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Programm vorgestellt Julius-Club in Lingen begeistert Schüler fürs Lesen

Von Johanna Dust | 05.07.2014, 18:32 Uhr

Viele Finger gehen nach oben, wenn Josef Lüken von der Lingener Stadtbibliothek in Schulklassen geht und fragt, welche Kinder den Julius-Club kennen. Er stellt derzeit das Leseförderprojekt für 11- bis 14-Jährige an Schulen vor.

Eine Liste von 100 Buchtiteln mit sehr unterschiedlichen Themen wurde für die Teilnehmer zusammengestellt. Abenteuerroman, Liebesgeschichte oder Krimi – die Auswahl ist groß: „Es werden aktuelle Themen berücksichtigt. Dabei gibt es eine Mischung von leichten Inhalten und anspruchsvollen Lektüren“, erläuterte Lüken.

Die eingetragenen Mitglieder können aus diesen Titeln wählen und schreiben über gelesene Bücher einen kurzen Text, denn auch das Schreiben soll gefördert werden. Im letzten Jahr beteiligten sich 464 Schüler aus den Klassen fünf bis acht und liehen 1669 Bücher aus. „Das ist ein Alter, in dem Leseförderung besonders sinnvoll ist“, meinte Bibliotheksleiter Günter Nagelschmidt. Die Begeisterung für Bücher habe man in den letzten Jahren vielen Kindern vermitteln können.

Die Lingener Stadtbücherei nimmt in diesem Jahr bereits zum achten Mal an dem Projekt teil. Auftakt zur Aktion ist in diesem Sommer eine szenische Lesung am 17. Juli um 19 Uhr auf dem Universitätsplatz. Bis Ende September sind wöchentliche Veranstaltungen geplant, darunter ein Nachtgeocaching im Lingener Wald und auch sportliche Aktionen wie ein Fußballspiel oder eine Bücherolympiade.

Gruppenerlebnis Lesen

„Das Lesen, was sonst eine individuelle Sache ist, wird durch die regelmäßigen Treffen zu einem Gruppenerlebnis. Die Kinder und Jugendlichen können sich über die Bücher austauschen“, berichtete Lüken. Bei der Abschlussveranstaltung des Julius-Clubs werden am 25. September Diplome für häufiges Lesen verliehen. Von den 50 Bibliotheken, die in Niedersachsen mittlerweile den Sommerleseclub anbieten, zähle die Bücherei Lingen immer zu den teilnehmerstärksten.

In Niedersachsen gehörten in den letzten Jahren insgesamt 36000 Kinder dem Julius-Club an und liehen insgesamt 190000 Bücher aus. „Viele dieser Entleihungen hätte es ohne die Aktion wahrscheinlich nicht gegeben“, meinte Lüken. „Dadurch werden auch Kinder erreicht, die sonst weniger oder gar nicht lesen.“ Zudem werde damit eine Kundenbindung an die Bibliotheken gefördert. „Die Bücher können wir zwar jederzeit zur Verfügung stellen, doch der Club bietet zum Beispiel durch Schulungen und grafische Gestaltung einen professionellen Rahmen für die Leseförderung“, erklärte Lüken.

Die VGH-Regionaldirektion Lingen und die VGH-Stiftung sowie die Sparkasse Emsland, die Stadtwerke Lingen und die Buchhandlung Holzberg sind Sponsoren dieses Projektes. „Der Julius-Club ist so erfolgreich, weil er auf Nachhaltigkeit angelegt ist“, betonte der Regionaldirektor der VGH, Ralf Wagemann. Er lobte das „bemerkenswerte Engagement“ der Lingener Bibliothek.

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