Ein Artikel der Redaktion

Qualifizierung im Ludmillenstift Näpas sind die verlängerte Hand des Arztes

Von Caroline Theiling, Caroline Theiling-Brauhardt | 30.06.2016, 20:42 Uhr

Um die Hausärzte in der Region zu entlasten und trotzdem eine qualitativ hochwertige Versorgung sicherzustellen, gibt es seit 2012 eine zertifizierte Weiterbildung zur nicht-ärztlichen Praxisassistentin, kurz Näpa genannt.

„Gerade im ländlichen Bereich wird die hausärztliche Versorgung immer schwieriger“, betont Wolfgang Hentrich, Allgemeinmediziner aus Lingen. Er leitet zusammen mit Dr. Volker Eissing aus Papenburg und Dr. Werner Koop vom Ludmillenstift in Meppen die Fortbildung zur Näpa. Seit 2012 sind rund 50 Frauen von den Ärzten ausgebildet worden. „Obwohl es ja seit einiger Zeit auch viele Männer im pflegerischen Bereich gibt, haben wir noch keinen Mann als Arzthelfer hier gehabt“, wundert sich Hentrich. Gerade aktuell läuft ein Kurs in der Akademie am Ludmillenstift.

Näpa organisiert sich selbst

Um als Näpa tätig zu werden müssen 210 Stunden Theorie und 50 Stunden Praxis absolviert werden. In der Regel läuft die Qualifikation berufsbegleitend als Block, der einmal pro Monat eine Woche lang stattfindet. Zu den Schwerpunkten gehört neben der Vertiefung des medizinischen Fachwissens auch die Fähigkeit, mit dem Patienten kommunizieren zu können. Für Wolfgang Hentrich ist es darüber hinaus wichtig, dass die Näpa autonom arbeitet, sich anders als die klassische Arzthelferin selbst organisiert. „Sie ist quasi die verlängerte Hand und das verlängerte Ohr nach draußen.“

Verbesserte Behandlungsqualität

Für seine Praxis übernimmt Näpa Astrid Gonther regelmäßig Hausbesuche. „Wir erfahren auf diesem Wege Dinge über die Patienten, die wir bei einem gewöhnlichen Praxisbesuch nicht erfahren würden,“ nennt Hentrich einen Vorteil eine Näpa-Einsatzes. Die kontinuierliche Betreuung vermeide darüber hinaus medizinische Komplikationen und verbessere die Behandlungsqualität. „Durch diese Hausbesuche werden andere Leistungen der Praxis nicht ausgeschlossen“, unterstreicht Hentrich. Es gebe immer wieder Fälle und Situationen, in denen der Arzt selbst gefragt ist. So sei eine Näpa kein Ersatz, sondern eine wichtige Ergänzung. Denn nach den Hausbesuchen findet ein regelmäßiger Austausch zwischen Arzt und Näpa statt.

Wertvolle Hilfe für alle Beteiligten

Der Alltag in der Praxis werde deutlich entzerrt. Davon profitierten Ärzte, Patienten und Praxismitarbeiter gleichermaßen, ist Hentrich überzeugt. Der Mediziner ist erschüttert, dass einige der neu qualifizierten Näpas nach der Weiterbildung genau dort wieder eingesetzt werden, wo sie vorher schon waren. „Ich würde mir wünschen, dass noch mehr niedergelassene Ärzte erkennen, wie wertvoll diese Hilfe für alle Beteiligten sein kann“, ist sein Appell an seine Berufskollegen.

Mehr aus Lingen lesen Sie in unserem Ortsportal.