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Public Viewing im Laxtener Heimathaus Zum 60. Geburtstag in Lingen ein WM-Sieg als Geschenk

Von Thomas Pertz | 04.07.2014, 22:29 Uhr

Der Tag des „Wunders von Bern“ am 4. Juli 1954 ist auch der Geburtstag von Hans-Jürgen Welz. Freitagabend feiert der Lingener seinen 60. Geburtstag. Klar spielt im Laxtener Heimathaus auch der Fußball eine Rolle. Statt Bern und Wankdorfstadion stehen aber Rio de Janeiro und das weltberühmte Stadion von Maracanã zunächst im Mittelpunkt der Feier.

Welz hatte offiziell zu 19 Uhr ins Heimathaus eingeladen, gleichzeitig aber darauf hingewiesen, dass Leinwand und Beamer für das Viertelfinale bereitstünden. „Als ich die Räumlichkeiten für meine Feier gemietet hatte, da hatte ich noch nicht auf den WM-Plan geschaut“, erzählt Welz. Sobald alles auf ein deutsches Viertelfinale am Tag des Geburtstags hinausgelaufen sei, habe er entsprechend vorgesorgt.

Das ist auch gut so, denn die meisten der knapp 60 Gäste kommen pünktlich zum Anpfiff um 18 Uhr, um dem 60-Jährigen zu gratulieren und Fußball zu schauen.Das Heimathaus ist entsprechend hergerichtet. Deutschlandfähnchen zieren die Wände, Chips, Flips und Nüsse sind mit schwarz-rot-goldenen Girlanden umrahmt.

„Das wird wohl ein enges Spiel“, meint Welz vor dem Anpfiff, nachdem sich viele noch schnell die Wangen mit Kreide in den deutschen Nationalfarben bemalt haben. Damit sollte der Lingener, der seit 42 Jahren bei der OLB arbeitet, recht behalten.

Die erste Halbzeit auf der Geburtstagsfeier. Nach einer knappen Viertelstunde dann großer Jubel im Saal, als Hummels zum 1:0 ins Tor köpft. Geburtstagskind Welz reckt die Faust in die Höhe. „Hummels für Bayern“, ruft der Fan des deutschen Meiers laut. „Hans-Jürgen, nicht rumlabern. Auf jedes Tor einen Kurzen“, schmunzelt einer der Gäste.

Jürgen und Christel Többen sind ruckzuck mit dem Tablett und den Schnäpsen zur Stelle. Durstig bleibt am Freitagabend keiner im Heimathaus.

Die zweite Halbzeit: Die Franzosen drücken ganz schön aufs Tempo, Benzema hier, Benzema dort: Der französische Topstürmer scheint überall zu sein. Während draußen vor dem Heimathaus die fleißigen Mitarbeiter der Gaststätte Klaas den großen Grill aufbauen und die Salate hineintragen, bleibt so manchem Gast drinnen die Salzstange im Hals stecken – so eng ist das Spiel.

Einer der Gäste, Ludger Endemann, kramt in der Tasche und holt einen Zeitungsausschnitt heraus. „Rahn, erzähl mich dat Tor“, heißt die Geschichte, die Helmut Rahns berühmtes Siegtor gegen die Ungarn vor 60 Jahren beschreibt. André Schürrle kann das entscheidende zweite Tor machen. Doch es gibt nur ein Aufstöhnen im Saal des Heimathauses, als der deutsche Stürmer zwei Riesenchancen vergibt.

Während draußen die Grillkohle auf Temperatur kommt, ist drinnen die Hochspannung mit Händen zu greifen. Durchpusten. Nachspielzeit, noch vier Minuten. Die ersten Koteletts liegen auf dem Grill, aber Geburtstagskind Welz und seine Gäste haben da jetzt noch keinen Blick für. Sie fixieren die Leinwand an. Immer noch steht es 1:0. Die letzten Sekunden. Neuer reißt die Faust hoch und rettet gegen Benzema das 1:0. Jubel bei den deutschen Fans im Maracanã-Stadion, Jubel bei Hans-Jürgen Welz und seinen Gästen. Die Fete kann steigen.

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