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Rektor der Friedensschule verabschiedet Dieter Paul Lehrer mit Herz und Sinn für Neues

Von Thomas Pertz | 25.07.2014, 19:20 Uhr

Der dunkle Anzug war Pflicht für Dieter Paul am Freitag in der Lingener Friedensschule. Schließlich ist die Verabschiedung als Schulleiter ein offizieller Akt. Am Nachmittag wird der 64-jährige Pädagoge aber wohl anders ausgesehen haben. Mit einem T-Shirt von den Rolling Stones vielleicht und einem Hit von der Band auf den Ohren.

Beides, Textilstück und Musik, hatte Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone Paul zum Abschied gereicht. Rund 180 Gäste aus den benachbarten Schulen, Rat, Verwaltung und Kirchengemeinden waren ins Forum der Schule an der Kiesbergstraße gekommen, um Paul zu verabschieden. Der Lingener hatte die Leitung 2008 von Ewald Teipen übernommen. Vorangegangene Stationen waren unter anderem die Deegfeld-Schule in Nordhorn, die Realschule in Freren und die Hauptschule Am Wall in Lingen.

Näheres zum beruflichen Werdegang von Paul erläuterte Regierungsschulrätin Jutta Reinhardt, die auch die offizielle Urkunde zur Verabschiedung in den Ruhestand überreichte. Paul kommt auf insgesamt 43 Berufsjahre, davon 29 als Schulleiter. „Ihre Bilanz ist beachtlich“, sagte Reinhardt.

Darauf hob auch Oberbürgermeister Krone ab, dessen Rede gespickt war mit Anspielungen auf die größten Hobbys von Paul, das Motorradfahren und die Stones. Der Oberbürgermeister dankte ihm für die hervorragende Zusammenarbeit zwischen der Stadt als Schulträger und der Schule. Das Motorrad als Sinnbild für Freiheit passe zu dem Pädagogen und seiner Offenheit für Neues. Paul sei in den 90er-Jahren einer der Ersten im Land gewesen, der an einer Schule die Nachmittagsbetreuung eingeführt habe, nannte Krone ein Beispiel.

Pauls Auffassung von Schule als Organismus, der sich in allen seinen Gliederungen weiterentwickeln muss, spiegelte sich auch in den weiteren Grußworten wider. Sein erfolgreiches Eintreten für den Erhalt des Haupt- und Realschulangebotes an der Kiesbergstraße, was immer auch erklärter Elternwille gewesen war, blieb am Freitag ebenfalls nicht unerwähnt.

Auch nicht die erfolgreichen Bemühungen des Schulleiters, durch Kooperationen mit Berufsbildenden Schulen und anderen Partnern eine bessere Vorbereitung der Schüler aufs Berufsleben zu ermöglichen. „Wir gönnen es Ihnen, aber wir werden Sie vermissen“, fasste es Oberstudiendirektor Hans-Jürgen Grosse, Leiter der kaufmännischen Berufsschule, zusammen.

Die Art und Weise, wie das Lehrerkollegium um die Konrektoren Tomke Lüttel und Jan Zevenhuizen Paul verabschiedeten, beschrieben eine weitere Facette des Rektors. Wenn Zevenhuizen als leidenschaftlicher Fan von SV Werder Bremen ein Trikot des Hamburger SV, Pauls Lieblingsverein, anzieht, dann durften die lachenden Gäste darin durchaus die höchste Form der Wertschätzung für den ausscheidenden Kollegen erkannt haben. Lüttel und Zevenhuizen dankten ihm für eine vertrauensvolle, auch freundschaftliche Zusammenarbeit in der Schule.

Paul sprach allen sichtlich gerührt seinen Dank für die vielen guten Worte aus. Er sei kein Weltverbesserer, habe es aber als Lehrer anders machen wollen, als er es zu Schülerzeiten erlebt habe. Was das Wichtigste in diesem Beruf sei, verriet der Pädagoge auch: „Das Zauberwort heißt Empathie. Ohne eine gute Lehrer-Schüler-Beziehung kann der Unterricht nicht funktionieren.“