Ein Artikel der Redaktion

Projektgruppe aktiv Aktion in Lingen: Fahrräder für Menschen in Not

Von Christiane Adam | 22.04.2015, 19:02 Uhr

Als Diakon der Pfarreiengemeinschaft St. Marien Biene/Maria Königin kommt Christian Eilers oft die Meppener Straße entlang. „Ich sehe häufig Einzelpersonen oder auch ganze Familien, die von Biene in die Stadt gehen und die offensichtlich über kein Fahrzeug verfügen. Da wir uns innerhalb unserer Projektgruppe „Flüchtlinge – Heimat geben“ gerade viele Gedanken darüber machen, wie wir Menschen in Not helfen können, kam ich auf das Stichwort Mobilität“, erzählt Eilers.

Bereits beim gerade eben abgeschlossenen Hilfsprojekt <a href="http://www.noz.de/lokales/lingen/artikel/563075/burger-in-lingen-sammeln-schulmaterial-fur-fluchtlinge">„Schulmaterialsammlung“ hat sich die Projektgruppe, die neben dem Diakon aus Johannes Kröger, Bernward Rusche und Jette Seifert besteht, mit dem Katholischen Verein für soziale Dienste in Lingen (SKM) abgesprochen.

„Was brauchen die Menschen wirklich?, das ist uns wichtig“, betont Eilers. Mobilität von Asylsuchenden ist auch beim SKM ein Thema. „Dann müssen wir Fahrräder sammeln“, so wurde es beschlossen. In Kooperation mit der Gesamtschule Emsland und der Marienschule Lingen sollen nun Fahrräder gesammelt, auf Fahrtüchtigkeit und Verkehrssicherheit geprüft, gegebenenfalls repariert und zu einem symbolischen Verkaufspreis an Asylsuchende, aber auch an andere Bedürftige weiterverkauft werden. Beide Schulen verfügen über Fahrradwerkstätten.

Die verantwortlichen Lehrer Bernd Reitz und Heiner Voss wollen mit ihren Teams das Handwerkliche tun, während die Pfarreiengemeinschaft die organisatorische Seite regeln möchte. „Ich werde eine Tabelle führen, in der Merkmale wie Damen-, Herren- oder Kinderrad, Rahmengröße, Gangschaltung ja oder nein etc. gelistet werden“, plant Eilers. Der Bedarf soll über den SKM angemeldet werden. „Wir möchten durch dieses Projekt auch Kommunikation schaffen. Wer sein Rad später in einer der schulischen Werkstätten reparieren lassen möchte, muss sich dort ja auch verständigen, und so kommen Flüchtlinge und Schüler miteinander in Kontakt“, erklärt Rusche.

Viele Menschen fragen sich angesichts der tragischen Ereignisse wie das Ertrinken von vielen Flüchtlingen im Mittelmeer und der Tragödie, die sich am letzten Wochenende in Lingen zugetragen hat – ein Marokkaner wollte sich durch Selbstverbrennung das Leben nehmen – wie sie helfen können.

„Wir können die Welt zwar nicht alleine retten, aber wir können dazu beitragen, den Hilfesuchenden das Leben wenigstens ein bisschen angenehmer zu machen. Jeder einzelne, der sich an uns wendet, muss ernstgenommen werden“, betont Eilers. „Durch solche Aktionen wie die Schulmaterialsammlung oder jetzt eben die Fahrräder für Menschen in Not hoffen wir auch, Akzeptanz zu schaffen für das gesamte Thema“, ergänzt Rusche.