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Schönheit des Alters Ausstellung von Ute Sagel im Lingener Theaterfoyer

Von Elisabeth Tondera | 25.09.2018, 18:40 Uhr

Gesichter mit Falten, aber voller Leben, selbstbewusst zur Schau gestellte graue Haare, majestätische Bäume: Die Ausstellung mit Bildern von Ute Sagel im Theaterfoyer zeigt „Die Schönheit des Alters“.

Auf diesen Titel ging die Kulturdezernentin der Stadt Lingen Monika Schwegmann in ihrer Einführung zur Eröffnung der Ausstellung ein. Sie zitierte den Spruch „Jedes Alter hat seine Schönheit“ und sagte, die Künstlerin lehre die Betrachter, genauer hinzusehen und diese Schönheit, die oft nicht genug gewürdigt werde, zu entdecken.

„Gezeichnet vom Leben“

Auch der Spruch „Gezeichnet vom Leben“ passe zu Sagels Bildern. „Ihre porträtierten Gesichter sind charaktervoll und ausdrucksstark und zeugen von einem reichen Leben voller Höhen, aber eben auch Tiefen, die nun einmal dazugehören“, sagte die Kulturdezernentin.

Ute Sagel meint dazu: „Wir leben heute in einer Zeit, in der das Alter kaum noch ein Gesicht hat. Aber Selbstbewusstsein, Wissen um das Leben und die Welt zeichnen diese Gesichter aus.“

Voller Würde und Respekt

Den Betrachtern blicken aus den Bildern Frauen und Männer entgegen, die eine reiche Lebenserfahrung haben, die etwas zum Ausdruck bringen: Selbstvertrauen, Zufriedenheit, Lebensfreude, auch Verschmitztheit. Es lohnt sich, länger vor diesen Gesichtern zu verweilen.

„Sie nähern sich den von Ihnen porträtierten Personen voller Würde und Respektvoller Würde und Respekt“, stellte Monika Schwegmann fest und fügte hinzu: „ Kleine Einzelheiten in Rot akzentuieren die Gesichter und verleihen ihnen Dynamik. Ihre Personen scheinen kühn, nachdenklich, belustigt oder distanziert und laden ein, sich zu fragen, was sie dazu gebracht hat, was ihnen im Leben widerfahren sein mag.“

Zum Nachdenken anregen

Die Künstlerin ist der Meinung, dass Kunst zum Nachdenken anregen soll. „So ist auch diese Ausstellung gemeint“, sagt sie. Zu den Farbtupfern in den Gesichtern erklärt sie: „Die Farbe soll nicht nur provozieren, sondern auch aufzeigen, dass das Alter nicht grau oder farblos sein muss.“

Monika Schwegmann ging auch auf die Bilder der Bäume ein, „ebenfalls ein Ausdruck der Schönheit im Alter. Ein Thema, das bei einem Blick in die täglichen Nachrichten und dem derzeitigen Thema Hambacher Forst aktueller denn je erscheint und den Bildern eine fast traurige Aktualität verleiht“, gab sie zu bedenken.

Den Blick öffnen

Das Thema Alter ist vielschichtig. Das machte die Kulturdezernentin in ihren weiteren Ausführungen deutlich. Seit Menschengedenken beschäftigen sich Philosophen und Denker mit diesem Thema. Schwegmann nannte Platon, Cicero, Jacob Grimm und Ernst Bloch, zitierte den königlich-preußischen Leibarzt Christoph Wilhelm Hufeland, der vor knapp 200 Jahren behauptete: „Alter ist nichts für Feiglinge“, ließ Rainer Maria Rilke, Marie Luise Kaschnitz und Marcel Proust zu Wort kommen. Schwegmann ging auch auf die Probleme ein, die der moderne Jugendwahn mit sich bringt und dankte Ute Sagel dafür, dass sie mit ihrer Ausstellung den Betrachtern die Möglichkeit bietet, den Blick für die „Schönheit des Alters“ zu öffnen.

Die Ausstellung ist bis zum 29. Oktober zu sehen.