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Rock trifft Klassik Musikalische Glanzleistung bei „RoMeO“ im Lingener Theater

Von Jessica Lehbrink, Jessica Lehbrink | 11.06.2018, 20:10 Uhr

Es ist eine Mischung aus seichten Balladen, poppigen Rock-Songs und jenen Liedern gewesen, welche die Besucher aus ihren Stühlen rissen: Am Samstag und Sonntag des vergangenen Wochenendes hat die Musikschule des Emslandes im Theater an der Wilhelmshöhe Lingen mit „RoMeO“ zwei grandiose Konzerte der besonderen Art zum besten gegeben.

Eins, zwei, drei erklang der Takt, auf den ein absolut mitreißendes Konzert folgen sollte. „RoMeO – Rock meets Orchestra“: ein klassisches Orchester vereint mit modernen Klängen, welches unter anderem durch Bass- oder Elektrogitarre oder auch Schlagzeug und unterstützt wurde. Mit dieser Inszenierung hat die Musikschule des Emslandes, insbesondere Julian Zwoch, zuständig für Leitung und Arrangement, ganze Arbeit geleistet. An vorderster Front standen vier herausragende Sänger, denen die Leidenschaft zur Musik und auch der Spaß auf der Bühne deutlich anzumerken war: Daniel Durst, Wolfgang Kohne, Anna Budden und Vera Tegeder. Jeder von ihnen stach mit Besonderheiten hervor.

Stehende Ovationen

Lieferte Daniel Durst mit seiner außergewöhnlichen Stimme, mit der es ihm nicht schwerfiel selbst Songs wie „666 The Number of the Beast“ von Iron Maiden oder auch „Rock you like a Hurricane“ von den Scorpions auf die Bühne zu schmettern, sorgte Wolfgang Kohnes Stimme, welche ebenso gut in einem Musical Platz finden würde, für Gänsehautmomente. Das bewies er vor allem mit dem Song, der laut dem Sänger zum „Pflichtprogramm“ zählt: „Who wants to live forever“ von Queen. In perfekter Harmonie mit einem auf dem Punkt präsenten Orchester, imponierte Kohne das Publikum, welches sich am Samstagabend immer wieder mitreißen ließ sowie tosenden Applaus und stehende Ovationen spendete.

Klasse Leistung

„Wir wollen Sie in verschiedene Gefühlsrichtungen mitnehmen“, sagte Kohne zu Anfang der Veranstaltung. Diesen Soll erfüllten die Musiker alle Male. Vera Tegeder zeigte, welche Bandbreite ihre Stimme hat und überzeugte mit „Music is my first Love“ von John Miles genauso wie mit rotzigen Tönen bei „I need Hero“ von Bonnie Tyler. Überwältigend! Den Soul in ihrer Stimme gepachtet hat Anna Budden, die sich mit „Bohemian Rhapsody“ von Queen an einen der schwierigsten Rock-Klassiker überhaupt wagte. Zusammen mit der Schola Surwold unter der Leitung von Patrick Schütte wieder eine klasse Leistung.

Mitgerissenes Publikum

Wenn bei Veranstaltungen die Rede davon ist, dass „für jeden etwas geboten wird“, kann sich „RoMeO“ voll und ganz hinter diese Aussage stellen, denn es gab niemanden im Theatersaal, der nicht wenigstens ein paar Mal vor Begeisterung aufsprang, klatschte oder sich bei Songs wie „Thunderstruck“ von AC/DC und der Zugabe, „Seven Nation Army“ von den White Stripes, zum Mitsingen verleiten ließ.

„RoMeO„ verdient mehr Besucher

Etwa 100 Musiker, der Großteil bestehend aus dem Orchester der Musikschule des Emslandes rund um seinen Dirigenten Martin Nieswandt, lieferte ab – und das über den ganzen Abend. 450 Besucher am Samstag- und 370 Besucher am Sonntagabend folgten dem Ruf der perfekten Symbiose aus Klassik- und Rock-Musik. Diese Veranstaltung, die sich als „musikalisches Feuerwerk“ bezeichnen lässt, hätte es jedoch verdient, mehr Besucher in ihren Bann zu ziehen.