmen ohne Bezug zu Lingen seien als Mitglieder ausgeschlossen.

Schreinemacher und Schwegmann im Vorstand

Der Stadtbaurat und Stadtkämmerin Monika Schwegmann sollen zu Vorständen der Genossenschaft bestellt werden. Dem Aufsichtsrat sollen zehn Mitglieder angehören — jeweils einen stellen die sechs Gründer. Vier Mandate werden den Plänen zufolge aus den Reihen des Stadtrates besetzt.

Jährlich 30 Wohnungen

Am Anfang wird die Genossenschaft über 95 städtische Wohnungen verfügen. Um deren Management und das der geplanten jährlich 30 neuen Wohnungen soll sich der städtische Eigenbetrieb Zentrale Gebäudewirtschaft kümmern. Nach Angaben von Schreinemacher soll die praktische Umsetzung der Gründung bis zum Jahresende abgeschlossen sein.

CDU, SPD, Grüne und Bürgernahe sprachen sich wie in den vorangegangenen Diskussionsrunden erneut für die genossenschaftliche Lösung aus. Die FDP lehnte sie ebenso erneut ab und betonte, dass die Stadt auch ohne den Umweg einer Genossenschaft Wohnraum schaffen könnte.

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