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Saarbrücker ist auf Messen zu Hause Dietmar Klein haut keinen in die Pfanne

Von Thomas Pertz | 03.09.2011, 05:12 Uhr

„Titanium-Hartgrundversiegelung“ steht da. Und „spannungsfreier Aluminium-Kokillen-Guss“. Aha. Stirnrunzeln. Dietmar Klein kann dem Fragezeichen im Gesicht zu neuer Erkenntnis verhelfen. Am Stand 507 auf der Emsland-Schau in Dort vertreibt der Saarbrücker Hightech. Für die Autoindustrie? Nein, für den Herd in der heimischen Küche. Klein verkauft Pfannen, vor allem viereckige. „Da passt 30 Prozent mehr rein“, weiß der Experte.

Hauptberufliche Aussteller gehören auf jede Verbrauchermesse, da macht die Emsland-Schau an der Lindenstraße keine Ausnahme. Ihnen bei der Vorstellung ihrer Produkte zuzuhören, dabei zuzuschauen, wie sie ihr Gerät mit Eleganz bedienen und damit den Ehrgeiz herausfordern, es ihnen zu Hause gleichzutun, ist überaus kurzweilig beim Messerundgang.

Klein ist auf solchen Veranstaltungen mehr zu Hause als im heimischen Saarbrücken. Der gelernte Kaufmann hat eine Zeit lang in diesem Beruf und auch einmal als Postbote gearbeitet. Jeden Tag die gleiche Tour, pünktlich Feierabend. Wieso nicht? Aber nichts für ihn.

Über seinen Bruder schnupperte er ins Messegeschäft hinein und blieb dabei.

Inzwischen sind es fast 30 Jahre, in denen der Pfannenverkäufer quer durch die Republik sein Produkt verkauft. 61 Jahre ist Klein inzwischen alt, was man ihm nicht ansieht. „Mit einer guten Pfanne fettarm braten, dann mach ich das noch zehn Jahre“, hat er gleich einen lockeren Spruch auf den Lippen.

Sein Handy bimmelt. „Ich mach Essen zu Ende und fahr dann nach Stuttgart. Pastewski macht den kleinen Stand, Horst den großen“, spricht er ins Mobiltelefon. Klein ist bis Sonntag noch in Lingen, dann geht es für ihn und seine Kollegen weiter. In eine andere Stadt, in eine andere Halle, zu anderen Leuten.

„Mir macht das großen Spaß“, erzählt er von seinem Beruf, der neben Fachkenntnis auch Einfühlungsvermögen erfordert. Klein möchte den potenziellen Käufer überzeugen, will ihm nichts aufschwatzen. „Wissen Sie, wer so was macht, der kann sich nicht sehr lange halten, weil er bei seiner Rückkehr nur Ärger mit den Kunden hat“, sagt er. Man müsse fair bleiben, sonst gebe es ständig Reklamationen.

In Lingen wohnt Klein während der Messetage im Hotel. Ein wenig gesehen von der Stadt hat er auch schon. „Meistens am Aufbautag ist bei solchen Messen ein wenig Zeit, sich umzuschauen“, sagt er. Wenn die Halle ihre Tore schließt, ist aber auch der Saarbrücker froh, im Hotel die Füße auszustrecken. Das viele Stehen ermüdet.

Heute ist er natürlich fit und am Sonntag ebenfalls, denn am Wochenende wird bei dieser 10. Emsland-Schau in Lingen am meisten los sein. Klein möchte schließlich viele seiner Pfannen in Lingen zurücklassen – runde wie eckige. Die meisten verkauft er übrigens in Bayern. „Die essen einfach gern dort und wissen, was eine gute Pfanne wert ist.“