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Schabernack und kleine Weisheiten Mario Barth fährt mit Comedy Train in Lingen ein

Von Matthias Becker | 09.12.2014, 18:13 Uhr

Irgendwie nervt der Kerl ja, zumindest liegen die Nerven blank, wenn Mario Barth „Kennste, kennste, kennste“ ins Mikrofon brüllt. Doch der Comedian kann gut über sich selbst lachen, beweist er es doch am Montagabend in der Emslandarena – die Ankunft des „Comedy Train“ an der Haltestelle „Kennste-Kennste-Allee“ wird von 3500 Besuchern verfolgt, und dabei rumst und knallt es heftig.

Feuer, Donner, Rauch und Blitz kündigen den Frauennichtversteher an, der in üblicher Manier erst einmal seine Freundin, Autofahrer und das Verhalten im Straßenverkehr auf die Schippe nimmt. Und er sabbelt und sabbelt, bremst selbst das Publikum aus, damit Applaus gar nicht erst aufkommt. Nach einer 15-minütigen Verspätung nimmt sich Mario Barth ganze zwei Stunden Zeit für seine Fans, und er hat viel, sehr viel zu erzählen. Das Motto seiner Show: „Männer sind schuld, sagen die Frauen!“

Es sind nicht die großen Pointen, die den Witz des 42-Jährigen ausmachen, sondern es ist die Art und Weise, wie der Komiker über das Zusammenleben von Mann und Frau sinniert. Ein wild gestikulierender Zappelphilipp, der wenigstens weiß, wie man die Dame des Herzens, oder in seinem Fall Freundin „Der Brain“, beruhigt: der Satz „Schatz, das war mein Fehler“ wirkt oft Wunder.

„Warum machen wir Männer vieles nicht, wie die Spülmaschine einräumen? Weil wir sowieso alles falsch machen“, so Barth, dessen Hund „Feedback“ ihn zur Weißglut treibt, der vom Feng-Shui-Meister mit Ost-Akzent verstimmt ist, und der heute statt Schmetterlinge im Bauch höchstens noch „alte Tauben auf Crystal Meth“ in seinem Feinkostgewölbe verspürt.

Amüsieren sich Barth und seine Fans ellenlang über das Thema Spülmaschine, als Runnig Gag musste allerdings ein Ehepaar aus der ersten Reihe herhalten, ist es nach der Pause vorbei mit reinlich und gepflegt. Peinlich und geweht kommt das Thema Furzen auf den Tisch, wobei die Darmwinde seines Kollegen Paul Panzer nicht unerwähnt bleiben. Es folgt ein Auszug aus seinem neuen Programm „Männer sind bekloppt, aber sexy“ und die Show vergeht wie im Flug.

Bei Barth scheiden sich die Geister, die einen lachen bis die Tränen kommen, die anderen verschränken die Arme und schütteln mit dem Kopf. Letztere sind halt nicht vor Ort und reihen sich eben nicht in die Millionen Zuschauer ein, die an dem Verbalfeuerwerker Geschmack finden.

Nachdem die erste Veranstaltung mit Barth bereits nach 48 Stunden ausverkauft war und auch für den gestrigen Zusatztermin sämtliche Karten vergriffen waren, besteht noch die Chance, Barth 2015 in Lingen zu erleben, wenn er für drei weitere Termine im April in die Emslandarena kommt. Und wer seine Freundin enttäuscht, weil er wieder keine Mario-Barth-Karten bekommen hat, sagt einfach: „Schatz, das war mein Fehler“, das wirkt häufig wie ein Wunder.

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